Grundschulen in Neckarsulm für Ganztag gut aufgestellt
Genügend Flächen für Betreuung und Essenausgabe sind vorhanden. Teilweise müssen Räume aber angepasst und anders genutzt werden.

„In Neckarsulm ist Schule mehr als nur ein Ort zum Lernen“, sagt Antje Kontidis, Abteilungsleiterin für Schulen und Betreuung. „Und Ganztag ist mehr als nur Betreuung.“ Weil für viele Kinder die Schule ein wichtiger Teil des täglichen Lebens geworden ist – und durch den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026 für die neuen Erstklässler wohl noch mehr wird –, hat die Stadt die vorhandenen Räume auf den Prüfstand gestellt.
Grundlagen waren die Auswertung von Schülerzahlen, Teilnahmequoten am kommunalen Betreuungsangebot, schulischem Ganztag sowie der Mittagessenssituation und die Analyse der bestehenden Raumstrukturen. Nach der baulichen Prüfung der fünf Grundschulen kommt Tatjana Isenmann vom beauftragten Architektenbüro zu dem Ergebnis: „Neckarsulm ist bereits richtig gut aufgestellt.“
Räume sind genug vorhanden, teilweise passt die Nutzung nicht
Räume seien genug vorhanden, wenn etwas nicht passe, sei es die Größe der Zimmer oder deren Nutzung. Hier habe man schon einige Verbesserungen umgesetzt, so Ingo Siedler vom Amt für Gebäudemanagement.
Die Amorbachschule habe beispielsweise sehr kleine Klassenzimmer, erläuterte Tatjana Isenmann dem Gemeinderat. Räume für die Differenzierung und Betreuung in Kleingruppen fehlen, dafür gebe es wenig genutzte Mehrzweckräume. Mehr Flexibilität bringen hier Verbindungstüren, die teilweise schon eingebaut sind. Auch Leseräume wurden bereits geschaffen.
In der Wilhelm-Maier-Schule in Obereisesheim stehen wie in der Johannes-Häußler-Schule in der Kernstadt durch den Wegfall der Werkrealschule genügend Räume zur Verfügung. Diese müssen aber noch für die Ganztagsbetreuung umgebaut werden.
Die Schule in Obereisesheim heizt sich stark auf
In Obereisesheim ist die fehlende Beschattung ein Problem. „Die an der Ostseite gelegenen Räume heizen sich stark auf“, hat Tatjana Isenmann festgestellt. Dafür seien in der Häußler-Schule vor allem die außen liegenden Schülertoiletten ungünstig. „Die müssen eingehaust werden.“
Die Grundschule in Dahenfeld sei „die besondere Schule in Neckarsulm“. Sie sei zwar die einzige Halbtagsschule, habe aber die höchste Quote bei Betreuung und Essensausgabe. Hier sei das Gebäude nicht barrierefrei, was aber vermutlich auch nicht einfach gelöst werden kann. Zumindest eine Rampe am Eingang könnte Besserung verschaffen.
Die Neubergschule brauche langfristig eine Erweiterung bei der Mensa. Aktuell laufe die Essensausgabe teilweise im Vier-Schicht-Betrieb. „Hier brauchen wir eine zweite Essensausgabe, sonst ist die Mittagspause irgendwann vorbei und die Kinder sind mit dem Essen noch nicht fertig.“
Grundschulen in Neckarsulm: Größere Investitionen nicht erforderlich
Oberbürgermeister Steffen Hertwig zeigte sich nach der Analyse erleichtert, dass „größere Investitionen nicht erforderlich sind“. Man habe bereits viel gemacht. Dieter Steiner (SPD) lobte die gute Zusammenarbeit der Schulen mit der Verwaltung. Nicht überall würden sich die Schulen derart rege in dem Prozess beteiligen, stellte Tatjana Isenmann fest. „Es war ein sehr konstruktives Miteinander.“
Steiner wies aber darauf hin, dass auch die Schulsozialarbeit Räume brauche. „Viele heutige Nutzungen waren beim Bau der Gebäude nicht abzusehen.“ Antje Kontidis sagte zu, dass die „ganze Schulfamilie“ zusammenarbeite und berücksichtigt werden müsse.
Bedarf an Ganztagsbetreuung wurde bereits abgefragt
Sandra Berthold (CDU) fragte nach dem Bedarf an Ganztagsbetreuung bei den zukünftigen Erstklässlern. „Die Abfrage lief bis zum 15.März, wir werten das jetzt aus“, so Antje Kontidis. Susanne Blawert (Grüne) wollte wissen, ob das Personal und die damit verbundene Förderung für die Ganztagesbetreuung vorhanden ist. „Bei der Förderung gibt es immer noch keine Klarheit, und beim Personal manche Sorgenfalten“, antwortete Antje Kontidis aufrichtig.
Nicht nur städtisches Personal stellt die Ganztagsbetreuung sicher. Die Schulen leisten ebenfalls ihren Beitrag. Der Einsatz von „monetarisierten Lehrerstunden“, so die Nachfrage von Klaus Ranger (SPD), finde weiterhin statt. „Das ist weiterhin ein wichtiger Baustein“, stellte Antje Kontidis fest.
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