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Audi: Weniger Gewinn, aber höherer Mitarbeiterbonus als im Vorjahr

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Audi hat im vergangenen Jahr 6,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist deutlich weniger als 2022. Dennoch ist die Gewinnbeteiligung für die Mitarbeiter gestiegen. Woran das liegt.

Audi hat am Dienstag seine Geschäftszahlen für 2023 präsentiert.
Audi hat am Dienstag seine Geschäftszahlen für 2023 präsentiert.  Foto: Christoph Schmidt (dpa)

Am vergangenen Dienstag hat die Markengruppe Progressive (Audi, Lamborghini, Bentley, Ducati) des VW-Konzerns ihre Zahlen für das Jahr 2023 bekanntgegeben. Während Absatz und Umsatz kräftig gestiegen sind, ging der Gewinn von 7,6 auf 6,3 Milliarden Euro deutlich zurück. Dennoch stieg die Gewinnbeteiligung für die Beschäftigten von 8510 (Geschäftsjahr 2022) im Schnitt auf 8840 Euro an.

„Als Anerkennung für ihren Einsatz im herausfordernden Jahr 2023 wird die Belegschaft am Unternehmenserfolg beteiligt“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens. „Für eine Facharbeiterin und einen Facharbeiter in den deutschen Werken beträgt die Audi Ergebnisbeteiligung im Jahr 2023 8840 Euro.“

 


 

Audi verdient weiter gut: Warum der Mitarbeiter-Bonus gestiegen ist

Weniger Gewinn, aber mehr Bonus – das verwundert einige. „Die Anzahl der anspruchsberechtigten Tarifmitarbeiterinnen und Tarifmitarbeiter, die diese Auszahlung erhalten, ist in diesem Jahr geringer“, sagt die Audi-Sprecherin. „Anspruchsberechtigt sind in diesem Jahr rund 52.500 Beschäftigte, im vergangenen Jahr waren es rund 54.500.“ Somit teilt sich das zur Verfügung stehende Geld unter weniger Menschen auf, somit bleibt mehr für jeden.

„Die Audi Ergebnisbeteiligung (AEB) ist seit vielen Jahren Zeichen der Wertschätzung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Beteiligung am Unternehmenserfolg und ein wichtiger Baustein in unserem Entgeltsystem“, so die Sprecherin. Grundlage dafür ist die im Tarifvertrag festgelegte Berechnungsformel, die sich unter anderem am Operativen Ergebnis orientiert.

Wie sich die Erfolgsbeteiligung zusammensetzt

Die Ergebnisbeteiligung für die Beschäftigten bei Audi setzt sich nach Informationen der Heilbronner Stimme aus mehreren Bausteinen zusammen. Basis ist unseren Recherchen zufolge ein entgeltunabhängiger Grundbaustein von 1000 Euro. Dazu kommt ein entgeltabhängiger Baustein. Hier ist die Höhe aufgrund des persönlichen Jahresbruttoentgeltes individuell verschieden. Dritter Punkt ist ein entgeltunabhängiger Zusatzbaustein.

Die Höhe der AEB hängt vom operativen Ergebnis des Audi Konzerns im Bewertungsjahr 2023 ab. Die jeweilige Höhe der AEB variiert nach den individuellen Voraussetzungen, insbesondere nach dem persönlichen Jahresbruttoentgelt 2023. Das Ganze basiert auf einer Vereinbarung zwischen dem Audi Gesamtbetriebsrat und der Unternehmensleitung auf Basis eines IG Metall Tarifvertrags. Die Berechnungsformel für den entgeltabhängigen Baustein ist innerhalb des Unternehmens ein gut gehütetes Geheimnis.

So viel wird bei Audi verdient

Wie viel verdient man eigentlich bei Audi? Die Angestellten in den Fertigungsbereichen, zu denen neben der Montage Bereiche wie Presswerk, Lackiererei oder auch Logistik zählen, verdienen nach Angaben des Unternehmens zwischen 45.000 und 54.000 Euro – bei einer 35-Stunden-Woche.

Die Grundvergütung von Sachbearbeiterinnen und Sacharbeitern in Bereichen wie zum Beispiel in der Planung, im Controlling, im Einkauf oder als Entwickler liegt zwischen 60.000 und 90.000 Euro, ebenfalls bei einer 35-Stunden-Woche.

Spezialisten verdienen deutlich mehr

Wenig überraschend ist, dass Spezialistinnen und Spezialisten bei Audi am meisten verdienen. Das gilt beispielsweise für Angestellte aus den Bereichen IT, Design oder in der Technischen Entwicklung. Diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben nach Angaben des Autobauers eine Verdienstmöglichkeit bis in den obersten Tarifbereich. Sie können somit bis zu 100.000 Euro jährlich bei einer 35-Stunden-Woche verdienen.

Mitglieder im Oberen- und Top-Managementkreis verdienen deutlich mehr. Hier reicht die Spanne von etwa 250.000 bis 500.000 Euro jährlich.

 

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