VW-Töchter Seat und Cupra bleiben beim Absatz auf Wachstumskurs – kein Gewinn 2025
Die spanischen VW-Töchter Seat und Cupra haben den Absatz im vergangenen Jahr gesteigert, in der Kasse blieb allerdings nichts. Nun geht der Blick voraus: In diesem Jahr steht die Weltpremiere des neuen E-Autos Cupra Raval im Mittelpunkt.

Die spanischen VW-Töchter Seat und Cupra haben im vergangenen Jahr den Absatz erneut gesteigert: Die Zahl der Auslieferungen stieg um 3,2 Prozent auf 657.400 Fahrzeuge. Der größte Markt für die beiden Hersteller bleibt Deutschland: Dort feierten Seat und Cupra 2025 einen Absatzrekord. Die Zahl der Auslieferungen stieg um 8,2 Prozent auf 156.200 Fahrzeuge. Maßgeblich getrieben wurde dieses Wachstum durch die Marke Cupra, die erstmals über 100.000 Neuzulassungen (106.750 Autos) erreichte, während der Cupra Formentor der Bestseller auf dem deutschen Markt war.
Auch der Umsatz von Seat und Cuptra kletterte weltweit auf ein Allzeithoch von rund 15,3 Milliarden Euro (+ 5,1 Prozent). Dennoch beträgt das operative Ergebnis gerade einmal eine Million Euro, also quasi eine schwarze Null. „Unter anderem haben EU-Zölle auf den in China produzierten Cupra Tavascan und Anlaufkosten für den neuen Cupra Raval ein gutes Finanzergebnis verhindert“, sagte Vorstandschef Markus Haupt gegenüber unserer Zeitung. „Wir wollen 2026 weiter wachsen und auch ein positives Ergebnis erzielen“, so Haupt. „Der neue Cupra Raval sollte uns den nötigen Rückenwind geben.“
2026 steht ganz im Zeichen des neuen E-Autos Cupra Raval
„Der Cupra Raval wird der nächste Gamechanger. Wir haben auf etwas mehr als vier Meter Länge alles gepackt, wofür unsere Marke steht“, sagt Vorstandschef Haupt. „Der Raval wird sich optisch deutlich von den anderen Autos abheben, wir werden auch in diesem Segment großen Wert auf Performance legen.“ Der kleine Stromer feiert am 9. April seine Weltpremiere und wird zu Preisen ab 25.950 Euro erhältlich sein. Technische Basis bildet eine weiterentwickelte Version des Modulare Elektro Baukasten (MEB) des VW-Konzerns. Der MEB+ wird dann sukzessive für neue Modelle verschiedener Marken kommen – dazu gehören der VW ID.Polo, der VW ID.Cross und der Skoda Epiq. Alle Fahrzeuge sollen um die 25.000 Euro kosten.

Nach Angaben aus dem VW-Konzern soll die Entwicklung der markenübergreifenden Plattform MEB+ über die Laufzeit rund 650 Millionen Euro einsparen. Geplant sind jährliche Stückzahlen von mehreren hunderttausend Einheiten der verschiedenen Modelle. Fünftes Fahrzeug der kleinen E-Autos wird ein Einstiegsmodell von Volkswagen sein, für das ein Preis um die 20.000 Euro veranschlagt ist. Noch trägt der Wagen den Projektnamen ID.1. Ob er in der Serie dann eventuell ID.Up heißt, ist offen.
Sicher ist hingegen, dass das Modell der erste VW sein wird, der die Softwarearchitektur des US-Konzerns Rivian nutzt. Als Starttermin für die Produktion ist dem Vernehmen nach der Herbst 2027 angepeilt, die ersten Auslieferungen sollen dann wohl 2028 erfolgen. Angesichts der geplanten Stückzahlen geht man im VW-Konzern davon aus, die Lücke im Hinblick auf die Rendite von E-Autos gegenüber Verbrennern weiter zu verringern.
Vorstandschef Markus Haupt: „Seat bleibt weiterhin wichtig für uns“
„Seat bleibt weiterhin wichtig für uns, das ist quasi die Einstiegsmarke“, so Haupt. „Cupra ist höher positioniert, wir sprechen damit verschiedene Zielgruppen ab.“ Insofern hätten beide Marken ihre Berechtigung. Ob es in absehbarer Zeit auch ein E-Auto von Seat geben werde, ließ Haupt offen: „Wir machen uns viele Gedanken, wie es mit der Modellpalette von Seat weitergeht. Aber die Entscheidung für oder gegen ein E-Auto von Seat wird noch Zeit in Anspruch nehmen.“
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