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Landtagswahl: Analyse zum Ergebnis im Wahlkreis Neckarsulm

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Analyse der Landtagswahl im Wahlkreis Neckarsulm: Die Kandidaten punkten in der Heimat.

Wahllokal Johannes-Häußler-Schule Neckarsulm: Am Sonntag haben dort 40 Prozent der 856 Wahlberechtigten ein Kreuz gesetzt. Foto: Mario Berger
Wahllokal Johannes-Häußler-Schule Neckarsulm: Am Sonntag haben dort 40 Prozent der 856 Wahlberechtigten ein Kreuz gesetzt. Foto: Mario Berger  Foto: Berger, Mario

Den Wahlkreis Neckarsulm hat zwar Armin Waldbüßer (Grüne) für sich entschieden, allerdings hat er mit 27,4 Prozent deutlich weniger Prozentpunkte erreicht als seine Partei landesweit (32,6 Prozent). Unterm baden-württembergischen Ergebnis blieben von den größeren Parteien auch FDP-Kandidat Alexander Hampo (9,9/10,5 Prozent) und Jasmin Ellsässer von den Linken (3,0/3,6 Prozent). Im Gegensatz dazu liegt Carola Wolle (AfD) mit 13,9 Prozent klar über dem Landesschnitt ihrer Partei (9,7 Prozent), leicht hängen CDU-Kandidatin Isabell Huber (25,0/24,1 Prozent) und SPD-Kandidat Klaus Ranger (12,7/11,0 Prozent) ihre Parteien ab.

Briefwahl erschwert die Analyse

Schwer wird es allerdings, die Ergebnisse auf Ebene der Wahlbezirke zu analysieren. Viele Stimmberechtigte haben sich für die Briefwahl entschieden: Ihre Kreuze werden also nicht im Wahlbezirk des jeweiligen Wohnorts gewertet, sondern in eigenen Briefwahlbezirken. Auffällig ist dabei eines: Bei den Briefwählern punkten vor allem die beiden Grünen- und CDU-Kandidaten im Wahlkreis Neckarsulm.

 


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So geht es dem SPD-Kandidaten

Klaus Ranger (SPD) schneidet erwartungsgemäß überdurchschnittlich in seiner Heimatstadt Neckarsulm ab. Der Obereisesheimer erhält in seinem Teilort von den Wählern, die am Sonntag in die Wahlkabinen gingen, die meisten Stimmen. In ganz Neckarsulm sowie im benachbarten Untereisesheim bekommt Klaus Ranger mit jeweils etwas über 19 Prozent seine mit Abstand besten Ergebnisse.

So geht es dem Grünen-Kandidaten

In Obersulm fährt Lokalmatador Armin Waldbüßer mit 34 Prozent für seine Partei den höchsten Wert in der Region ein und steigert sein Ergebnis gegenüber 2016 um neun Prozentpunkte.

So geht es der CDU-Kandidatin

Wüstenrot ragt beim Abschneiden der CDU mit 32 Prozent in allen drei Wahlkreisen heraus. Da kann Isabell Huber ihren Heimvorteil nutzen. In Stangenbach, wo sie wohnt, bringt sie es sogar auf 44,4 Prozent. Schwarz und grün im Pingpong: Isabell Huber und Armin Waldbüßer wechseln sich in den Städten und Gemeinden des Wahlkreises ab, wer vor Ort die meisten Stimmen erhält. Bemerkenswert ist aber unter anderem für den Grünen-Kandidat das sehr gute Ergebnis in Bad Wimpfen: Dass Wähler in der Stadt offener für Umweltthemen sind, könnte unter anderem auf die langen Diskussionen über Flächenversiegelung sein - mit der Lidl-Ansiedlung und dem Bürgerentscheid über eine neue Straße.

Isabell Huber schneidet in Hardthausen mit 28,7 Prozent relativ gut ab, und hier erhält auch Carola Wolle eines ihrer besten Ergebnisse. Ein ähnlich konservativer Trend ist in Neuenstadt und Roigheim zu entdecken. Dieses ähnliche Abschneiden der beiden Frauen gilt allerdings längst nicht überall. Gerade in Möckmühl fällt auf: Die Stadt ging an Armin Waldbüßer, aber auch Carola Wolle schneidet relativ gut ab und bekommt ihr drittbestes Ergebnis im Wahlkreis.

Hier punktet die AfD

Bei den Möckmühler Briefwählern bestätigt sich der Trend zu Grün-Schwarz, die Sonntagswähler in fünf Wahlbezirken bringen die AfD-Kandidatin nach vorn. Ruchsen entschied Carola Wolle mit fast 30 Prozent deutlich für sich, im Stadtteil Züttlingen liegt sie knapp hinter Armin Waldbüßer. In der Kernstadt holt sie die Wahllokale Kindergarten Schwärzweg und Kindergarten Hahnenäcker, in der Krippe Beethovenstraße liegt sie mit Isabell Huber gleichauf. Von den Wahlberechtigten, die am Sonntag vor Ort entschieden, hat die AfD-Kandidatin auch in Neuenstadt teilweise gepunktet: Bürg ging an sie, in der Kernstadt kann sie auch Wahlbezirke für sich entscheiden. Die Briefwähler retten Armin Waldbüßer, der für ganz Neuenstadt auf Position zwei liegt.

So geht es den Kandidaten der kleineren Parteien

Von den großen Parteien im Land schaffen es im Wahlkreis Neckarsulm Alexander Hampo (FDP) und Jasmin Ellsässer (Linke) nicht in den Landtag; die Linke scheitert ohnehin an der Fünf-Prozent-Hürde. Alexander Hampo, der in Weinsberg wohnt, kommt vor allem im östlichen Landkreis Heilbronn gut weg. Sein bestes Ergebnis erzielt er mit 13,6 Prozent in Eberstadt. Jasmin Ellsässer erhält in ihrer Heimatstadt Weinsberg ihr bestes Ergebnis (4,9 Prozent). In Offenau, Heimat des engagierten Parteikollegen Johannes Müllerschön, schafft sie vier Prozent.

In den Stadtteilen Bad Friedrichshall-Plattenwald und Neckarsulm-Amorbach schneiden aufgrund des hohen Anteils von Menschen mit Migrationshintergrund schon lange konservative und rechte Parteien sehr gut ab. Das bestätigt sich auch wieder in dieser Wahl. Allerdings müssen die Ergebnisse in den Wahlbezirken wegen des hohen Anteils an Briefwählern vorsichtig bewertet werden. In Amorbach gehen drei der vier Wahlbezirke an Carola Wolle (AfD), einer an Isabell Huber, die in den drei anderen auf Platz zwei liegt. In Plattenwald bekommt Carola Wolle etwas über 41 Prozent.

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