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Nahost-Krieg
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„Wir haben Raketen fliegen sehen“ – Tourist aus Steinheim sitzt in Dubai fest

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Ein 35-Jähriger aus der Region Heilbronn macht in Dubai Urlaub. Dann bekommt er Warnungen wegen des Nahost-Kriegs, sieht Raketen. In Todesangst hat er sich bereits von seiner Familie in Deutschland verabschiedet. 


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Dass der grundsätzlich gelungene Dubai-Urlaub gemeinsam mit einem Kollegen so enden würde, hätte ein 35-Jähriger aus Steinheim an der Murr (Landkreis Ludwigsburg) auch nicht erwartet. Die Angriffe von Israel und den USA auf Iran und die daran anschließenden Gegenschläge, die auch das Emirat am Persischen Golf betreffen, haben zur Folge, dass der Familienvater in seinem Hotel festsitzt.

„Am Samstag haben wir wirklich Panik bekommen“, berichtet der Steinheimer. Auf Arabisch haben die Touristen Warn- und Gefahrenmeldungen auf ihre Smartphones geschickt bekommen. „Wir wussten nicht, wie bedrohlich die Situation ist und ob wir möglicherweise in Lebensgefahr schweben. Ich habe Kontakt mit meiner Familie daheim aufgenommen und mich schon mal verabschiedet“, schildert der Versuchstechniker emotional.

Nach Angriffen auf Iran: Tourist sieht Raketen in Dubai

Nach den bloßen Meldungen wurde die Bedrohung auch physisch wahrnehmbar. „Wir haben Raketen fliegen sehen und mehrmals einen Knall gehört. Drei am Samstag, vier am Sonntag“, berichtet der 35-jährige Dubai-Tourist. Zu Einschlägen sei es nicht gekommen, da die Raketen abgefangen worden seien.


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Von dem Einstellen des Flugverkehrs waren er und sein Begleiter zunächst nicht direkt betroffen. „Wir wollten erst am Dienstag um 18 Uhr Ortszeit zurück nach Stuttgart fliegen. Am Samstag haben wir bei der Fluggesellschaft zunächst noch online eingecheckt. Dann bekamen wir die Info, dass der Flug storniert sei.“ Andere Touristen aus demselben Hotel, die frühere Flüge gebucht hatten, seien allerdings vom Flughafen in die Unterkunft zurückgekehrt. „Das Hotel ist sehr gefüllt“, berichtet der Steinheimer.

Nahost-Krieg: Touristen in Dubai wissen nicht, wie es weitergeht

Nun sitzen er, sein Begleiter und die weiteren Dubai-Touristen aus aller Welt wie auf glühenden Kohlen. Der Informationsfluss, gerade seitens des Reiseveranstalters, sei spärlich. Auch vom Auswärtigen Amt gebe es keine verlässlichen Aussagen. „Niemand weiß genau, wie es weitergeht und wie sich der Konflikt weiterhin entwickeln wird. Gerade vom Reiseveranstalter bin ich sehr enttäuscht. Da hätte ich mir mehr Unterstützung gewünscht.“

Sekündlich könnte es etwas Neues geben. „Viele der Menschen im Hotel trauen sich kaum, das Gebäude zu verlassen. Aus Angst, neue Maßnahmen zu verpassen.“ Gibt es Sonderflüge? Werden die Touristen mit Bussen aus dem Land in sichereres Gebiet gebracht? Die deutschen Touristen vor Ort wissen es nicht.

Iran-Konflikt: Leben in Dubai stark eingeschränkt

Aufgrund des derzeitigen Iran-Konflikts sei das öffentliche Leben in Dubai laut dem Tourist aus Steinheim zwar eingeschränkt, ganz zum Stillstand sei es aber nicht gekommen. Einzelne Restaurants und Attraktionen seien geschlossen. „Ein Großteil der Angebote in der Nähe des Hotels ist noch nutzbar. Aber die Straßen sind wie leergefegt“, sagt der Steinheimer. Seit Sonntag sei es auch ruhig. Von Kriegshandlungen oder Raketen haben der 35-Jährige und sein Begleiter am Montag nichts wahrgenommen.

Der Tourist aus Steinheim: „Derzeit fühlen wir uns im Hotel wirklich sicher. Wir hoffen, dass es seitens des Irans nicht zu weiteren Gegenschlägen kommt und der Konflikt nicht weiter eskaliert.“ Der 35-Jährige hofft zudem, dass er bis zum kommenden Wochenende wieder bei seiner Familie in Deutschland ist. Zwischenzeitlich vertreibt er sich die Zeit mit Spaziergängen und Ausflügen zum nahen Strand. „Wir können nur abwarten.“ Bis zur Warnung hat ihm der Urlaub gefallen. „Ich liebe die Lebensfreude in Dubai“, sagt der Steinheimer.

Iran-Konflikt hat viele internationale Auswirkungen

Zwischenzeitlich wurde bekannt, dass ab Montagabend, 2. März, in Dubai wieder eingeschränkt Flugverkehr möglich sein soll. Diese Informationen sind zu den Touristen in dem Hotel des Steinheimers noch nicht durchgedrungen. Wer demnächst in den Nahen Osten reist, sollte zudem einiges beachten

Auch weitere Menschen aus der Region sind aufgrund des Nahost-Konflikts in ihrer Mobilität eingeschränkt. Beispielsweise sitzt Nicole Graf, Rektorin der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) in Heilbronn, nach einer Konferenz in Asien zunächst in Hongkong fest. Und auch auf das Künzelsauer Handelsunternehmen Würth wirkt sich der Nahost-Konflikt aus.

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