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Volkswagen plant neue Elektroautos und kehrt zu seinen Wurzeln zurück

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Volkswagen stand einst für bezahlbare Mobilität zu relativ günstigen Preisen bei gleichzeitig hoher Qualität. Das ist in den vergangenen Jahren verlorengegangen. Nun steuert Europas größter Autobauer um.


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Er läuft und läuft und läuft. Kein anderes Fahrzeug steht so für das deutsche Wirtschaftswunder und den Automobilbau an sich wie der VW Käfer. Danach folgten Modelle wie der Polo und der Golf, die ganzen Fahrzeugsegmenten einen Namen gegeben haben. Volkswagen ist zum Mehrmarkenkonzern und zum größten Autobauer Europas aufgestiegen. Der Einstieg in die Elektromobilität im Jahr 2019 war anfangs allerdings mehr als holprig: Unter der Ägide des damaligen Vorstandschefs Hebert Diess (2018 bis 2022) wurde an der Qualität massiv gespart - vor allem da, wo es der Kunde sieht: Bei den Materialien und der Anmutung des Innenraums. Es hagelte Kritik, Diess musste gehen und Stimmen wurden laut, dass die E-Autos aus Wolfsburg zu teuer sind.

VW: Neue E-Autos mit bekannten Namen und mehr Wertigkeit

Nun steuert die Marke gegen: Unter dem Motto „True Volkswagen“ will sich der Autobauer auf seine alten Tugenden besinnen. Die neuen vollelektrischen ID-Modelle sollen sich wieder durch Qualität, Wertigkeit und Technologien aus höheren Fahrzeugklassen auszeichnen. Eine wichtige Änderung betrifft auch die Namen: So wird der kleine Einstiegs-Stromer, den VW Ende April enthüllt, nicht ID.2 heißen, sondern ID.Polo. „Unsere Modellnamen sind in den Köpfen der Menschen fest verankert“, sagt VW-Markenchef Thomas Schäfer. „Daher werden wir unsere bekannten Namen in die Zukunft tragen.“ So kommt als Pendant zum T-Cross mit Verbrennern auch ein ID.Cross in diesem Jahr.

Bis Ende April zeigt sich der neue VW ID.Polo noch getarnt. Markenchef Thomas Schäfer hat einen Einstiegspreis von 24.995 Euro angekündigt.
Bis Ende April zeigt sich der neue VW ID.Polo noch getarnt. Markenchef Thomas Schäfer hat einen Einstiegspreis von 24.995 Euro angekündigt.  Foto: Sven Hoppe

Vieles unterliegt noch der Geheimhaltung, aber die Heilbronner Stimme konnte die künftigen Autos bereits in Augenschein nehmen. Und bei der ersten Sitzprobe wurde deutlich: Die Wolfsburger meinen es ernst mit ihren Ankündigungen und werten die Innenräume ihrer kommenden Stromer deutlich auf – zum einen mit besseren Materialien und hohem Bedienkomfort. Dazu gehören auch an vielen Stellen, vor allem am Lenkrad, wieder echte Tasten und Schalter statt digitale Slider. Dazu ein klares, freundliches Design. Immer mit einem Schuss der „Secret Sauce“, wie es Designchef Andreas Mindt nennt. Also im übertragenen Sinne ein bisschen von der geheimen Soße, die ein Auto von VW besonders und unverwechselbar machen soll.

VW: Markenchef Thomas Schäfer nennt Preis für neuen ID.Polo

„In der Elektromobilität haben wir in den höheren, weniger preissensiblen Segmenten angefangen und können Spitzentechnologie jetzt auch in kleineren Modellen wirtschaftlich darstellen“, sagt VW-Markenchef Thomas Schäfer. Für den ID.Polo, der am 29. April enthüllt wird, nennt der 56-Jährige einen Einstiegspreis von 24.995 Euro. Technische Basis bildet der Elektrobaukasten MEB+, den der VW-Konzern über weitere Marken ausrollen wird. Nach Angaben aus dem VW-Konzern soll die Entwicklung der markenübergreifenden Plattform MEB+, die auch von Cupra und Skoda genutzt wird, über die Laufzeit rund 650 Millionen Euro einsparen. Geld, das VW nach eigener Aussage „lieber in wertige Materialien und neue Batterie-Technologie investieren“ möchte.

VW: Restart wurde bereits 2022 beschlossen – 2026 sechs neue E-Autos

Der Grundstein für den Restart von Volkswagen wurde nach Angaben von Markenchef Thomas Schäfer bereits 2022 gelegt, „aber so etwas braucht Zeit“. Damals habe man im Markenvorstand beschlossen, dass sich VW wieder konsequent auf seine Kerntugenden konzentrieren wird – Qualität, technische Kompetenz und zeitloses Design. . „Genau diese Tugenden sind der Kern unserer Marke – und der Schlüssel zu unseren Kundinnen und Kunden“, so Schäfer. 

Die ersten sechs neuen E-Autos wird Volkswagen alle in diesem Jahr enthüllen. Den Anfang macht der ID.Polo, den es auch als sportliche GTI-Variante geben wird. Dazu kommen das kleine SUV ID.Cross und der ID.3 Neo für die Kompaktklasse. Letzteren wird es ebenfalls als GTI-Version geben. Im Herbst folgt dann der Nachfolger des ID.4. Bleiben sich die Wolfsburger bei der Namensgebung treu, wird er wahrscheinlich ID.Tiguan heißen. In der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wird es dann sicher auch einen ID.Golf als Nachfolger des ID.3 geben. Und der ID.7 wohl irgendwann in ID.Passat umgetauft werden.

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