Es bleibt dabei: Die KV-Notdienstpraxis in Brackenheim schließt
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Wie geht es weiter mit der medizinischen Versorgung im Zabergäu? Nach einer Info-Veranstaltung ist klar: Ab Ende 2025 müssen Patienten nachts und am Wochenende weiter fahren.
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Die Praxis des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Brackenheim wird am 30. November 2025 geschlossen. Die Patienten sollen sich danach auf die Praxen in Heilbronn und Bietigheim-Bissingen verteilen. Die Arztstunden dort werden in diesem Zuge um vier beziehungsweise fünf Stunden aufgestockt.
18 KV-Praxen in Baden-Württemberg schließen: Aus der Brackenheimer Notfallpraxis endgültig besiegelt
Damit bleibt es bei den seit Monaten heftig umstrittenen Plänen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), 18 Notdienst-Standorte in ganz Baden-Württemberg zu schließen. Ein anderes Ergebnis war schon aufgrund des kurz vor der Weihnachtspause anberaumten Termins für die Verkündung der Detailpläne nicht zu erwarten gewesen.
In einer Art Motivationsrede versuchte Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) das aus Bürgermeistern, Landräten, anderen kommunalen Vertretern und Ärzten bestehende Publikum im Neuen Schloss in Stuttgart zu besänftigen. „Wir benötigen diese Reform, wir haben gar keine andere Möglichkeit“, so Lucha. Und sie müsse zügig kommen, „es macht keinen Sinn, das über Monate hinzuziehen“. Stattdessen, so appellierte der Minister, „müssen wir die Kräfte bündeln, auch in Kooperationen mit Klinikstrukturen“. Konkreter wurde er nicht. Ideen wie die, einen gemeinsamen Tresen von Klinik und Bereitschaftspraxis der niedergelassenen Ärzte einzurichten, wurden nicht diskutiert.
KV-Notdienstpraxis in Brackenheim schließt: Heilbronn hofft auf Modellversuch für gemeinsamen Tresen
Ein solches Modell würde bedeuten, dass eine medizinische Fachkraft an zentraler Stelle die Beurteilung der Patienten nach Behandlungsbedarf vornimmt und sie in die richtige Behandlungsebene schickt. Patienten müssten dann nicht mehr selbst entscheiden, ob sie ein Fall für die Klinik-Notaufnahme oder den Bereitschaftsdienst sind oder einfach abwarten können.
Auf solch eine Lösung hoffen die Vertreter aus der Region Heilbronn. Brackenheims Bürgermeister Thomas Csaszar sagte kurz vor der Veranstaltung, es müsse klar sein, wie die 8000 zusätzlichen Patienten aus Brackenheim künftig gut behandelt werden. In den aktuellen Strukturen bei SLK sei das nicht gewährleistet.
Knapp ein Jahr Zeit, um für Brackenheim Übergang zu organisieren
„Es geht nur gemeinsam“, ist das Credo von SLK-Chef Thomas Weber, der ebenfalls gekommen war. In der Region hoffe man auf einen Modellversuch, um den gemeinsamen Tresen von KV und Klinik zu testen. Man wolle „alles ausloten, um gute Strukturen hinzubekommen“, sagte auch Landrat Norbert Heuser. Es sei zumindest erfreulich, dass ein Jahr Zeit sei, um im Verbund eine gute Lösung hinzubekommen. Heuser will die Struktur der Kommunalen Gesundheitskonferenz in der Region wiederbeleben, um die Umbrüche in der medizinischen Versorgung insgesamt zu adressieren.
Erst System verbessern, dann Strukturen ändern, fordert BWKG-Chef Einwag
Lauten Applaus erntete Matthias Einwag, der Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft BWKG, der ebenfalls auf dem Podium saß. Er plädierte dafür, „erst eine bessere Steuerung zu etablieren“, zum Beispiel über einen Ausbau des telemedizinischen Angebots der KV, und „dann die Strukturen anzupassen“. Dem widersprach Lucha vehement. „Wir müssen vorausgehen, wir können nicht mehr warten.“ Es müsse aber ein kontinuierliches Monitoring und Nachsteuern bei Bedarf geben, so der Minister.
KV-Chef Karsten Braun sagte, ein „Weiter-so wäre völlig unverantwortlich, wir müssen vorausschauend handeln und vor die Welle kommen“. Nicht der Bereitschaftsdienst sei das Problem, sondern die Regelversorgung aufrechtzuerhalten. Schon jetzt fehlen laut KV knapp 1000 Hausärzte. Das Delta werde perspektivisch um weitere 2000 wachsen.
„Zukunftskonzept 2024+“ war der Plan überschrieben, den die KV-Chefs Doris Reinhardt und Karsten Braun vor mehreren hundert Gästen im Neuen Schloss in Stuttgart vorstellten. Der Termin war als Informationsveranstaltung angekündigt, viel Zeit für eine Aussprache blieb nicht. Die KV-Spitze kündigte an, in den betroffenen Regionen über die Umstellung informieren zu wollen – allerdings erst in zeitlicher Nähe zu den Schließungen. Außerdem soll es eine Info-Kampagne geben, die Patienten über richtige Anlaufstellen informiert.
Zu diesen Terminen sollen die betroffenen Praxen laut KVBW schließen:
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