Wie Porsche die Elektromobilität vorantreibt
Zum 75. Geburtstag stellt die VW-Tochter Porsche einen vollelektrischen Supersportwagen vor. Wann könnte der Mission X in Serienproduktion gehen?

Um den Kult um die Marke zu verstehen, reicht ein berühmtes Zitat von Ferdinand Porsche: "Wir bauen Autos, die keiner braucht, aber die jeder haben will." Porsche ist Mythos. Porsche versprüht Magie. Porsche ist Männertraum. Spätestens als US-Schauspieler James Dean 1955 einen 550 Spyder kaufte, mit dem er tragischerweise verunglückte. Ferry Porsche hatte einst von einem Sportwagen geträumt, den es noch nicht gab. Also hat ihn der Konstrukteur selbst gebaut.
Vom ersten Auto zum Mission X
Vor 75 Jahren erhielt der 356 Nr. 1 Roadster seine Betriebserlaubnis - der erste Wagen, der den Namen Porsche trug. Zum Geburtstag macht sich die VW-Tochter und ihren Kunden nun das schönste Geschenk selbst und treibt die Elektrifizierung auf die Spitze. Am Donnerstagabend hat das Unternehmen am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen die Studie eines vollelektrischen Supersportwagens vorgestellt, den Mission X.
Doppelt so schnell laden als heute
Der Mission X soll für die Marke als Technologieleuchtturm fungieren, erklärte Porsche-Chef Oliver Blume bei der Enthüllung des Wagens. Wenn es nach den technischen Daten geht, verspricht er damit nicht zu viel. Denn der Mission X soll dank einer 900-Volt-Systemarchitektur "etwa doppelt so schnell" laden wie der Taycan Turbo S, der auf 275 kW Ladeleistung kommt. Eine endgültige Entscheidung für die Serienproduktion sei noch nicht gefallen, doch in Zuffenhausen erzählt man sich, dass der Wagen wohl 2027 starten soll.
Kooperation mit Audi
Überhaupt treibt Porsche das Thema Elektromobilität massiv voran. Bis in zwei Jahren erwartet der Vorstandsvorsitzende Blume, dass die Margen von E-Autos auf denen von Verbrennermodellen liegen werden. Langfristig sollen die lokal emissionsfreien sogar mehr erwirtschaften als Autos mit Benzinmotor. Dafür will man die Synergien im Konzern noch viel stärker als bislang nutzen.
So basiert der vollelektrische Geländewagen Macan auf der neuen Plattform PPE (Premium Platform Electric), die Porsche zusammen mit Audi entwickelt. Auf den Markt soll der Elektro-Macan spätestens zum Jahreswechsel kommen, Audis Pendant hört auf den Namen Q6 E-Tron und wird in Ingolstadt produziert.
80 Prozent E-Autos bis 2030
Etwa ein bis zwei Jahre später soll es auch einen größeren Elektro-Geländewagen von Porsche geben. "Damit werden wir unsere Position im automobilen Luxussegment weiter ausbauen. Wir zielen vor allem auf die margenstärkeren Segmente ab und wollen so neue Absatzchancen erschließen", sagt Vorstandschef Blume. "Mitte des Jahrzehnts wollen wir auch unseren Mittelmotor-Sportwagen 718 ausschließlich vollelektrisch anbieten." Bis 2030 erwartet man bei Porsche, dass mindestens 80 Prozent des jährlichen Absatzes auf vollelektrische Fahrzeuge entfällt.
Aktienwert deutlich gestiegen
Seit dem Börsengang im vergangenen September haben sich die Porsche-Aktien um mehr als 40 Prozent im Wert gesteigert. Wie aus dem Unternehmen zu hören ist, soll der Umsatz jährlich um durchschnittlich sieben bis acht Prozent wachsen. Die Marge soll 17 bis 20 Prozent erreichen. Damit dürfte der Gewinn mittelfristig mehr als acht Milliarden Euro betragen.
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