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Schrottfahrzeuge werden rar

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Bei den Autoverwertungen kommt derzeit wenig an. Der Chipmangel macht sich so auch an dieser Stelle bemerkbar. Die nächste große Veränderung wartet mit den E-Autos.

So schön kann Schrott sein: Oben ein alter Fiat 600, unten ein Lada Niva.
So schön kann Schrott sein: Oben ein alter Fiat 600, unten ein Lada Niva.  Foto: Gleichauf, Christian

Wer denkt beim Stichwort Chipmangel an den Schrottplatz? Doch gerade die Autoverwerter sind von den derzeitigen Lieferengpässen in der Automobilindustrie stark betroffen. "Es ist doch ganz einfach", sagt Stephan Weiser, Chef des gleichnamigen Unternehmens in Öhringen, "wenn oben nichts reinkommt, kann unten nichts rauskommen."

Die typischen Teilespender werden jetzt noch einmal repariert

Die Logik ist einleuchtend. Da keine Neuwagen verkauft werden, sind Gebrauchte derzeit gefragt. Die Preise steigen. Und so lohnt sich plötzlich auch für Fahrzeuge, die sonst auf dem Autofriedhof landen, eine Reparatur.

 


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Zehn bis 15 Jahre alte Fahrzeuge kommen derzeit jedenfalls kaum bei Weiser an. "Das sind die typischen Teilespender", sagt Weiser. "Da bauen wir beispielsweise Tachos und Steuergeräte aus, decodieren sie und verkaufen sie über Ebay und Kleinanzeigen deutschland- und europaweit." Viele Teile sind heute nur sehr spezifisch für ein Modell vorgesehen, da sei der regionale Markt einfach zu klein, sagt Weiser.

Der Weiterverkauf von Teilen wird erschwert

Stephan Weiser mit seiner Frau Lorena.
Stephan Weiser mit seiner Frau Lorena.  Foto: Christian Gleichauf

Den Betrieb führt der 40-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Lorena und seiner Schwester Yvonne Weiser, die schon seit den Anfängen im Jahr 1987 dabei ist. Über die vielen Jahre hat sich am Prinzip des Geschäfts wenig verändert. Die verschiedenen Verwertungswege sind etabliert. Mal gehen ein paar Fahrzeuge mehr nach Osteuropa, mal mehr nach Afrika. Zudem erschweren die Autohersteller zunehmend die Wiederverwendung von Teilen.

 


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Mit dem wachsenden Anteil der E-Mobilität steht der Branche nun eine grundlegende Veränderung ins Haus. "Aber das dauert noch zehn Jahre, bis die Autos, die jetzt verkauft werden, in die Verwertung kommen", sagt Andreas Bender, dessen Autoverwertung zwischen Bad Friedrichshall und Untergriesheim 1963 von seinem Vater gegründet worden war.

Das Geschäftsmodell funktioniert wohl auch in Zukunft

Auch die nächste Generation könnte hier ein Auskommen haben, ist der 52-Jährige überzeugt. Bis dahin wird es aber Antworten auf die Frage geben müssen, was mit den Batterien passiert.

"Derzeit gibt es deutschlandweit nur etwa drei Betriebe, die sich um das Recycling kümmern", erzählt Bender. Einen kaputten Tesla könnte man - Stand jetzt - weder in Öhringen noch Bad Friedrichshall loswerden. Wenn irgendwann die ersten Batterien in den Autos schlappmachen, dürfte es also erst einmal teuer werden, vermutet Bender.

 


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Noch ist es nicht so weit. Noch sind die Verbrenner das Hauptgeschäft. Allerdings: "Im Moment geht gar nichts", sagt Bender. 800 Fahrzeuge habe er im vergangenen Jahr angenommen, bei einer Kapazität von 2000. "So wenig war es noch nie, seit ich das mache, seit 1998." Immerhin gibt es auch bei ihm auf dem Hof noch unzählige Fahrzeuge, die ausgeschlachtet werden können. Genügend Material für die Kundschaft, die einen Außenspiegel benötigt und hier auch oft zum Abholen vorbeikommt.

Zahlreiche Anlaufstellen in der Region

Wer das vorhat, sollte sich in der Regel vorab per Telefon oder Mail informieren. Bei den Autoverwertern in der Region stapeln sich überall noch Fahrzeuge, wo Scheinwerfer oder Motorhauben ausgebaut werden können. Ob bei Herfel in Kirchardt, bei Braun in Öhringen, bei Keller in Vellberg oder andernorts - der Fuhrpark stillgelegter Vehikel ist groß. "Wir haben alle unsere Besonderheiten", sagt Bender.

Neben den "Ersatzteilträgern", also den jüngeren Fahrzeugen, nimmt er sich beispielsweise vieler Altfahrzeuge an, die er als "Rohstoffträger" bezeichnet. "Die lassen wir nicht schreddern, sondern trennen möglichst viel selbst, um bessere Preise bei der Verwertung zu erzielen." Die sind derzeit wenigstens sehr gut. Denn zur Kehrseite der Lieferschwierigkeiten gehört: Rohstoffe wie Stahl sind gefragt.

Der Verwertungsnachweis

Wenn der Tüv dem Fahrzeugleben ein Ende setzt, bleibt oft nur noch der Weg zum Schrottplatz. Altfahrzeuge müssen in Deutschland einem zertifizierten Entsorgungsfachbetrieb überlassen werden, der dafür einen Verwertungsnachweis ausstellt. Manchmal findet sich aber auch ein Käufer, der das Auto in schlechtem Zustand übernimmt. Häufig geht es dann auf den Transporter Richtung Osteuropa - oder nach Bremerhaven und dort aufs Schiff nach Afrika. Der Schrottfahrzeug-Export ist allerdings eine Grauzone. Wer diesen Weg geht, sollte auf jeden Fall einen schriftlichen Kaufvertrag abschließen.

 
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