Explosionen in Dubai und Tod des iranischen Staatsführers – was in der Nacht geschah
Am Samstagmorgen greifen die USA und Israel den Iran an. Dieser schlägt zurück und feuert Raketen auf US-Verbündete ab. Auch in der Nacht auf Sonntag dauern die Kämpfe an. Ein Überblick.
Nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran in der Nacht auf Sonntag mehrfach US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Am Flughafen in Dubai gibt es Verletzte. Gleichzeitig bestätigen iranische Medien in der Nacht den Tod des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Ein Überblick über die wichtigsten Ereignisse der Nacht.
- Iranische Staatsmedien bestätigen Tod Chameneis
- Iran fordert Rache nach Tod von Staatsoberhaupt Chameneis
- Raketenangriffe auf Israel dauern in der Nacht an
- Angriffe auf US-Verbündete – hier kam es zu Explosionen
- Internationaler Flughafen Dubai mutmaßlich von Rakete getroffen – vier Verletzte
- Brand in Luxushotel in Dubai – keine Verletzten
- Trump warnt vor Vergeltungsschlägen des Irans
- Ausschreitungen wegen Nahost-Eskalation in Bagdad
Nahost-Konflikt eskaliert: Iranische Staatsmedien bestätigen Tod Chameneis
Iranische Staatsmedien haben den Tod von Staatsoberhaupt und Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei bestätigt. Er sei als „Märtyrer“ getötet worden, berichteten unter anderem die iranischen Nachrichtenagenturen Irna und Fars. Nach Angaben aus Israel sind auch führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden.
Iran fordert Rache nach Tod von Staatsoberhaupt Chameneis
Daraufhin hat5ten Irans Revolutionsgarden Rache für den Tod von Chamenei angekündigt. „Die Mörder des Imams der Nation werden einer harten, entschiedenen und abschreckenden Strafe nicht entgehen“, heißt es in einer von der libanesischen Hisbollah-Miliz verbreiteten Erklärung der Elitestreitmacht des Irans.
Die Revolutionsgarden, die Streitkräfte der Islamischen Republik und die Basidsch-Milizen würden „inneren und äußeren Verschwörungen entschieden entgegentreten“ und die Aggressoren „mit einer abschreckenden und beispielhaften Antwort bestrafen“, heißt es in der Erklärung weiter.
Raketenangriffe auf Israel dauern in der Nacht an
Nach Angaben des israelischen Militärs habe der Iran immer wieder Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert. Die Abwehrsysteme seien aktiviert, um sie abzuwehren, teilte die Armee mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in die Schutzräume zurückzukehren. In mehreren Gebieten des Landes heulten die Sirenen. In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen Raketenangriffen des Erzfeindes Iran in die Schutzräume eilen.
Angriffe auf US-Verbündete – hier kam es zu Explosionen
Gleichzeitig feuerte der Iran auch Raketen auf die arabischen Golfstaaten und US-Verbündete ab. Dort waren erneut Explosionen zu hören. Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.
Nach Angaben des Innenministeriums sei in einem Industriegebiet beim Abfangen einer Rakete ein kleiner Brand durch herabfallende Trümmerteile entfacht worden. Es seien keine Verletzten gemeldet worden.
Auch in Manama, der Hauptstadt von Bahrain wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet. Sie ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.
Internationaler Flughafen Dubai mutmaßlich von Rakete getroffen – vier Verletzte
Bei einem mutmaßlich iranischen Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen von Dubai sind vier Menschen verletzt worden. Das Medienbüro der Metropole bestätigte einen „Vorfall“, bei dem vier Mitarbeiter verletzt worden seien. In einer der Wartehallen des Flughafens in den Vereinigten Arabischen Emiraten habe es geringe Schäden gegeben. Die meisten Terminals des Flughafens, der zu den wichtigsten Knotenpunkten für Flugreisende im Nahen Osten zählt, seien vorab aber bereits geräumt worden.
Nutzer teilten Videos in sozialen Medien, die zeigen sollen, wie eine Halle des Flughafens geräumt wird. Darin gehen Menschen zügig in eine Richtung – offenbar zum Ausgang. Es sind aber weder Feuer noch Szenen etwa von großer Panik zu sehen. Der Betrieb an dem Flughafen war zuvor wegen der militärischen Eskalation in der Region schon ausgesetzt worden.
Medienberichten zufolge soll auch der internationale Flughafen in Bahrain von einer Drohne getroffen worden sein. Es gebe aufgrund des Angriffs auf den Flughafen nahe der Hauptstadt Manama keine Todesopfer, erklärte das Innenministerium auf der Plattform X. Das Gelände werde gesichert. Das Ministerium nannte zunächst keine weiteren Details.
Brand in Luxushotel in Dubai – keine Verletzten
Auch das bekannte Luxushotel in Dubai wurde mutmaßlich getroffen. An der äußeren Fassade des Hotels Burj al Arab, ein mehr als 300 Meter hoher Wolkenkratzer auf einer künstlichen Insel, sei es zu einem „kleinen Brand“ gekommen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Zivilschützer hätten umgehend reagiert und das Feuer unter Kontrolle gebracht, hieß es. Verletzte habe es nicht gegeben. Ein Video des Vorfalls zeigte ein Feuer, das in der Nacht über mehrere Stockwerke an einer Außenwand des Hotels brennt.
Der Wolkenkratzer, der ungefähr so hoch ist wie der Pariser Eiffelturm, gilt mit seiner Silhouette in Form eines Segels als ein Wahrzeichen von Dubai. Es ist auch eines der teuersten Hotels in Dubai. Kosten für ein Zimmer pro Nacht beginnen ab umgerechnet rund 800 Euro. Eine Suite kann pro Nacht umgerechnet bis zu 20.000 Euro kosten.
Trump warnt vor Vergeltungsschlägen des Irans
US-Präsident Donald Trump hat den Iran nach den amerikanisch-israelischen Luftangriffen vor Vergeltungsschlägen gewarnt. „Das sollten sie besser nicht tun“, schrieb der Republikaner in Großbuchstaben auf der Plattform Truth Social. Sollte das passieren, werde man „mit einer noch nie zuvor gesehenen Stärke“ zurückschlagen.
Ausschreitungen wegen Nahost-Eskalation in Bagdad
Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei haben Demonstranten in der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen. Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf.
Die Demonstranten versuchten demnach, die Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.
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