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Nach Hangrutschen: L528 zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim wird gesichert

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Zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim kommt es seit Jahren immer wieder zu Hangrutschen. Jetzt soll ein Stahlnetz mit Ankern die Böschung dauerhaft stabilisieren. Die Arbeiten laufen noch bis Anfang April.


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Die Landesstraße 528 zwischen Bad Wimpfen und dem Bad Rappenauer Ortsteil Heinsheim (Landkreis Heilbronn) gilt als idyllisch. Doch ein Abschnitt dieser Strecke birgt seit Jahren großes Gefahrenpotenzial. Immer wieder rutscht der Hang ab, die Straße muss gesperrt und geräumt, die Fahrzeuge über Hohenstadt und Zimmerhof umgeleitet werden.

Im Januar 2025 rutschte der Hang zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim zum letzten Mal

Damit das in Zukunft nicht mehr passiert, ist seit Anfang März schweres Gerät parallel zu den Bahngleisen im Einsatz. Das Ziel: die abgerutschten Bereiche der Böschung zu sichern – allerdings nicht mehr nur provisorisch. „Bei den aktuellen Arbeiten handelt es sich um eine dauerhafte Sicherung“, teilt die Pressestelle des Regierungspräsidiums (RP) Stuttgart auf Stimme-Nachfrage mit. „Neben dem Rutschungsbereich wurden auch weitere gefährdete Bereiche gesichert, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.“ Dafür wurden bereits zwischen März und Mai 2024 auf dieser Strecke Erkundungsbohrungen durchgeführt, die als Planungsgrundlage dienen sollten.

Noch bis Anfang April ist die Landesstraße 528 zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim wegen Hangsicherungsarbeiten gesperrt.
Noch bis Anfang April ist die Landesstraße 528 zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim wegen Hangsicherungsarbeiten gesperrt.  Foto: Elfi Hofmann

Doch die Natur macht letztendlich, was sie will. Im Januar 2025 kam es erneut zu einem Hangrutsch. Grund seien Wassermassen gewesen, die aus dem Erdhang drückten, so Bad Wimpfens Bürgermeister Andreas Zaffran damals. Zu Schaden kam niemand. Allerdings dauerten die Arbeiten aufgrund der schwierigen Witterung mit Temperaturen um den Gefrierpunkt länger als geplant. Vor allem der extrem durchnässte Untergrund machte Probleme.

Hangrutschungen zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim: Starkregen beeinflusst den Untergrund

Starkregen spielt in diesem Bereich immer wieder eine Rolle. „Für die Hangrutschungen sind die geologische Beschaffenheit des Untergrunds, sowie auftretendes Hang- und Schichtenwasser ursächlich“, so das RP. Diese drei Faktoren hätten maßgeblichen Einfluss auf die Standsicherheit von Böschungen. Insbesondere oberflächliche Rutschungen könnten ausgelöst werden, wenn sich die Parameter und damit das Gleichgewicht im Boden verändere.

Um in Zukunft für Verkehrssicherheit zu sorgen, kommt ein Stahlnetz zum Einsatz, das mit Ankern auf der Böschung befestigt wird. Bei den Ankern handele es sich um Stahlstäbe, die in vorgebohrte Löcher eingesetzt werden und anschließend mit Zementsuspension verfüllt werden, heißt es weiter: „Die Anker werden in einem definierten Raster in den Untergrund gebohrt.“ Das Stahlnetz soll in Verbindung mit den Ankern oberflächliche Rutschungen und Erosion verhindern. Außerdem helfen die Stahlstäbe, die Gesamtstandsicherheit der Böschung sicherzustellen. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf rund 150.000 Euro. 

Sperrung der L528 zwischen Bad Wimpfen und Heinsheim bleibt bis Anfang April bestehen

Der Bereich wurde für die Arbeiten im Vorfeld gerodet. „Durch das grobmaschige Netz ist ein erneuter Bewuchs möglich“, erklärt das RP. Somit entstehe keine Versiegelung wie es beispielsweise bei Spritzbetonsicherungen der Fall wäre. 

Mit der aktuellen Maßnahme ist es allerdings noch nicht getan. Man plane weitere Sicherungen entlang der Strecke. Diese werden dann vor allem an den talseitigen Straßenböschungen durchgeführt. Dafür werde eine erneute Sperrung der L528 erforderlich. Nähere Angaben zu den Sperrungszeiträumen können zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gemacht werden. Die aktuellen Arbeiten sollen bis zum 2. April abgeschlossen sein. So lange bleiben die Sperrung des Abschnitts und die großräumige Umleitung bestehen. 

Neben der wöchentlichen Streckenkontrolle soll das Sicherungsbauwerk einmal jährlich besichtigt werden. In einem Fünf-Jahres-Turnus findet eine einfache Prüfung statt, alle 15 Jahre eine Hauptprüfung, die intensiver ausfällt. 

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