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Audi baut bei Tochterfirma Audi Business Innovation GmbH jede dritte Stelle ab

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Die Audi-Tochter Audi Business Innovation GmbH (ABI) hat sich unter anderem auf die Entwicklung digitaler Services spezialisiert. Nun soll das Kerngeschäft neu ausgerichtet werden, in München fallen rund 60 Jobs weg.


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„Wir unterstützen die Audi AG dabei, die digitale Geschäftsfähigkeit nachhaltig auszubauen. Dazu entwickeln wir Lösungen, die plattformgestützt den souveränen Umgang mit Daten ermöglichen und die Digitalisierung von Geschäftsprozessen vorantreiben. „So stellt sich die Audi Business Innovation GmbH (ABI) selbst auf ihrer Homepage dar. Bei der 100-prozentigen Audi-Tochter mit Sitz in München kommt es nun aber zu Einschnitten. Rund ein Drittel der knapp 190 Stellen wird abgebaut.

Beschäftigungsgarantie gilt nicht für Audi-Tochter ABI 

„Unsere Tochtergesellschaft Audi Innovation Business GmbH wird sich künftig fokussierter aufstellen und sich auf ihren Kern zurückbesinnen: Den digitalen Vertrieb von Audi zielgerichtet zu unterstützen. Damit hat die ABI einen klaren Auftrag“, teilt eine Audi-Sprecherin auf Anfrage mit. „Es gab eine strategische Bewertung der Geschäftsbereiche der ABI und dabei sind einige als strategisch wertvolle Assets eingestuft worden, andere aber als nicht mehr strategisch relevant. Diese Betriebsteile schließen und es werden themenspezifisch ein Drittel der Stellen abgebaut.“

Alle betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erhalten nach Angaben des Autobauers Kompensationspakete. Zum Hintergrund: Die Beschäftigungsgarantie, die bei Audi selbst bis 2033 besteht, gilt für ABI nicht.

Intensiverer Wettbewerb und Kostendruck haben nach Angaben von Audi dazu geführt, dass bei der Tochterfirma ABI in München um die 60 Stellen abgebaut werden.
Intensiverer Wettbewerb und Kostendruck haben nach Angaben von Audi dazu geführt, dass bei der Tochterfirma ABI in München um die 60 Stellen abgebaut werden.  Foto: Sven Hoppe

Audi-Tochter: Intensiver Wettbewerb und hoher Kostendruck 

„Seit ihrer Gründung leistet die ABI als Innovationslabor Pionierarbeit. Dafür danken wir allen ABInautinnen und ABInauten“, sagt Andreas Moser, Leiter Produktstrategie bei Audi und einer der drei Gesellschafter der ABI, in einem Beitrag im Audi-Intranet, der unserer Zeitung vorliegt. „Der intensive Wettbewerb und der hohe Kostendruck zwingen uns aber, das Profil der ABI deutlich nachzuschärfen. Alles, was die ABI künftig entwickelt und betreibt, muss einen unmittelbaren Mehrwert für Audi haben.“

Geschäftsführung und Gesellschafter haben die Beschäftigten am 29. Januar 2026 persönlich in einem Townhall-Meeting informiert. „Es fällt mir persönlich schwer, einen Teil unserer ABInautinnen und ABInauten gehen lassen zu müssen“, sagt Andreas Sicheneder, CEO der ABI GmbH. „Für die vielen erfolgreichen Jahre, den Pioniergeist und das außerordentliche Engagement danke ich von Herzen. Gleichzeitig ist der Auftrag der ABI klarer denn je – und das sehe ich als Chance. Wir fokussieren uns auf digitale Lösungen in Kernthemen des Vertriebs und stärken damit unsere Rolle im Konzern.“

Audi selbst streicht 7500 Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts

Bei Audi selbst fallen 7500 Stellen bis Ende des Jahrzehnts weg, die Kosten sollen vor allem in der Produktion und in der Technischen Entwicklung deutlich sinken. Beim Stellenabbau ist der indirekte Bereich betroffen - also alles außerhalb der Produktion. Maßgeblich begleitet wird die Neuausrichtung bei Audi von Yvonne Bettkober, die seit März 2025 Leiterin der Transformation beim Autobauer ist. Sie sieht Audi bisher auf einem guten Weg.

„Die Personal-Transformation ist gut vorangekommen. Wir haben mit der Zukunftsvereinbarung Weichen gestellt, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Mittlerweile sind mehr als 1000 Vorruhestandsverträge unterschrieben worden“, sagt Bettkober im Interview mit der Heilbronner Stimme. „Wir haben eine Führungsebene weniger und mehr als 80 Prozent der Gremien im Unternehmen gestrichen. Da sind wir schon deutlich schlanker als Unternehmen.“

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