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Kinder-Krankheit
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Deutlich mehr Fälle von Keuchhusten in Baden-Württemberg: Hustattacken über mehrere Monate 

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In Baden-Württemberg werden in diesem Jahr mehr Fälle von Keuchhusten bei Kindern gemeldet. Komplikationen gibt es bei der Krankheit vor allem bei Säuglingen.

von Laura Bernert und dpa
Risiko für Komplikationen ist vor allem bei jüngeren Kindern gegeben.
Risiko für Komplikationen ist vor allem bei jüngeren Kindern gegeben.  Foto: dpa

Vermehrt treten Fälle von Keuchhusten bei Kindern auf.  In Baden-Württemberg sind es laut einem Bericht des SWR allein in diesem Jahr 484 Fälle bei Kindern bis 14 Jahren – im Vorjahr waren es landesweit gerade einmal 29 Fälle. Vor der Corona-Pandemie, im Jahr 2019, waren es 98 Fälle.

Keuchhusten wird durch engen Kontakt mit einer infektiösen Person über Tröpfcheninfektion übertragen. Laut Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) können die Symptome mehrere Wochen bis Monate andauern. Um die Ansteckung zu vermeiden, sollten sich erkrankte Personen isolieren.

Mehr Keuchhusten-Fälle in Baden-Württemberg: So zeigt sich die Kinderkrankheit

Erkrankte dürfen außerdem in der Zeit der Krankheit nicht in Schulen, Kindergärten oder ähnlichem arbeiten, da die Ansteckung für Kinder gefährlich sein kann. Gerade Säuglinge haben ein hohes Risiko für schwere Komplikationen, so das RKI. Entsprechend müssten meist Säuglinge unter sechs Monaten im Krankenhaus behandelt werden. Auch die Todesfälle beträfen beinahe ausschließlich Kinder in dem Alter.

Typisch sind dabei die Hustattacken, die häufig in einem Keuchen enden. "Die Attacken können sehr zahlreich sein und treten bei manchen Patienten gehäuft nachts auf", schreibt das RKI auf seiner Homepage zur Symptomatik von Keuchhusten.

Zur Linderung von Keuchhusten kann Antibiotika eingesetzt werden. Doch um die Dauer und Intensität der Hustattacken herabzusetzen, sollten die Medikamente möglichst früh eingenommen werden, so das RKI. Zur Vorbeugung kann eine Impfung helfen.

Impfung gegen Keuchhusten: Warum es trotzdem zur Erkrankung kommen kann

Doch diese braucht immer wieder Auffrischung und schließt eine Erkrankung an Keuchhusten nicht komplett aus: "Wegen der begrenzten Dauer der Immunität sowohl nach natürlicher Erkrankung als auch nach vollständiger Impfung kann sich jede Person mehrmals im Leben neu infizieren und erkranken."

Anfang Mai war bekannt geworden, dass in England dreimal mehr Keuchhusten-Fälle erfasst wurden und fünf Babys an der Krankheit starben. Bereits Ende 2023 riet das Centrum für Reisemedizin vor einer Reise nach Dänemark, den Impfschutz gegen Keuchhusten zu überprüfen. Damals traten vermehrt Fälle auf, besonders auf der dänischen Insel Fünen. Im Jahr 2016 wurde von einer Keuchhusten-Welle in Deutschland berichtet. Damals waren innerhalb eines Jahres deutschlandweit mehr als 22.000 Fälle von Keuchhusten gemeldet worden.

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