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Betrugsmasche
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Fake-Insolvenzkanzleien locken mit Billig-Angeboten – Vorsicht vor Internet-Falle

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Angebliche Kanzleien bieten Waren aus vermeintlichen Insolvenzverfahren an – und das auffällig günstig. Darauf hereinzufallen, ist nicht die größte Gefahr dieser Betrugsmasche. 


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Auf den ersten Blick sieht es seriös aus – und die Aussicht auf ein Schnäppchen lässt manche Menschen unvorsichtig werden. „Derzeit häufen sich Betrugsfälle, bei denen sich Täter als Mitarbeiter von Kanzleien für Insolvenzrecht ausgeben und Unternehmen sowie vereinzelt auch Privatpersonen anschreiben“, berichtet das Polizeipräsidium Stuttgart. Ziel der Masche: Waren verkaufen, die in der Regel nie geliefert werden. 

Vorsicht vor unseriösen Insolvenz-Angebote von Fake-Kanzleien

Tatsächlich häufen sich in Baden-Württemberg derzeit Insolvenzverfahren – sowohl bei Unternehmen als auch bei Privatpersonen. Das Vorgehen der Kriminellen gestaltet sich zum Beispiel folgendermaßen: Die vermeintlichen Kanzleien bieten Waren aus angeblichen Insolvenzabwicklungen an. Bildschirme oder andere elektronische Geräte werden besonders günstig angeboten.

Im Februar fiel ein Geschädigter laut Polizei Stuttgart auf Betrüger herein – und überwies 700 Euro für einen Bildschirm. „Ein weiteres Unternehmen erhielt von derselben vermeintlichen Kanzlei ein Angebot über Waren im Wert von rund 30.000 Euro, erkannte den Betrug jedoch noch rechtzeitig vor einer Zahlung“, erklärt die Polizei Stuttgart.

Insolvenz-Masche: Betrüger im Internet verlangen Ausweiskopien

In einigen Fällen der Betrugs-Insolvenzkanzleien verschicken die Täter seriös aufgemachte Produkt-Kataloge per E-Mail. Auch die damit in Verbindung stehenden Webseiten wirken professionell. Besonders dreist: Im Impressum der Seiten sind immer wieder auch real existierende Unternehmen genannt. Zudem sind die Täter teilweise über örtliche Festnetznummern erreichbar – das wirkt glaubwürdig.

Die Polizei Stuttgart erklärt in einer Mitteilung: „Im weiteren Verlauf verlangen die Täter regelmäßig den Versand von Ausweisdokumenten, etwa zur angeblichen Vertragsabwicklung. Diese Ausweiskopien werden nach bisherigen Erkenntnissen oftmals für weitere Betrugshandlungen missbraucht.“ 

Genaue Prüfung von Angeboten schützt Verbraucher vor Internetbetrug

Um nicht auf Betrugs-Insolvenzkanzleien hereinzufallen, ist es sinnvoll, Angebote aus angeblichen Insolvenz-Verfahren sehr genau zu prüfen. Hierbei bietet sich zum Beispiel eine Internetrecherche zum angeblichen Anbieter der Waren an.

Das zuständige Amtsgericht führt aktuell laufende Insolvenzverfahren offiziell. Auf der Webseite www.insolvenzbekanntmachungen.de sind Insolvenzverfahren und -verwalter registriert. Schon bei geringen Zweifeln sollte man auf Nummer sicher gehen – und nicht auf das Angebot eingehen.

Zudem sollte man keinesfalls Bilder oder Kopien von Ausweisdokumenten versenden. Die Polizei Stuttgart betont: „Grundsätzlich gilt: Wenn ein Angebot zu gut ist, um wahr zu sein, ist es meist nicht echt.“ Falls man betroffen ist, sollte man schnellstmöglich Anzeige bei der Polizei erstatten sowie umgehend die Bank kontaktieren und mögliche Rückbuchungen prüfen. Auch den Kontakt zu den Tätern sollte man sofort unterbrechen.

Bislang keine Betrugsfälle mit Fake-Insolvenzkanzleien im Raum Heilbronn

Beim Heilbronner Polizeipräsidium seien solche Betrugsverfahren mit angeblichen Insolvenzkanzleien bislang nicht bekannt, berichtet Manuel Unser, Sprecher der Heilbronner Polizei. Allerdings gab es im Raum Heilbronn kürzlich ein fragwürdiges Vorgehen in Bezug auf die inhaltliche Gestaltung einer Online-Domain: Eine Seite des Landkreises Heilbronn, die vermeintlich über Müllmarken informieren sollte, macht stattdessen Werbung für unseriöse Online-Casinos

Vor allem Sportfans in der Region beschäftigt derzeit allerdings ein sehr wohl existierendes Insolvenzverfahren: Die Profi-Eishockey betreibende Heilbronner Falken GmbH & Co. KG ist zahlungsunfähig.

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