Ein Drittel der Straßen sind mangelhaft
Weil das Geld nicht ausreicht, muss der Erhalt von Straßen, Brücken und Radwegen priorisiert werden. Was in den Landkreis Heilbronn und Hohenlohe geplant ist.

Rund 32 Prozent der Landesstraßen erreichen nur die Note 4,5, bei Bundesstraßen sind es rund 24 Prozent. Das hat das Verkehrsministerium (VM) Baden-Württemberg jetzt im aktuellen Straßen-Zustandsbericht bekannt gegeben. Mit Lasertechnik und Kameras wird der Zustand der Beläge erfasst.
Zwar behauptet das VM: Der Zustand der Fahrbahnen im Land ist insgesamt stabil. Aber: Schlechter kann es kaum werden. Schließlich ist die „Fünf“ schon das Ende der Notenskala. Die durchschnittliche Landesstraße erreicht die Note 3,2, ist also deutlich schlechter als das Mittelmaß.
Bei mehr als der Hälfte der Straßen ist der Warnwert überschritten
Anders herum formuliert kann man den Straßen-Zustandsbericht durchaus positiv lesen: Knapp 50 Prozent der Landesstraßen und 64 Prozent der Bundesstraßen sind unterhalb des Warnwerts von 3,49. Bei der anderen Hälfte der Landesstraßen ist der Warnwert überschritten, fast ein Drittel ist im Bereich zwischen 4,5 und 5,0 – also mangelhaft.
Obwohl die Mittel für Straßensanierungen in den letzten Jahren stark erhöht worden seien, ist klar: Die veraltete Infrastruktur und das hohe Verkehrsaufkommen führt dazu, dass das Geld für die Straßen nicht reichen wird, so das VM selbstkritisch.
Geld reicht nicht: Deshalb ist eine Priorisierung nötig
Weil die Mittel knapp sind, müssen das Land wie auch die Landkreise eine Prioritätenliste erstellen. In diesem „Erhaltungsmanagement“ sind die Maßnahmen der nächsten Jahre aufgeführt. Vorher muss in den Haushalten das Geld zur Verfügung gestellt werden.
Im Landkreis Heilbronn sind im Straßenbauprogramm 2026 etwas über 20 Millionen Euro für Straßen, Brücken und Radwege vorgesehen. Der Knoten K 2086 mit der Landesstraße 1102 in Ilsfeld wird für 1,3 Millionen Euro umgebaut.
Größtes Bauvorhaben im Landkreis Heilbronn ist in Kochendorf
In Bad Friedrichshall-Kochendorf wird das Gewerbegebiet Obere Fundel unter anderem mit dem Schwarz-Digit-Campus für über 14 Millionen Euro an die B27 und andere Straßen angebunden. Im Jahr 2026 sind im Kreishaushalt dafür 500.000 Euro eingestellt.
Die Straße von Cleebronn nach Tripdsdrill wird für zwei Millionen Euro saniert, dazu kommt noch eine „Parallelspur mit Amphibienleiteinrichtung“, die weitere 1,5 Millionen Euro kosten wird. Hier gibt es aber, wie bei anderen Vorhaben, eine umfangreiche Förderung.
Die Ortsdurchfahrt in Flein steht mit einer Million Euro im Kreis-Straßenprogramm. In Meimsheim wird der Kreisverkehr für 500.000 Euro gebaut und in Treschklingen, das zu Bad Rappenau gehört, wird die Ortsdurchfahrt für 600.000 Euro hergerichtet. In Grombach wird der Bahnübergang für 500.000 Euro saniert.
Die Kocherbrücke in Gochsen und gleich zwei Jagstbrücken sind marode
Die Kocherbrücke in Hardthausen-Gochsen und die Jagstbrücke im Neudenauer Stadtteil Siglingen werden für jeweils fünf Millionen Euro in den nächsten Jahren neu gebaut. Auch in Duttenberg muss die Brücke erneuert werden. Eine Sanierung des Betons und der Spannglieder aus Stahl ist technisch nicht möglich. Ab 2028 soll neu gebaut werden.
In Neuenstadt wird der Kreisverkehr gerichtet, der Kreisanteil beträgt 250.000 Euro. In Neckarsulm geht es um Lichtsignalanlagen, Kostenpunkt hier insgesamt 300.000 Euro. Im Gundelsheimer Teilort Höchstberg wird an der K 2035 ein Stützbauwerk für 50.000 Euro saniert. Für den Neubau von Radwegen stehen im Landkreis Heilbronn im Jahr 2026 1,2 Millionen Euro zur Verfügung.
Zwischen dem Weinsberger Weissenhof und Hölzern wird für 4,1 Millionen Euro gebaut
Das Land saniert die Straße zwischen dem Weinsberger Weissenhof und Hölzern für 4,1 Millionen Euro. Auch zwischen Güglingen und Brackenheim wird die Fahrbahn für rund 3,5 Millionen Euro erneuert. Und in Lauffen investiert das Land knapp 1,3 Millionen Euro in die Ortsdurchfahrt. An der Neckarbrücke Lauffen wird der Korrosionsschutz für 191.000 Euro erneuert. Zwischen Löwenstein und Hirrweiler wird auf der B 39 die Fahrbahn für knapp 3,9 Millionen Euro gerichtet.
Die Hangsicherung zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim hat schon begonnen. Für 900.000 Euro soll ein Stahlnetz mit Ankern die Böschung dauerhaft stabilisieren. In Adelshofen bei Eppingen wie auch in Kirchardt sind bei der Fahrbahndeckenerneuerung noch Überhänge von über drei Millionen Euro aus dem Jahr 2025 zu erledigen. In Richen bekommt die Landesstraße 592 für eine knappe halbe Million Euro eine neue Deckschicht.
Das plant das Land in Hohenlohe bei der Straßensanierung
Auch im Hohenlohekreis investiert das Land in die Straßen: Bei der Jagstbrücke Heimhausen sind noch Restarbeiten zu erledigen, die Ortsdurchfahrt Cappel wird für mehr als 600.000 Euro instand gesetzt, die Belagssanierung auf der Brücke Neuenstein soll 35.000 Euro kosten, in Orendsall wird eine Böschung für 50.000 Euro gesichert.
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