Grundstücke mit Privathaushalten müssen verpflichtend mindestens einen Bioabfallbehälter bestellen. Wer selbst kompostiert, kann sich auf Antrag von der Bioabfallbehälter-Pflicht befreien lassen, so die AWB. Der Befreiungsantrag kann gemeinsam mit der Bestellung der neuen Abfallbehälter oder auch zu einem späteren Zeitpunkt formlos gestellt werden.
Zu viele Fremdstoffe im Biomüll: Tonne bleibt im Landkreis Heilbronn auch mal stehen
Beim Biomüll gelten seit Mai 2025 neue Grenzwerte für Fremdstoffe. Obwohl die Regel schon 2024 eingehalten wurde, fielen im Landkreis Heilbronn hunderte Tonnen Störstoffe an.
Plastiktüten, Steine und Metall: All das hat im Biomüll auch im Landkreis Heilbronn nichts zu suchen. Von den 26.000 Tonnen, die hier über die braunen Tonnen im Jahr 2024 eingesammelt wurden, mussten 500 Tonnen wieder als Störstoffe aussortiert werden. Das sind in Summe zwei Gewichtsprozent.
Damit bleibt der Landkreis Heilbronn unter den schärferen Vorgaben, die seit Anfang Mai dieses Jahres gelten: „Bioabfälle dürfen in der Masse nicht über drei Prozent Fremdstoffanteil enthalten“, heißt es in der neuen Bioabfallverordnung.
Fremdstoffe haben im Biomüll auch im Landkreis Heilbronn nichts zu suchen
Etwa zehn Prozent Metalle, fünf Prozent verschmutzte Folien und 85 Prozent sonstige Restabfälle sind es, die aus dem Biomüll aussortiert werden. Zusätzliche Kosten fallen dabei zumindest für die Nutzer nicht an. „Die Entsorgung der Störstoffe ist bei den Verwertungsverträgen im Preis enthalten und wird deshalb grundsätzlich nicht gesondert abgerechnet“, versichert Beate Fischer, die Leiterin der Abfallwirtschaft (AWB) im Landkreis Heilbronn.

Die Biotonnen im Landkreis Heilbronn werden bereits seit Jahren systematisch und gebietsweise untersucht. „Insbesondere in Abfuhrbezirken mit eher schlechter Bioabfallqualität war zunächst ein Kontrolleur im Einsatz“, informiert Fischer. Bei zu vielen Fremdstoffen bleibt die Tonne auch mal stehen.
Detektionssysteme an Müllfahrzeugen im Landkreis Heilbronn spüren Metalle auf
Seit August 2024 lässt die AWB die Biotonnen durch Detektionssysteme an den Müllfahrzeugen prüfen. „Diese Kontrollen verbessern die Qualität deutlich.“ Diese Detektionssysteme spüren insbesondere Metalle auf. Dabei ist dies keine spezielle Heilbronner Errungenschaft: Die Detektionssysteme werden bundesweit eingesetzt. Steine, Plastik und anderer Restmüll müssen anderweitig herausgesiebt werden.
Der Weg des Bio-Mülls ist dabei folgender: Vergärung und zur Kompostierung. Der Bioabfall wird über die Biotonne gesammelt und in zwei Bioabfallverwertungsanlagen im Landkreis Heilbronn gebracht. Dies sind AKG in Pfaffenhofen und Bauer Kompost in Bad Rappenau.
Wie der Biomüll in Pfaffenhofen und Bad Rappenau wiederverwendet wird
Produziert wird Gas, das thermisch zur Energiegewinnung eingesetzt wird. Zudem entsteht bei der Vergärung in Gewichtsanteilen etwa ein Drittel Kompost und ein Drittel Flüssigdünger. Bei der Kompostierung wird aus dem Bioabfall etwa zur Hälfte Kompost. Störstoffe und andere Reste werden überwiegend als Restabfall entsorgt. Geringere Anteile können als Metalle verwertet werden.
An eine eigene Kompost-Anlage oder eine weitere Beteiligung zur Energiegewinnung werde derzeit nicht gedacht. „Der Landkreis Heilbronn hat in den Aufbau der Bioabfallverwertungsanlagen AKG in Pfaffenhofen und Bauer Kompost in Bad Rappenau investiert, um eine dezentrale Verwertung von Bioabfällen zu ermöglichen“, teilt Beate Fischer mit.
Für die Sammlung und die Verwertung des Baum- und Heckenschnitts wurde ein umfassendes Netz von 39 dezentralen und eingezäunten Häckselplätzen aufgebaut. „Die Verwertung des Bioabfalls und des Baum- und Heckenschnitts wird über Ausschreibungen an Dritte vergeben. Damit sind über viele Jahre gute Erfahrungen gemacht worden.“ Eine eigene Anlage oder Beteiligung sei aktuell nicht geplant.
Frist zur Bestellung der neuen Chip-Behälter im Landkreis Heilbronn bis 20. Mai verlängert
Der Landkreis Heilbronn stellt im kommenden Jahr auf eine leerungsbezogene Abrechnung um. Dafür werden neue Behälter mit einem elektronischen Behälteridentifikationssystem (Ident-Chip) benötigt. Die Frist zur Bestellung der neuen Mülleimer wird noch bis zum 20. Mai verlängert. Biotonnen gibt es mit 60, 120 oder 240 Litern Fassungsvermögen. Am neuen Sammelsystem gibt es Kritik.
23.000 Adressaten, die sich bisher noch nicht rückgemeldet haben, bekommen nun ein Erinnerungsschreiben. „Nicht angeschrieben werden hierbei die einzelnen Haushalte“, betont Beate Fischer, Leiterin des Abfallwirtschaftsbetriebs: „Die Gebührenfestsetzungen beziehen sich wie bisher direkt auf konkrete Grundstücke und deren Eigentümer.“ Insbesondere Hausverwaltungen wehren sich gegen ihre Zuständigkeit für die Behälterbestellung.
Nicht mehr benötigte Tonnen werden auf Wunsch Anfang 2026 eingesammelt oder können zu einem späteren Zeitpunkt bei den Entsorgungszentren Eberstadt und Stetten abgegeben werden, teilt die AWB mit.

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