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Hagel mit Flieger abwehren? Flugzeuge auch im Raum Heilbronn im Einsatz

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Schwül-heißes Wetter in den nächsten Tagen bringt erhöhte Gewittergefahr. Im Rems-Murr-Kreis nutzen Wengerter, Firmen und Versicherungen Flieger zur Hagelabwehr – und im Raum Heilbronn? 


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Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Gewittergefahr zu: Starkregen, Sturmböen, grober Hagel und lokal sogar Tornados sind möglich. Das Problem dabei: Die Ereignisse sind lokal beschränkt und lassen sich kaum mit Sicherheit vorhersagen.

Dabei ist es doch gerade für Wengerter und Kirschenbauer wichtig, vorher Bescheid zu wissen, was runterkommt. Im Rems-Murr-Kreis gibt es die Hagelabwehr, die auch Einsätze im Heilbronner Raum fliegt. Die Hagelflieger Region Stuttgart waren im Kreis Heilbronn – der Hohenlohekreis gehört nicht zum Schutzgebiet – im Jahr 2024 an drei Tagen im Einsatz, 2025 gab es bisher zwei Einsatzflüge. 

Hagelabwehr mit Flugzeug: Einsatz auch im Raum Heilbronn

Zusätzlich, so Geschäftsführer Michael Stuber, gibt es noch die Hagelabwehr der Württembergischen Gemeindeversicherung. Deren Hagelflieger waren 2024 zweimal im Landkreis Heilbronn und ebenso oft im Hohelohekreis im Einsatz, 2025 war es bisher ein Flug im Landkreis Heilbronn.

Für die Hagelabwehr in der Region Stuttgart gebe es jeweils einen fünfjährigen Projektzeitraum, aktuell bis 2026. Der Rems-Murr-Kreis lässt sich das 50.000 Euro im Jahr kosten. Abgerechnet wird über Dienstleistungsverträge zwischen dem Landratsamt Rems-Murr-Kreis und den Flugunternehmen und Meteorologen sowie andererseits Finanzierungsvereinbarungen mit Nachbar-Landkreisen, Kommunen, Weinbaubetrieben, Weingärtnergenossenschaften, Firmen, Verbände und Versicherungen. 

Hagel, Starkregen und Co: Genaue Gewitter-Vorhersage ist schwierig

„Es gibt eine intensive Betreuung der Piloten durch einen meteorologischen Dienst“, berichtet Michael Stube. „Täglich wird eine Wetterprognose durch die Meteorologen erstellt und eine Bereitschaftsempfehlung abgegeben.“ Bei Gewittergefahr wird Bereitschaft angeordnet, und die diensthabenden Piloten finden sich am Flughafen ein.

Wird konkret einer „hagelträchtige Gewitterzelle“ erkannt, startet der Hagelflieger. Während des Einsatzfluges findet eine kontinuierliche Analyse der Radardaten statt. „Es gibt einen intensiven Austausch zwischen den Meteorologen, die das Wettergeschehen am Radar beobachten, und den Piloten, die die konkreten Eindrücke des Wettergeschehens vor Ort einbringen.“ Sprich: Über Funk wird der Hagelflieger möglichst punktgenau an den Ort des Geschehens dirigiert.

Hagelabwehr mit Flugzeug: Wetterexperte Kachelmann spricht von Betrug

Wetterexperte Kachelmann findet die Hagelabwehr schlicht unnötig und vergleicht laut einem Bericht der Stuttgarter Zeitung den Rems-Murr-Kreis mit einem „Schurkenstaat“. Die Hagelabwehr sei „ein Modell, um Freizeitpiloten ihr Hobby zu finanzieren“. 

Über den Nutzen der Flieger lässt sich trefflich streiten. Die Befürworter argumentieren, dass das Impfen der Hagelwolken mit Silberjodid die Größe der Körner und damit den möglichen Schaden verkleinert. Die Gegner sehen keinen „konkreten Mehrwert“ in der doch recht teuren Fliegerei. 

Wolkenimpfung mit Silberiodid – so steht das Landratsamt Heilbronn dazu

Manche Wissenschaftler warnten auch vor ungewollten Folgen durch die praktizierte Impfung der Wolken mit Silberjodid-Partikeln, heißt es aus dem Heilbronner Landratsamt. Entscheidungen über eine Beteiligung an der Finanzierung von Hagelfliegern seien deshalb wohl weniger wissenschaftlich als „politisch und wirtschaftlich motiviert“, sagte ein Sprecher.

Die Wolkenimpfung, auch Cloud Seeding genannt, ist eine Methode der Hagelabwehr, bei der künstlich Eiskeime in Wolken eingeführt werden, um die Bildung von Hagelkörnern zu beeinflussen. Diese Eiskeime, oft Silberjodid-Partikel, dienen als Kondensationskerne, wodurch sich mehr, aber kleinere Hagelkörner bilden sollen.

„Angesichts der bestehenden Unsicherheiten wäre eine vom Land Baden-Württemberg veranlasste, unabhängige und umfassende Evaluierung dieser Methode dringend zu empfehlen, bevor öffentliche Mittel investiert werden.“

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