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Kocherbrücke Gochsen muss neu gebaut werden – Gefahr von Spannungsrissen

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Nach Spannungsriss-Sorgen wird die Kocherbrücke in Hardthausen-Gochsen ab 2028 ersetzt. Der Verkehr muss während der Vollsperrung umgeleitet werden.


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Spätestens seit dem Einsturz der Carolabrücke in Dresden ist „Spannungsrisskorrosion“ kein Fremdwort mehr. Auch im Kocher- und Jagsttal sind einige Brücken unter genauer Beobachtung.

Schon vor zwei Jahren wurde der Bau- und Umweltausschuss des Kreistages darüber informiert, dass an den drei Kreisstraßenbrücken in Hardthausen-Gochsen, in Neudenau-Siglingen und im Bad Friedrichshaller Ortsteil Duttenberg Spannstähle nach dem „Spannblockverfahren“ verbaut sind, bei denen wie in Dresden ein plötzlicher Einsturz möglich ist.

Brücke über den Kocher bei Gochsen muss ab 2028 neu gebaut werden

In Gochsen ist der Neubau schon beschlossen. Voraussichtlich werden für eine neue Brücke über den Kocher fünf Millionen Euro fällig. Zwischenzeitlich wurden detaillierte Untersuchungen und eine Bauwerksprüfung durchgeführt. „Dabei wurden keine neueren beziehungsweise größere Schäden festgestellt“, wurde der Ausschuss jetzt informiert.

Die Untersuchung der Spannstähle habe keine erhöhte Gefahr von Spannungsrissen ergeben, die ein „sofortiges Handeln im Hinblick auf Tonnagen- oder Lkw-Sperrungen“ nötig gemacht hätten.

Sanierung technisch nicht möglich: Neue Brückenteile aus Stahlverbund geplant

Eine Sanierung des des Betons und der Spannglieder aus Stahl sei technisch nicht möglich. Ab 2028 soll neu gebaut werden. Vorher müssen noch etliche Untersuchungen gemacht werden, beispielsweise zum Umleitungskonzept, weil der Neubau nur unter Vollsperrung der Kreisstraße 2012 stattfinden kann.

Die am Ortseingang von Gochsen beim Haaghof liegende Brücke ist rund 80 Meter lang und führt auf zwei Stützpfeilern über den Kocher. Diese sollen erhalten bleiben – wie auch die Widerlager am Rand – und nur die neuen Brückenteile aus Stahlverbund eingehoben werden, was Kosten spart. Zudem ist so kein Eingriff in den Flussbereich notwendig, was den Neubau naturverträglicher macht.

Zunächst werden die alten Brückenteile abgebrochen. Das verursacht Kosten von knapp 600 000 Euro. Dann werden die drei neuen jeweils etwa 21 Meter langen Zwischenstücke mit einem 350-Tonnen-Schwerlastkan eingehoben. Beim Neubau der Straßen wird auch an einen integrierten Radweg gedacht. Baubeginn soll im Jahr 2028 sein. Mit der Fertigstellung der Brücke wird nach rund einem Jahr gerechnet.

Ab 2028 wird der Verkehr ein Jahr lang umgeleitet – wohin ist noch unklar

Während der Bauzeit wird es auf diesem Weg nicht möglich sein, von Neuenstadt nach Gochsen zu kommen. Die Strecke über Bürg ist vor allem im Hinblick auf den Schwerverkehr problematisch.

Ebenfalls im Blick haben die Straßenbauer die Jagstbrücke in Neudenau-Siglingen und in Bad Friedrichshall-Duttenberg bei der Heuchlinger Mühle. Eine Prüfung der Planunterlagen ergab, dass auch diese Brücken mit Stahl nach dem problematischen Spannblockverfahren gebaut wurden. „Auch hier sind derzeit keine sichtbaren äußeren Schäden erkennbar“, heißt es. Eine Bauwerksprüfung mit genauer Untersuchung wie bei der  Kocherbrücke Gochsen samt statischer Nachrechnung sei noch 2025 vorgesehen.

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