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Landtagswahl: Analyse zum Ergebnis im Wahlkreis Heilbronn

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Im Landtags-Wahlkreis Heilbronn haben die Grünen am Sonntag mit 30 Prozent ihr bislang bestes Ergebnis erzielt. Innenminister Thomas Strobl konnte der CDU bei der Landtagswahl keinen neuen Schwung verleihen. Eine Analyse.

Grün ist die dominierende Farbe im Wahlkreis Heilbronn. Mit dem Rekordergebnis von exakt 30 Prozent sicherte sich Susanne Bay nach 2016 erneut das Landtags-Direktmandat und fügte der CDU mit Innenminister Thomas Strobl (60) eine empfindliche und bittere Niederlage zu, die in dieser Deutlichkeit vor dem Wahlsonntag niemand erwartet hatte. Die Grünen setzten damit zum dritten Mal in Folge ihren politischen Aufschwung fort, der 2011 mit 21,5 Prozent begonnen hatte. Allerdings schnitten die Grünen 2,8 Prozentpunkte schlechter ab als im Land.

Seit 2006 geht es mit der CDU bergab

Wie unangefochten dennoch der Siegerplatz von Susanne Bay (56) ist, belegt die Tatsache, dass sie in Heilbronn und den zum Wahlkreis gehörenden Kommunen Flein, Leingarten, Nordheim und Talheim die CDU deutlich hinter sich lassen konnte. Die Abstände lagen zwischen 4,9 und 8,3 Prozentpunkten. Grünen-Hochburg war mit 31 Prozent Leingarten. Für die CDU heißt dagegen seit 20 Jahren das Motto: Von nun an geht's bergab. Von einst stolzen 42 Prozent (2001) auf nunmehr 23 Prozent.

 

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Weinmann nach Meyle der zweite FDP-Abgeordnete

Als Wahlgewinner kann sich neben Susanne Bay auch die FDP mit Nico Weinmann (49) fühlen. Mit 12,3 Prozent lagen die Liberalen 1,8 Prozentpunkte über dem Landesergebnis und 2,1 Prozentpunkte über dem Wahlkreis-Ergebnis von 2016. Damit schaffte Weinmann gleich zwei Mal hintereinander, was bisher nur einmal Paul Meyle im Jahr 1964 für die FDP gelungen war: Der Sprung in den Landtag. Sein bestes Ergebnis erzielte Weinmann mit 15,3 Prozent in Talheim. In allen Kommunen lag er stets deutlich über der Zehn-Prozent-Marke.

SPD auf historischem Tief

Was ist aus der SPD geworden? Die altehrwürdige Partei, die in den Jahren 1952 bis 1972 (Fritz Ulrich/Günter Erlewein) das Abonnement auf das Direktmandat hatte und 1988 und 1992 mit Dieter Spöri erfolgreich war, ist zum zweiten Mal nach 2006 nicht mehr im Landtag vertreten. Obwohl Rainer Hinderer 0,6 Prozentpunkte besser abschnitt als die SPD im Land, schaffte der 58-Jährige über die Zweitauszählung nicht mehr den Sprung in den Landtag, dem er seit 2011 angehörte. Gegenüber der Landtagswahl 2016 rutschte der Sozialdemokrat von 15 auf 11,6 Prozent ab. Zum Vergleich: In den Jahren 1996 bis 2006 hatte die SPD immer mehr als 30 Prozent der Wählerstimmen erhalten.

 


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AfD fehlte ein Reizthema

Einen Dämpfer muss auch die AfD verkraften. 2016 erstmals angetreten, schaffte sie damals auf Anhieb mit Rainer Podeswa 18,2 Prozent. Fünf Jahre später müssen sich die Partei und ihr Kandidat Michael Seher (61) mit 12 Prozent zufrieden geben. Allerdings liegt die AfD damit im Wahlkreis 2,3 Prozentpunkte über dem Landesergebnis (9,7 Prozent). Hatte 2016 die Flüchtlingskrise noch Wählerstimmen gebracht, waren die Themen Corona und Querdenker jetzt nicht die entscheidenden Frequenzbringer.

Linke schafft Fünf-Prozent-Hürde nicht

Die Linke, seit 2011 bei Landtagswahlen dabei, holte mit Marlene Neumann 3,6 Prozent (2118 Stimmen) und das bislang beste Ergebnis. Es entspricht einem Plus von 0,7 Prozentpunkten zu 2016.

Vier Abgeordnete: Ein Rekord für die Ewigkeit?

Vor fünf Jahren war der Wahlkreis Heilbronn der einzige Wahlkreis in Baden-Württemberg, der mit vier Sitzen (Bay, Hinderer, Weinmann, Podeswa) vertreten war. Ein Ergebnis, das seit der ersten Landtagswahl 1952 bis heute einmalig ist.

 


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Kleinparteien bleiben ohne Bedeutung

Von den kleinen Parteien schlugen sich die Freien Wähler mit ihrem Kandidaten Alfred Burkhardt mit 2,0 Prozent passabel. Die Partei trat erstmals bei einer Landtagswahl in Baden-Württemberg an. In der Stadt Heilbronn wurde sie von 756 Wählern mit einem Kreuzchen unterstützt. Zugelegt hat Die Partei. Als die Streiter für Arbeit, Rechtsstaat und Tierschutz 2016 zum ersten Mal ins Rennen gingen, kamen sie auf 0,9 Prozent. Am Sonntag schaffte Patryk Dzadz 1,7 Prozent oder 986 Stimmen. Die erst im Sommer 2020 von Querdenken-Aktivist Bodo Schiffmann mitgegründete Kleinpartei W2020 holte mit Yves Alexander immerhin 1,1 Prozent oder 671 Stimmen.

ÖDP stagniert seit Jahrzehnten

Keine Rolle spielten die ÖDP, Die Basis, Klimaliste BW und Volt. Ihre Prozentanteile lagen zwischen 0,6 und 0,8 Prozent. Die ÖDP, älteste Partei dieser politischen Lager, stagniert seit Jahrzehnten bei unter einem Prozent.

Wahlausschuss stellt Wahlergebnis amtlich fest

Der Kreiswahlausschuss stellt am Dienstagnachmittag, 16 Uhr, unter Leitung von Oberbürgermeister Mergel das endgültige Ergebnis im Wahlkreis 18 Heilbronn fest. Die öffentliche Sitzung findet im großen Ratssaal des Rathauses statt (Eingang Lohtorstraße).

 


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