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Vor dem SLK-Klinikum steht ein Stück Berliner Mauer: Das hat historische Gründe    

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Im Jahr 1962 entschied sich der Heilbronner Gemeinderat dafür, eine Straße nach einem Viertel in Berlin zu benennen. Der Name „Gesundbrunnen“ steht heute synonym für das Klinikum.


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Seit Ende Juni ist der neue Haupteingang des SLK-Klinikums am Gesundbrunnen in Betrieb. Wer darauf zuläuft, dem fällt womöglich linker Hand, in Richtung des alten Eingangs, eine bemalte 3,60 Meter hohe Betonstele auf, die auf einer gepflasterten Fläche steht. Es ist ein Stück der Berliner Mauer, die die Stadt zwischen 13. August 1961 und 9. November 1989 in Ost- und Westzone und in zwei Regime teilte.

Die Idee, das Stück Mauer in Heilbronn aufzustellen, stamme von Geschäftsführung und Aufsichtsrat, wie ein SLK-Sprecher sagt. Die Installation, die demnächst noch mit einer Erklärung versehen wird, soll symbolisieren: „Wir haben die Trennung überwunden.“   

Straßenname „Am Gesundbrunnen“ spiegelt Heilbronns Verbundenheit mit Berlin wider

Die deutsch-deutsche Geschichte ist der Grund dafür, dass die Straße, an der das Klinikum liegt, den Namen „Am Gesundbrunnen“ trägt. Während der Bauarbeiten für die Kinderklinik entschied sich der Heilbronner Gemeinderat im Juni 1962 für diesen Namen. Laut einem Gemeinderatsprotokoll von 1962 waren die Beweggründe für die Benennung die „starke Verbundenheit mit Berlin“ sowie die „Rücksicht auf die Psyche des Kindes“, wie es vom Heilbronner Stadtarchiv heißt.

Süffisant schreibt die Heilbronner Stimme im Juni 1962 dazu: „Möglicherweise ist ihnen auch nichts Besseres eingefallen.“ Fest steht: Der Name „Am Gesundbrunnen“ hat sich über die Jahrzehnte etabliert und wird häufig synonym für das dortige Klinikum, das größte des SLK-Verbunds, benutzt.  

Bis 1996 gab es den Klinikums-Standort an der Jägerhausstraße 

1962 war lediglich der Neubau der Heilbronner Kinderklinik auf diesem Areal untergebracht. Erst nach und nach zog der komplette Krankenhausbetrieb schrittweise an den Gesundbrunnen – noch bis 1996 wurde der Standort in der Heilbronner Jägerhausstraße betrieben, der seit 1952 als Gesamt-Standorte der Städtischen Krankenanstalten fungierte. 

Der Berliner Gesundbrunnen lag damals im Westen der geteilten Stadt und gehörte zum Bezirk Wedding, einem Arbeiterviertel, das direkt an den Ost-Berliner Bezirk Mitte grenzte. Der bekannte Grenzstreifen entlang der Bernauer Straße verlief genau an dieser Grenze zwischen Gesundbrunnen (West) und Mitte (Ost). Das Gewann, auf dem der heutige Gesundbrunnen in Heilbronn liegt, heißt Nonnenbuckel. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Klinikum ist gerade das neue Wohnquartier Hochgelegen mit über 500 Wohneinheiten entstanden.

In Baden-Württemberg stehen weitere Teile der Berliner Mauer, sie sind aber auch über die ganze Welt verteilt. Standorte sammelt das Projekt www.the-wall-net.org

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