Das Gemeindehaus St. Paulus entstand unter der Regie von Pfarrer Josef Sandel und wurde 1929 als „Gemeindehaus und Töchterinstitut St. Paulus“ eingeweiht. Das Haus diente nicht nur für Kultur und Gemeindeleben, sondern auch für Erziehung und Bildung. Die Erziehungs- und Bildungsaufgaben übernahmen bis 1967 die Sießener Schwestern.
20-Millionen-Projekt in Neckarsulm: St. Paulus wird zur Seniorenwohnanlage
Das Gemeindehaus in Neckarsulm wird nach Auszug der Fachschulen St. Martin umgebaut. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro. Baubeginn könnte 2028 sein.
„Neue Zukunft für St. Paulus“: So ist eine Pressemitteilung der Katholischen Gesamtkirchengemeinde Neckarsulm übertitelt. Aus dem Gemeindehaus St. Paulus wird eine Seniorenwohneinrichtung, dies wurde schon vor zwei Jahren bekannt gegeben. Dann wurde es vergleichsweise ruhig um das Projekt.
Hintergrund ist, dass die im Gemeindehaus in der Friedrichstraße beheimateten Fachschulen St. Martin für soziale Berufe in die benachbarte Häußler-Schule umziehen, die aber erst umgebaut werden muss. Dies wird ab dem Schuljahr 2027/2028 der Fall sein. Dann kann auch erst der Umbau im Gebäude St. Paulus starten.
Kirchengemeinde Neckarsulm macht ernst: Das Gemeindehaus St. Paulus ist verkauft
Das Gemeindehaus St. Paulus soll zu einer Wohn- und Betreuungseinrichtung für Seniorinnen und Senioren entwickelt werden. Dafür hat die Kirchengemeinde St. Dionysius Neckarsulm mit dem Verkauf des Gebäudes nun den Weg eröffnet.

„Es wird eine spannende Aufgabe“, sagt Rainer Rudolf, Geschäftsführer von Rudolf Wohnbau aus Neckarsulm. Jetzt könne er in den kommenden Monaten mit der konkreten Planung für das Seniorenwohnprojekt beginnen. Das Konzept, wie Rudolf es umreißt, sieht zwei Wohngruppen für jeweils zwölf Personen mit Betreuung sowie zusätzlich barrierefreie Wohnungen mit Flächenmaßen zwischen 30 und 70 Quadratmetern vor. Etwa 20 Millionen Euro nennt der Geschäftsführer als Orientierungsgröße für das Vorhaben.
Kirchengemeinde ist von der Idee begeistert: „Es gibt Bedarf für Seniorenwohnen.“
„Das ist eine schöne Idee“, sagt Petra Felger, gewählte Vorsitzende des Vertretungsgremiums der Kirchengemeinde, über die künftige Perspektive für das Gemeindehaus. Denn es gebe Bedarf für Seniorenwohnen. „Wir können am Bestehenden festhalten, aber dann gibt es keine Entwicklung. Stillstand führt uns nicht weiter“, erklärt Felger zum Verkauf des Gemeindehauses.
Das Gebäude ist sanierungsbedürftig, eine umfassende Renovierung liegt schon mehrere Jahrzehnte zurück. Gleichzeitig sind die Kirchengemeinden in der Diözese Rottenburg-Stuttgart dabei, ihren nichtsakralen Gebäudebestand für eine zukunftsfähige, nachhaltige und gemeinwohlorientierte Nutzung zu optimieren und entsprechend anzupassen.
Kirchenmitglieder werden weniger, der Gebäudebestand wird reduziert
Auslöser dafür ist die sinkende Zahl der Kirchenmitglieder, die damit verbundene rückläufige Kirchensteuer sowie das erklärte Ziel der katholischen Kirche in Württemberg, bis ins Jahr 2040 die Klimaneutralität in ihrem Zuständigkeitsbereich zu erreichen.
Zudem sollen – auch im Dekanat Heilbronn – neue Raumschaften gebildet werden, bei denen sich mehrere bisher selbstständige Gemeinden zu größeren Seelsorgeeinheiten zusammenschließen. „Es ist dem Bischof ein großes Anliegen, dass die Kirchengemeinderäte selbst die Raumschaften bilden. Sie sind es auch, die nach der Kirchengemeindeordnung den Beschluss zu ihrer Auflösung fassen müssen“, erläutert Dekan Roland Rossnagel.
Zwei bis drei solcher Raumschaften soll es bis zum Jahr 2030 im Dekanat Heilbronn geben. Die Kirchengemeinderäte wurde Mitte März im Gemeindehaus St. Paulus in Neckarsulm und kürzlich im Gemeindehaus St. Peter und Paul in Heilbronn über die Veränderungen informiert.
Große Veränderungen in der katholischen Kirche stehen an
Nicht nur die räumlichen Bezüge werden sich ändern, es müssen auch ganz konkret Räume aufgeben werden. „Alle Beteiligten sind sich der starken Verbundenheit bewusst, die zahlreiche Gemeindemitglieder zum Gemeindehaus St. Paulus hegen. Es hängen viele Emotionen daran“, ist sich Pfarrer Siegbert Denk bewusst. Im Oktober soll es eine Abschiedsfeier geben.
Die verschiedenen Gruppen, die das Gemeindehaus bisher nutzen, wie zum Beispiel die Pfadfinder oder der Kirchenchor, bekommen Ausweichräume, versichert Pfarrer Denk. Er verweist dabei insbesondere auf die umliegenden Gemeindezentren der Gesamtkirchengemeinde.
Am St. Paulus hängen viele Erinnerungen – vom Tanztee bis zur Jugenddisco
Zur Geschichte des Gemeindehauses gehören zahlreiche Veranstaltungen. So gab es dort einst zum Beispiel Tanzveranstaltungen und Jugenddiscos. Rudolf selbst kennt das Gebäude von Faschingsfeiern aus seinen jungen Jahren, wie er berichtet. Daher wisse auch er um die Bedeutung des Gemeindehauses.
Die Verbundenheit, die es zu dem Gebäude gibt, bezeichnet er als Chance für das Seniorenwohnprojekt. Und diese Verbundenheit will er im Konzept aufgreifen. So soll es einen Gemeinschaftsraum geben, in dem einzelne, für die Öffentlichkeit offene Veranstaltungen stattfinden sollen. Ebenso soll das neue Seniorenwohnen den Namen St. Paulus beibehalten oder daran anknüpfen.
Außerdem werde die weitere Planung zeigen, welche Teile des Gemeindehauses – wie zum Beispiel eventuell die Fassade – bei der Umgestaltung zur Wohn- und Betreuungseinrichtung erhalten bleiben können.
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Reinhold Gall am 31.03.2026 21:35 Uhr
Auch die Feuerwehren des Stadt- und Landkreises Heilbronn sind eng mit dem Paulus verbunden. Gründungsort unseres Kreisfeuerwehrverbandes. Jedes Jubiläum, zuletzt das 75-Jährige haben wir im Paulus gefeiert.
Reinhold Gall, Ehrenvorsitzender KFV-Heilbronn