Beamter bestechlich? Staatsanwaltschaft Heilbronn ordnet Durchsuchung und Festnahme an
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat eine Hausdurchsuchung und Festnahme eines Beamten im Fall der Soko „Frost“ angeordnet. Der Verdacht: Bestechlichkeit und Verletzung von Dienstgeheimnissen.
Nach einer versuchten Tötung in Tamm und Schüssen in Ludwigsburg ermittelt seit Mai 2025 die Sonderkommission „Frost“. Die gemeinsamen Ermittlungen führen die Staatsanwaltschaften in Heilbronn und Ludwigsburg sowie die Polizeipräsidien Stuttgart und Ludwigsburg.
Nun gab es eine weitere Festnahme der Soko „Frost“, die von der Heilbronner Staatsanwaltschaft angeordnet wurde. Das geht aus einer Mitteilung hervor. Demnach ist der Beschuldigte ein Beamter der Finanzverwaltung. Es gebe den „dringenden Verdacht“, dass dieser Halterabfragen mithilfe von Kennzeichen durchgeführt und die Erkenntnisse weitergegeben hat. Dadurch seien „möglicherweise Ermittlungsmaßnahmen gefährdet“ worden, heißt es in der Mitteilung weiter.
Staatsanwaltschaft Heilbronn lässt Haus und Arbeitsplatz durchsuchen – Beamter festgenommen
Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat deshalb beim Amtsgericht beantragt, die Wohnung und den Arbeitsplatz des Beschuldigten zu durchsuchen. Die Durchsuchungen haben am Dienstag (3. Februar) stattgefunden. „Der Beschuldigte wurde am selben Tag dem zuständigen Haftrichter vorgeführt, der den Haftbefehl aufrechterhielt.“ Der Tatverdächtigte sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Weitere Auskünfte gebe es aktuell aus ermittlungstaktischen Gründen nicht, heißt es in der Mitteilung. Auf Stimme-Anfrage werden ebenfalls keine weiteren Details genannt.
Mehrere Fälle in Baden-Württemberg beschäftigen Soko „Frost“
Die Soko „Frost“ hat bereits in der Vergangenheit zu mehreren Durchsuchungen bei vier Beschuldigten geführt. Die Tatverdächtigen sollen die versuchte Tötung in Tamm am 12. Mai 2025 beauftragt beziehungsweise unterstützt haben. Dabei wurde ein 23-Jähriger lebensgefährlich verletzt. Die Beschuldigten sollen demnach einen versuchten Mord angestiftet oder dabei geholfen haben.
Ob weitere Taten mit dem Fall zusammenhängen, wird geprüft. Nach einem Bericht der „Stuttgarter Zeitung“ sollen Opfer und Verdächtige im Tammer Fall jeweils einem Security-Unternehmen angehören und polizeibekannt sein.

Stimme.de