VW in China wieder auf Platz eins: Neue Strategie zeigt erste Erfolge
In den vergangenen zwei Jahren fuhr der VW-Konzern auf dem größten Automarkt der Welt der Konkurrenz hinterher. Nun zeichnet sich in China eine Trendwende ab.
Bei VW hat es in den vergangenen Wochen mächtig geknallt. Der Gewinn ist um die Hälfte eingebrochen, bis 2030 sollen in Deutschland konzernweit 50.000 Stellen wegfallen.
Probleme bereitet Europas größtem Autobauer vor allem China: Im Reich der Mitte, wo der Konzern mit dem harten Preiswettbewerb lokaler Elektroautoanbieter kämpft, wurden 2025 nur noch 2,69 Millionen Fahrzeuge übergeben, acht Prozent weniger als im Vorjahr.
VW kämpft mit Gewinneinbruch, Stellenabbau und schwächelndem China-Geschäft im Jahr 2025
Nun zeichnet sich aber eine Trendwende ab: Der VW-Konzern hat in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 seine Spitzenposition bei den Autoverkäufen in China zurückerobert. Die chinesischen Joint Ventures von VW mit FAW und SAIC haben einen gemeinsamen Marktanteil von 13,9 Prozent erreicht, wie aus Daten der China Passenger Car Association hervorgeht.
Knapp dahinter folgt Geely mit 13,8 Prozent, die Joint Ventures von Toyota mit GAC und FAW kamen auf einen Anteil von 7,8 Prozent.
VW-Konzern setzt mehr denn je auf Fahrzeuge speziell für China
VW und Toyota überholten den chinesischen Hersteller BYD, der mit einem Marktanteil von 7,1 Prozent lediglich auf den vierten Platz kam. BYD ist auf dem größten Automarkt der Welt Marktführer bei Elektroautos. Die Regierung in Peking hat nun allerdings die Steuerbefreiung sowie die Subventionen für umweltfreundlichere Autos gekürzt. Die Wolfsburger setzen nach Angaben von Konzernchef Oliver Blume in Zukunft mehr denn je auf die Strategie „In China, für China“. In China für die einheimischen Kunden eigens entwickelte Fahrzeuge, die den Geschmack besser treffen als die Modelle, die in Europa oder den USA angeboten werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist das Elektro-SUV ID.UNYX08. Das Auto mit dem sperrigen Namen ist den Angaben zufolge das erste vollvernetzte, rein elektrische Full-Size-SUV der Marke Volkswagen. Entwickelt wurde das Fahrzeug gemeinsam mit dem chinesischen Autobauer Xpeng, die Serienreife wurde in gerade mal 24 Monaten erreicht. „Das Auto ist in China für China entstanden. Mit deutscher Ingenieurskunst und lokaler Spitzentechnologie. In rasanter Geschwindigkeit auf die Straße gebracht – und das zu attraktiven Preisen“, sagt VW-Chef Oliver Blume.
Audi-Finanzvorstand rechnet in China weiterhin mit Erfolg
Audi kam in China im vergangenen Jahr auf 617.514 Autos (minus fünf Prozent) und lag damit dennoch vor seinen deutschen Konkurrenten BMW und Mercedes. „China ist der größte Automobilmarkt der Welt. Auf diesem Markt wollen wir vertreten und erfolgreich sein. Wir als Audi haben mehr als 35 Jahre Historie in China. Unser Geschäft vor Ort steht auf einer sehr soliden Basis und davon werden wir auch in der Zukunft profitieren können“, sagte Audis Finanzvorstand Jürgen Rittersberger im Rahmen der Jahrespressekonferenz am 17. März in Ingolstadt.
„Wir rechnen für China mit einem weiteren Zuwachs bei den elektrischen Modellen, aber auch weiterhin mit einer starken Verbrenner-Quote. Das heißt, auch das Verbrennergeschäft bildet dort für uns weiter eine solide Grundlage; gleichzeitig investieren wir in „New-Energy-Fahrzeuge“, etwa den Q6L e-tron, den A6L e-tron, aber auch mit unserer neu gegründeten Wort-Marke AUDI“, so Rittersberger. Daher erwarte man, dass das Unternehmen in China in den kommenden Jahren mit seinen batterieelektrischen Fahrzeugen einen großen Schritt vorwärts machen könne.
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