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Neustart nach schlechten Wahlergebnissen

Nach Rücktritt der Grünen-Parteispitze: Das sagen regionale Politiker zur Entscheidung

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Regionale Abgeordnete und Lokalpolitiker zollen der Bundesspitze der Grünen Respekt und sehen deren Rücktritt als Chance. Reaktionen aus der Region.


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Der Rücktritt der Bundesspitze der Grünen kommt für manche Lokalpolitiker in der Region überraschend. Nicht jeder möchte sofort dazu Stellung nehmen. Aber der Respekt vor der Entscheidung von Ricarda Lang und Omid Nouripour überwiegt. Der Neuanfang wird mehrheitlich als Chance gesehen.

"Ich hatte einen Rücktritt der Parteispitze nicht erwartet, auch nicht nach dem Ergebnis der Landtagswahl in Brandenburg", sagt Holger Kimmerle, Fraktionsvorsitzender der Grünen in Heilbronn. Seiner Ansicht nach haben die aktuellen Umfragewerte der Partei Gründe, "die nicht die Parteispitze verschuldet" habe. Gleichwohl respektiere er, dass Ricarda Lang und Omid Nouripour trotzdem die Verantwortung dafür übernehmen. "Das ist ihnen hoch anzurechnen." Es sei schade, da beide ihren Aufgaben laut Kimmerle "in schwierigen Zeiten mit extremem Gegenwind absolut gerecht" wurden. "Vor allem Ricarda Lang war von Anfang an massiver unsachlicher Kritik von außen ausgesetzt", sagt Kimmerle. 


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Spitzenduo tritt zurück – Respekt für die Grünen


Mit Franziska Brantner, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium, werde nun eine in Heilbronn gut bekannte Sympathieträgerin als potentielle Nachfolgerin gehandelt. So wie auch Felix Banaszak sei Brantner eine in den Medien stark präsente Persönlichkeit. Beides könnten vielleicht die „neuen Gesichter“ sein, die für einen erfolgreichen Neuanfang stehen.

Harald Ebner, Bundestagsabgeordnete für die Grünen in Hohenlohe, fordert: Es braucht nun Leute an der Parteispitze, die gut und glaubwürdig kommunizieren können.

Reaktion auf Rücktritt des Grünen-Vorstands: "Wir haben die Menschen nicht erreicht"

Die Heilbronner Landtagsabgeordnete Gudula Achterberg hat nach eigener Aussage selbst den Wahlkampf in Thüringen unterstützt und dort mit vielen Menschen gesprochen und erlebt, welche Sorgen sie umtreiben. Trotzdem sagt sie selbstkritisch: "Mit unseren Themen haben wir die Menschen dort nicht erreicht." Durch den Rücktritt des Bundesvorstands habe die Partei die Chance, sich neu zu sortieren. "Wir müssen noch klarer daran arbeiten, die Menschen, nicht nur im Osten, zu überzeugen, dass wir ihre Probleme sehen, uns diesen annehmen und kümmern." Es sei möglich, aus Misserfolgen zu lernen und diese zu analysieren. Vor dem Rücktritt habe sie Respekt, betont die Landtagsabgeordnete. 

Catherine Kern, Hohenloher Landtagsabgeordnete der Grünen, findet den Rücktritt „einen konsequenten Schritt“, dem sie „größten Respekt“ zolle. „Ich schätze Ricarda Lang und Omid Nouripour sehr. In schwierigen Zeiten haben sie Verantwortung für unsere Partei übernommen und dabei oft persönliche Angriffe ertragen müssen.“

Nach Rücktritt des Grünen-Vorstands: Landtagsabgeordnete sehen Gefahr für die Demokratie

Wie ihre Fraktionskollegin Achterberg sagt auch Kern, für die Partei bedeute der Neuanfang eine Chance, sich neu zu sortieren. „Die jüngsten Wahlergebnisse machen die vor uns liegenden Herausforderungen deutlich: Zukunftsängste, Alltagssorgen, Furcht vor Wohlstandsverlust oder das Stadt-Land-Gefälle. Das gilt für den Osten ebenso wie für Baden-Württemberg“, stellt sie klar. Mit einem neuen Vorstand müssten die Grünen das drängende Thema, den Schutz der Demokratie, angehen. „Unsere Demokratie ist in Gefahr und das macht vielen Menschen in der Gesellschaft große Sorgen - darauf müssen wir Antworten finden“, ist sich die Landtagsabgeordnete sicher.

 

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