Eberhard Birk als Bürgermeister von Löwenstein verabschiedet – „sehe vieles jetzt anders“
Der in den Ruhestand versetzte Eberhard Birk wird in der jüngsten Gemeinderatssitzung verabschiedet. Zu seiner Entscheidung und seinem gesundheitlichen Zustand findet der 59-Jährige deutliche und emotionale Worte.
Am 17. April 2024 trat Eberhard Birk als gewählter Bürgermeister für Löwenstein sein Amt an – zwei Jahre später, fast auf den Tag genau, wird er verabschiedet.
Feierliche Verabschiedung von Bürgermeister Eberhard Birk vor voll besetztem Gemeinderat in Löwenstein
In der Gemeinderatssitzung mit voll besetzen Zuschauerreihen dankte Bürgermeister-Stellvertreter Harald Koppenhöfer Birk für seine Dienste im Namen der Verwaltung, des Gemeinderats und des terminlich verhinderten Landrats Norbert Heuser, „auch für die Bereitschaft, dich der Herausforderung zu stellen und die Aufgabe anzunehmen“.
„Es war für mich eine Ehre, in diesem Amt tätig gewesen zu sein“, sagte Birk. Im Rahmen der Verabschiedung fand der 59-Jährige deutliche und emotionale Worte.
„Ich kann es nicht ändern“: Birk über Rücktritt, Gesundheit und Enttäuschung
In den eineinhalb Jahren nach Amtsantritt hatte Birk nach wiederkehrenden Krankheitsausfällen erkannt, das Bürgermeisteramt nicht ausfüllen zu können. Auf eigenen Antrag war er vorzeitig ausgeschieden und zum 1. März dieses Jahres in den Ruhestand versetzt worden. Bei seiner Verabschiedung ging Birk auch auf seinen derzeitigen Gesundheitszustand ein: „Ich bin noch nicht zu 100 Prozent fit, aber auf einem verdammt guten Weg dorthin.“

Ihm sei bewusst, „dass einige oder viele Wählerinnen und Wähler“, die ihn im Januar 2024 zum Nachfolger von Klaus Schifferer gewählt haben, „vermutlich enttäuscht sind, dass es mich so erwischt hat. Es hat mich auch enttäuscht, aber ich kann es nicht ändern.“ Er habe Sachen erlebt, „die ich in meinem bisherigen Berufsleben so nicht kennengelernt habe. Ich sehe vieles jetzt anders.“
Tiefe Verbundenheit zur Stadt – Birk bleibt Löwenstein treu
Die Entwicklung Löwensteins liege ihm am Herzen, die Stadt –sein Vater Ernst Birk war über 25 Jahre Bürgermeister von Löwenstein gewesen – bleibe für ihn emotionaler Bezugspunkt und Wohnort, betonte Eberhard Birk, der von seiner Frau Ann-Kathrin begleitet wurde. In der schwereren Zeit habe sie an seiner Seite gestanden und ihn nach Kräften unterstützt.
Es sei nun „ein ganz neues Gefühl“, an der Gemeinderatssitzung als Zuschauer teilzunehmen, so Birk. Vorherrschendes Thema ist derzeit die Bürgermeisterwahl. „Alle sind gespannt“, sagte Birk, der sich bewusst aus dem Wahlkampf heraushalte. Deshalb sei es auch kein Fingerzeig,Harald Koppenhöfer als Vertretung für seine Abwesenheit zu danken. Koppenhöfer ist aktuell Bürgermeisterkandidat, die Wahl findet am 3. Mai statt.
Würdigung und gute Wünsche
„Du warst und bist deiner Heimat Löwenstein verbunden geblieben“, sagte Koppenhöfer. Selbst als Birk berufsbedingt weggezogen war – von Haus aus ist er Politikwissenschaftler und Historiker – habe er den Kontakt in die Heimat gepflegt.
Seit Amtsantritt habe sich Birk viele Ziele und Aufgaben gesetzt, die er zügig habe angehen wollen, „um den hohen Erwartungen – auch deinen eigenen – gerecht zu werden“, so Koppenhöfer. Für die Zukunft wünsche er Birk und seiner Familie „Gesundheit und alles Gute“.
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