Zahl der Insolvenzen in Baden-Württemberg gestiegen – mit Fällen in Heilbronn-Franken
Über 2700 Unternehmen sind in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr pleitegegangen. Das ist eine traurige Bestmarke: Dieser Wert wurde in den vorangegangenen 15 Jahren nie erreicht. Auch in Heilbronn-Franken gab es mehrere Fälle.
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Baden-Württemberg hat einen Rekordwert erreicht: 2706 Fälle wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes 2025 registriert. Einen derart hohen Wert gab es noch nie seit 2010. 2490 Fälle stellten damals einen Höchstwert im Land dar, seit die Insolvenzordnung 1999 in Kraft trat und auch Privatinsolvenzen möglich wurden. Auch in der Region Heilbronn-Falken kam es zu einigen Firmenpleiten.
Zahl der Insolvenzen steigt: Diese Branchen waren besonders stark betroffen
Unter allen Wirtschaftsbereichen entfielen, wie bereits in den vergangenen Jahren auch, mit 459 Anträgen die meisten Insolvenzen auf das Baugewerbe, teilt die Behörde mit. Gegenüber dem Vorjahr war dies ein Zuwachs von 20 Insolvenzanträgen oder 4,6 Prozent. An zweiter Stelle folgte der Handel mit 384 Anträgen, was gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres ein Plus von 28 Verfahren oder 7,9 Prozent war. Zahlenmäßig besonders betroffen war innerhalb des Wirtschaftszweiges der Einzelhandel (171 Insolvenzverfahren), gefolgt vom Großhandel (147 Verfahren), so die Statistiker weiter. Der Kfz-Handel war im Jahr 2025 mit 66 Insolvenzverfahren zwar deutlich seltener von Insolvenz betroffen als die beiden anderen Bereiche des Handels, allerdings war hier gegenüber dem Vorjahr der Anstieg mit 29,4 Prozent besonders hoch.
Seit 2021, als in der Corona-Pandemie besondere Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen galten, steigen die Insolvenzzahlen an. 2024 wurden bereits 2445 Pleiten registriert und damit erstmals seit 2013 wieder mehr als 2000.
So viele Beschäftigte waren von den Insolvenzen betroffen
Die Zahl der Privatinsolvenzen erreichte mit 12.222 den höchsten Wert seit 2011. Im Jahr 2025 wurden somit insgesamt in Baden-Württemberg 14.928 Insolvenzverfahren, also Unternehmens- und Privatinsolvenzen, beantragt. Das waren 1.597 Verfahren oder zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubiger summierten sich auf fast 5 Milliarden Euro. Insgesamt 22.433 Arbeitnehmer waren 2025 von Unternehmensinsolvenzen betroffen.
Mehrere Insolvenzfälle auch in Heilbronn und Umgebung
In Heilbronn-Franken zählen zu den größten Fällen die Insolvenzen in den folgenden Firmen:
- die Zeitarbeitsfirma Bera, deren Betrieb soeben von der Heilbronner Firma Jobhaus übernommen worden ist
- der Maschinenbauer Ceracon in Weikersheim
- der Maschinenbauer Vollert
- der Campingausrüster Herzog
In allen diesen Fällen wurde eine Fortfühungslösung gefunden.
Kein Überleben gab es hingegen für Firmen wie den Sicherheitstechnik-Hersteller Bornack in Ilsfeld, für den Fassadenexperten Duda Bau aus Heilbronn-Böckingen und für den Saftproduzenten Hohenloher Fruchtsäfte. Aber auch kleinere Unternehmen überlebten die Insolvenz und fanden Investoren, etwa der Spielwarenhändler HCM Kinzel, der Aluverarbeiter Mastel oder der Elektrofahrzeug-Anbieter Econelo. Nicht immer jedoch wurden dabei die hiesigen Standorte weitergeführt.
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