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Feuer bei Kolbenschmidt in Neckarsulm: Wie gefährlich war der Rauch wirklich? 

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Nach dem Brand bei Kolbenschmidt in Neckarsulm hat eine Spezialeinheit der Feuerwehr die Schadstoffbelastung gemessen. Die Ergebnisse geben Aufschluss über die tatsächliche Gefahrenlage.


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Es blieb bei Sachschaden und einer Gefahrensituation, die die Einsatzkräfte rasch unter Kontrolle hatten: Bei dem Brand auf dem Gelände der Firma Kolbenschmidt-Rheinmetall in der Hafenstraße in Neckarsulm geriet am Montagabend gegen 20 Uhr eine Gießmaschine zur Herstellung von Motorblöcken in Vollbrand. Der Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich.

Eine weithin sichtbare Rauchsäule sorgte zunächst für Beunruhigung. Ein spezielles Umweltschutz-Team des Landkreises Heilbronn war bei Kolbenschmidt vor Ort, um die Gefahrenlage zu analysieren. „Es handelt sich dabei um eine besonders ausgebildete Einheit der Feuerwehr, die in der Lage ist, gängige Schadstoffe zu messen“, erklärt Andreas Zwingmann, Sprecher des Landratsamts. Im Landkreis Heilbronn werde diese Einheit von den Feuerwehren Neckarsulm, Lauffen und Leingarten gestellt.

Bei Bränden können unterschiedliche Schadstoffe gefährlich werden

Zwingmann erklärt: „Bei Bränden können je nach Brandgut unterschiedliche Schadstoffe freigesetzt werden. In diesem Fall hauptsächlich Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffe, Stickoxide, Reizgase sowie Ruß und Feinstaub.“ Die Konzentration der Schadstoffe sei direkt am Brandort am höchsten. Daher arbeite die Feuerwehr mit Atemschutz. 

„Mit der Entfernung verdünnen sich die Stoffe. Trotzdem kann es – je nach Stoff und Menge – zu Haut- oder Atemwegsreizungen kommen“, berichtet der Landratsamt-Sprecher. Besonders wichtig sei, dass der Geruch allein noch nichts über die Giftigkeit der Stoffe in der Luft aussagt. Bei Kolbenschmidt führten die Spezialkräfte am Montagabend vor allem Luftmessungen durch.

Feuer bei Kolbenschmidt in Neckarsulm: Schadstoff-Werte im unkritischen Bereich

Wie üblich, war die Spezial-Einheit der Feuerwehr bei dem Brand bei Kolbenschmidt in Neckarsulm vor Ort, um zu ermitteln, ob für die Einsatzkräfte oder die Bevölkerung eine Gefahr besteht. Je nach Situation und vermuteter Schadstoffe führen die Mitglieder der Einheit dann Messungen durch, die ein Chemiker als Fachberater des Landkreises im Anschluss auswertet.

Beim Brand bei Kolbenschmidt in Neckarsulm waren die Messungen unauffällig. Andreas Zwingmann: „Es wurden keine akuten gesundheitsgefährdenden Schadstoffkonzentrationen festgestellt.“ Der Rauch zog in Richtung Neckar über weitgehend unbewohntes Gebiet davon. „Durch die Verdünnung in der Atmosphäre lagen die Werte an den Messpunkten unterhalb der Nachweisgrenzen beziehungsweise im unkritischen Bereich“, erläutert der Sprecher des Landratsamts.

Brand bei Kolbenschmidt: Drohne liefert Grundlagen, um Feuerwehr-Einsatz zu planen

In der Einsatz-Berichterstattung war davon die Rede, dass die Spezialeinheit der Feuerwehr auch eine Drohne eingesetzt hatte. Zwingmann stellt klar: „Die Drohne wurde zur Lage-Erkundung eingesetzt, nicht zur Gefahrstoff-Messung. Die Luftbilder lieferten wichtige Informationen zum Schadensausmaß. Unter anderem, ob und wo die Dachhaut beschädigt ist.“ Weiterhin lieferte die Drohne Informationen zur Ausbreitung der Rauchwolke, um auf Grundlage dieser Daten die Gefährdung einzuschätzen und den Einsatz besser zu koordinieren.

Die Spezialeinheit für Messungen der lokalen Feuerwehren sei regelmäßig vor Ort, „wenn es um Einsätze mit gefährlichen Stoffen oder Gütern oder um Brände mit größerer Rauchentwicklung geht“, berichtet Andreas Zwingmann. Als Beispiele nennt der Sprecher Einsätze bei den Unglücken an der Jagst sowie an der Schozach vor einigen Jahren sowie große Brandeinsätze wie am Montagabend in Neckarsulm. 

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