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Rheinmetall: Wie geht es weiter bei KS Huayu Alutech in Neckarsulm?

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Rheinmetall und IG Metall haben eine Überleitungstarifvereinbarung für 3200 Beschäftigte der Division Power Systems in Deutschland vereinbart. In Neckarsulm gilt sie jedoch nicht für KS Huayu Alutech.


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Die Nachricht dürfte für Erleichterung bei den Mitarbeitern des Rheinmetall-Automotive-Bereichs gesorgt haben. Vergangenen Freitag meldeten der Düsseldorfer Rüstungskonzern und die IG Metall, dass mit einem sogenannten Überleitungstarifvertrag Sicherheit für die gut 3200 Beschäftigten der Division Power Systems in Deutschland geschaffen worden sei, wenn der Bereich wie geplant verkauft werde.

Kernpunkte der Einigung: Beschäftigungs- und Standortsicherung für drei Jahre nach dem Verkauf, gleiches gilt für die Tarifbindung, das heißt, Betriebsvereinbarungen und bestehende Regelungen bleiben auch nach dem Verkauf erhalten. Und schließlich eine Ergebnisbeteiligung für das zurückliegenden Geschäftsjahr 2025.

Rheinmetall schafft nicht bei allen Automotive-Beschäftigten Klarheit: Tarifwerk gilt für Neckarsulm

Doch wie sich am Freitagnachmittag herausstellte, gilt der Überleitungstarifvertrag nicht für alle Automotive-Beschäftigten bei Rheinmetall. In der Region betrifft die Einigung die rund 540 Mitarbeiter des Ersatzteilspezialisten Motor Service International (MSI) in Neuenstadt und die rund 50 Beschäftigten der KS Kolbenschmidt GmbH in Neckarsulm. Für das Joint-Venture KS Huayu Alutech, das alleine in Neckarsulm rund 900 Mitarbeiter beschäftigt, gilt das vereinbarte Tarifwerk hingegen nicht.

Das bestätigte ein Rheinmetall-Sprecher auf Stimme-Anfrage. Für KS Huayu Alutech, zu der auch der Werkzeugbau Walldürn mit knapp 50 Mitarbeitern und die KS Huayu Bearbeitungs GmbH in Langenhagen bei Hannover mit rund 200 Mitarbeitern gehören, werde „an einer separaten tragfähigen Zukunftslösung gearbeitet, die ebenfalls auf einem guten Weg ist“, teilte der Rheinmetall-Sprecher mit. Weitere Details nannte er aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht.

IG Metall: Auch für KS Huayu Alutech wurden Beschäftigungs- und Standortgarantie vereinbart

Wie Yvonne Möller, Erste Bevollmächtigte der IG Metall Heilbronn-Neckarsulm, der Stimme mitteilte, wurde für den Gusstechnikspezialisten KS Huayu Alutech ein Ergänzungstarifvertrag (ETV) abgeschlossen, der in der zurückliegenden Woche von den Mitgliedern verabschiedet wurde. Wie Möller betont, wurde auch in diesem Ergänzungstarifvertrag eine Beschäftigungsgarantie und eine Standortsicherung vereinbart. Allerdings mussten die Beschäftigten dafür auch finanzielle Opfer bringen, wie es bei ETV üblich ist. Wie es mit KS Huayu Alutech weitergeht, konnte Yvonne Möller nicht sagen, sie verweist auf Rheinmetall.

Übernehmen die Chinesen KS Huayu Alutech komplett?

Bei KS Huayu Alutech handelt es sich um ein Joint-Venture. Rheinmetall hält 50 Prozent an dem Auftragsfertiger für Gussteile (insbesondere Motorblöcke) und Leichtbaukomponenten, die andere Hälfte gehört dem chinesischen Autozulieferer Huayu Automotive Systems, einer Tochter der SAIC-Gruppe. Neben den deutschen Standorten betreibt KS Huayu Alutech auch sechs Standorte in China. Denkbar wäre, dass die Chinesen die 50 Prozent Anteile von Rheinmetall übernehmen und damit künftig das alleinige Sagen bei KS Huayu Alutech haben.

Den umgekehrten Fall, also dass Rheinmetall den Chinesen ihre Anteile abkauft, halten Beobachter für unwahrscheinlich. Schließlich hat Rheinmetall klar kommuniziert, dass es sich von seinem zivilen Geschäft trennen will, um sich ausschließlich auf die Rüstungssparte zu konzentrieren. Vor diesem Hintergrund würde eine Übernahme von KS Huayu Alutech keinen Sinn ergeben.

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