Bürgermeisterwahl in Löwenstein: Kandidaten stellen sich in Alter Kelter vor

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Die Löwensteiner stehen vor der Wahl: Am Mittwochabend präsentierten Harald Koppenhöfer und Frank Menzel ihre Pläne der Öffentlichkeit. Eine Analyse.

Von Armen Begic

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Lange bevor die Vorstellung der beiden Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 3. Mai in Löwenstein begann, füllte sich die Alte Kelter am Mittwochabend. Das Interesse war groß, über 200 Bürgerinnen und Bürger kamen, um Harald Koppenhöfer und Frank Menzel erstmals im direkten Vergleich zu erleben. Viele dürften auf einen Neuanfang hoffen, nachdem es in den vergangenen Jahren Wechsel an der Rathausspitze gegeben hatte.

Dementsprechend war die Spannung groß. Fragen waren an dem Abend allerdings keine zugelassen. Und auch zum direkten Vergleich kam es nicht, denn Koppenhöfer und Menzel durften bei der Rede des jeweils anderen nicht im Raum sein. Klar wird aber: Beide dürfen bei ihren Zielen noch konkreter werden.

Das Interesse an den Bürgermeisterbewerbern ist groß: Rund 200 Bürgerinnen und Bürger kamen zur öffentlichen Kandidatenvorstellung in die Alter Kelter in Löwenstein.
Das Interesse an den Bürgermeisterbewerbern ist groß: Rund 200 Bürgerinnen und Bürger kamen zur öffentlichen Kandidatenvorstellung in die Alter Kelter in Löwenstein.  Foto: Armen Begic

Bürgermeisterwahl in Löwenstein: Harald Koppenhöfer warb mit Erfahrung

Die Reihenfolge lege sich durch den Eingang der Bewerbung fest, erklärte Tobias Schock, zweiter Stellvertreter des Bürgermeisters. Und so war es an Harald Koppenhöfer, die Bühne zu betreten, der 54-Jährige hatte seine Bewerbung unmittelbar nach Fristbeginn abgegeben. Und auch bei der Vorstellung machte er deutlich: „Ich bin kein Freund von halben Sachen.“ Seine Expertise gründete der 54-Jährige aus dem Rittelhof im Folgenden vor allem auf Erfahrung in der Ortsgemeinschaft. „Vieles gehört für mich zum Jahresablauf“, sagte er über die Feste in der Stadt, dazu vier Jahrzehnte im Posaunenchor, der Dienst in der Feuerwehr und mehr als 25 Jahre in der Kommunalpolitik.

Bürgermeisterkandidat Harald Koppenhöfer präsentierte sich den Bürgern Löwensteins.
Bürgermeisterkandidat Harald Koppenhöfer präsentierte sich den Bürgern Löwensteins.  Foto: Armen Begic

Insbesondere aber die vergangenen eineinhalb Jahre, in denen er wiederholt den kürzlich aus dem Amt ausgeschiedenen Eberhard Birk vertreten habe. „Mir sind schonungslos alle Facetten der Arbeit vom Bürgermeister aufgezeigt worden.“ Woran es ihm fehlt, hole er bereits durch Verwaltungsseminare nach. Weder er noch die Bevölkerung würde dadurch „ins kalte Wasser geschmissen“, sagte Koppenhöfer, blieb in seinen Ausführungen aber allgemein.

Die Dorfgemeinschaften wolle er stärken, indem Senioren und Jugendliche eingebunden werden. Dazu gehörten auch „gute Rahmenbedingungen“ in den Vereinen. Für die Verkehrsanbindung zwischen den Teilorten wagte er keine konkreten Aussagen, sprach von einer „Abwägung von Bedarf und Angebotsmöglichkeiten“. Gleiches gelte auch für das Stadtentwicklungskonzept „Strategie Löwenstein 2045“: Er stelle sich die Stadt als einen mit der Region vernetzten Teil vor, der aber „ganz klar eigenständig“ sein sollte. Handlungsbedarf im Kleingewerbe und Strukturwandel in der Landwirtschaft gehörten gleichfalls dazu, neben weiteren Themen wie Abwasser und Katastrophenschutz, aber auch dem Ausbau des Tourismus. Die Aufzählung der vielen Themen sei „nicht abschließend“ und stelle „keine Priorisierung dar“.

Die Stimme begleitet die Bürgermeisterwahl mit einem eigenen Forum, bei dem den Kandidaten auf den Zahn gefühlt wird. Das Forum ist öffentlich und findet am Montag, 27. April, in der Alten Kelter statt. Beginn ist um 19 Uhr. Das Forum dauert etwa eineinhalb Stunden und wird moderiert von den Redakteuren Armen Begic und Anja Krezer.

Frank Menzel brachte den Blick von außen und Verwaltungserfahrung mit

Geradlinig sei sein Lebensweg nicht, sagte Gegenbewerber Frank Menzel gleich zu Beginn. „Ich bin froh darüber.“ Denn Heimat, das sei kein Ortsschild. Was ihn bewegt habe, nach fast 20 Jahren außerhalb Löwensteins zurückzukehren und nun zu kandidieren: „Tiefe Verbundenheit mit dieser Stadt.“ Die wolle er nun voranbringen, durch Erfahrung in der freien Wirtschaft, aber vor allem 13 Jahren in der Verwaltung: „Ich habe gesehen: Verwaltung funktioniert dann gut, wenn sie nicht nur Regeln verwaltet, sondern Menschen versteht.“ Die Jahre außerhalb Löwensteins habe er versucht nachzuholen, und in Gesprächen mit Menschen habe er sein Wahlprogramm entwickelt: „Ihre Ideen, ihre Sorgen und ihre Wünsche finden sich darin wieder.“

Bürgermeisterkandidat Frank Menzel stellte seine Ziele für Löwenstein vor.
Bürgermeisterkandidat Frank Menzel stellte seine Ziele für Löwenstein vor.  Foto: Armen Begic

Prioritäten werde er setzen müssen, dann lasse sich auch ein Plan verfolgen, der als Orientierung dienen soll, stellt Menzel seinen Zielen voran. Dabei arbeitete er ähnlich viele Bereiche ab wie sein Vorredner. Der Plan solle auch mit „einer kleinen Verwaltung“ umsetzbar sein, wenn „alle an einem Strang ziehen.“ Und beinhalte die Vereine als „Herz unserer Stadt“, aber auch einen „Jugendtreff“ sowie offene Angebote für die Gemeinschaft.

Weiterhin plane er, „Kleingewerbe“ anzusiedeln und „kurze Wege zwischen Menschen und Wirtschaft“ zu schaffen; welche „richtigen Rahmenbedingungen“ dafür notwendig seien, ließ er aber offen. Weniger Raum als zu anderer Gelegenheit nahmen etwa die Bereiche Tourismus und ein möglicher Bürgerbus ein, neu hingegen die Themen bezahlbarer Wohnraum und betreutes Wohnen. Das Potenzial Löwensteins sehe er jedenfalls noch nicht „in vollem Umfang“ genutzt.

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