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Jahresausblick Bad Friedrichshall
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2026 wird das erste Betriebsjahr des Schwarz-Digits-Campus

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Neben dem Großprojekt der Schwarz-Gruppe gibt es in der Stadt auch andere private Projekte. Kommunale Haushaltskrise macht Entwicklung schwierig.

Bald ziehen Mitarbeiter im Schwarz-Digits-Campus in Bad Friedrichshall ein. Wann die offizielle Eröffnung stattfindet, ist noch unklar.
Bald ziehen Mitarbeiter im Schwarz-Digits-Campus in Bad Friedrichshall ein. Wann die offizielle Eröffnung stattfindet, ist noch unklar.  Foto: Seidel, Ralf

Mit dem Schwarz-Digits-Campus (SDC) kommt Anfang des neuen Jahres ein Bauprojekt zum Abschluss, das es in dieser Größenordnung in Bad Friedrichshall noch nicht gegeben hat. 2026 wird das erste Betriebsjahr auf dem Campus der Schwarz-Gruppe. Wann die Eröffnung stattfindet und wann genau Mitarbeiter dort anfangen, scheint ein großes Geheimnis zu sein. Zumindest bleiben Presseanfragen dazu unbeantwortet. Bürgermeister Timo Frey weiß, dass die Betriebskita in einem der vier Gebäudekomplexe Mitte Januar ihren Betrieb aufnimmt. Außerdem würden die vier Bushaltestellen im Gebiet bereits seit Mitte Dezember bedient. Er betont, dass alle wichtigen Verkehrsanschlüsse im ersten Quartal fertig oder freigegeben werden.

Im Februar kommt Rad- und Fußwegbrücke für Schwarz-Digits-Campus

Gut zu sehen sind bereits die Positionen der zwei Rad- und Fußwegbrücken, die auf der einen Seite von der Stadtbahnhaltestelle „Kochendorf Süd“ über die Bahngleise zum Campus führt und auf der anderen Seite von Kochendorf aus oberhalb der Parkdecks ans Gelände anschließt. Die Brücke, die keine Gleise überquert, ist einfacher zu bauen. Im Februar 2026 kommt laut Timo Frey ein großer Kran und hebt sie ein. Auch die Vorbereitungen für die andere Brücke müssen bis Februar fertig sein, so der Rathauschef. Dann gebe es eine circa zweimonatige Sperrpause für Arbeiten an der Oberleitung sowie an den Gleisen.

Fertig ist bereits die neue K 2117, die derzeit noch als Baustraße dient, sagt Frey. „Auch sie wird noch im ersten Quartal 2026 freigegeben.“ Was den geplanten Stadtbahnhalt angehe, sorgten fehlende Blocksignale und Probleme beim Bau eines  Verbindungsgleises im Bahnhof Neckarsulm für Verzögerungen. „Wir hoffen, dass der Stadtbahnhalt ab Dezember 2026 eingeschränkt angefahren werden kann.“ Der Zwischenausbau des B27-Knotens in Kochendorf solle ebenfalls noch in diesem Jahr starten und bis Ende 27 abgeschlossen sein. Die Baustelle erfolge unter Verkehr. Das Regierungspräsidium Stuttgart erstelle den Bauzeitenplan, so Frey. Die Stadt sei finanziell nicht involviert, aber der Anschluss „ist eine wichtige Verbindung für uns“.  Außerdem werde dieses Jahr noch am Anschluss des Campus an den Radschnellweg gearbeitet. 

Glück-Auf-Halle ist trotz Ärger qualitativ hochwertig geworden

Im Gegensatz zum Campusbau ist die Baustelle an der Glück-Auf-Halle kein Grund zur Freude für den Bürgermeister. „Das Kapitel wird 2026 endlich beendet sein.“ Nach dem langwierigen Umbau der Halle, gab es jetzt auch bei den Außenanlagen Verzögerungen. „Die Qualität der Halle ist aber sehr gut“, sagt Timo Frey. Der Streit mit dem Planungsbüro setze sich weiter fort.

Viel erfreulicher läuft der Bau der neuen Lindenberghalle. 2025 fand der Spatenstich statt, eine Hausmeisterwohnung ist abgerissen, das Baufeld vorbereitet, die Baugrube ausgehoben, die Bodenplatte vorbereitet, darunter sind Versorgungsleitungen verlegt. Der nächste Meilenstein ist die Grundsteinlegung am 25. Februar. „Das Projekt ist im Zeit- und Kostenrahmen“, berichtet Timo Frey.  

Haushaltskrise wirkt sich auch auf Bad Friedrichshall aus

Größere kommunale Projekte sind zunehmend schwierig umzusetzen. „Die Haushaltskrise steht über allem“, betont der Rathauschef. Die Gestaltung des städtischen Haushalts sei schwierig. Im Februar plane er die Einbringung im Gemeinderat, was für Bad Friedrichshall relativ spät ist. Die Verwaltung arbeite zum Beispiel auch an der Biotopverbund- oder der Wärmeplanung. Den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder kann die Stadt erfüllen. „Jetzt geht es noch um die Elternbeiträge“, sagt Timo Frey

Auf privaten Baustellen ist im vergangenen Jahr einiges passiert oder wird künftig noch passieren. Zum Beispiel soll der Abriss des Pfarrhauses an der Sebastianskirche in Kochendorf erfolgen. Dort ist ein moderner Neubau geplant. „Die Baugenehmigung ist da, aber die Kirche bestimmt, wann der Abriss stattfindet“, informiert Frey. Wie es auf der anderen Seite der Kirche weitergeht, sei aber noch unklar. Dort sollte ein Investor ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Auf der anderen Straßenseite ist das geplante Mehrfamilienhaus fertig.

Der Anbau des Hotels Schloss Lehen hat 2025 endlich eröffnet

Nach vielen Jahren Bauzeit mit Schwierigkeiten unter anderem wegen des Hochwasserschutzes ist nun der Anbau beim Hotel Schloss Lehen eröffnet worden. Durch die 72 zusätzlichen Zimmer wird die Kapazität des Hotels auf insgesamt etwas über 100 Zimmer erhöht. Um den Betrieb wirtschaftlich aufzustellen, sei das dringend notwendig, sagte Geschäftsführer Rainer Rudolf im Gespräch mit der Heilbronner Stimme. Und diene letztlich dem Erhalt des historischen Schlosses. Der Hotelbetrieb im Altbau allein reiche dafür nicht aus. Er investiere einen zweistelligen Millionenbetrag. Pro Hotelzimmer fielen Kosten zwischen 150 000 und 250 000 Euro an.

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