Nur noch eine Spritpreiserhöhung am Tag? Das wird kein großer Effekt
Die Bundesregierung will nur noch eine Preiserhöhung pro Tag an Tankstellen zulassen. Billiger wird der Sprit dadurch nicht, meint unser Autor.
Die Zeit massiv steigender Spritpreise gebiert auch mal hektische Ideen. Zum Beispiel das Vorhaben, Preiserhöhungen an Tankstellen nur noch einmal am Tag zuzulassen.
Der richtige Zeitpunkt zum Tanken wurde zu einer Wissenschaft
Es stimmt zwar, dass es in den vergangenen Jahren zu einer regelrechten Wissenschaft geworden ist, wann man Tanken sollte. Im Groben lautet die Empfehlung stets so: am besten am frühen Abend, weil dann die Preise am niedrigsten sind. Möglichst nicht hingegen am Morgen auf dem Weg zur Arbeit, auch mittags gibt es ein Preishoch.
Wer sichergehen will, nutzt Apps, um nach dem Tagesverlauf und der günstigsten Zapfsäule in der Region zu suchen. All das wird also nicht mehr nötig sein, wenn die Bundesregierung ihr Vorhaben umsetzt und Preiserhöhungen nur noch einmal pro Tag erlaubt.
Spritpreise an Tankstellen: Am gegenseitigen Belauern wird sich nichts ändern
Die Frage ist bloß: Ändert das grundsätzlich etwas an der Höhe des Preises? Das darf bezweifelt werden. Schließlich werden die Tankstellen ihren Tarif nicht für den Rest des Tages auf der niedrigsten Stufe einfrieren, sondern eher in der Mitte der Preisspanne. Wenn es dann in der Umgebung einen Preisbrecher gibt, fehlt zwar die Möglichkeit zur sofortigen Reaktion, sofern ein Betreiber bereits an diesem Tag den Preis geändert hat. Aber an dem grundsätzlichen gegenseitigen Belauern wird sich nichts ändern.
Der wahrscheinlichste Effekt: Die günstigen Tankstellen werden beobachtet, die eigenen Preise erst nach dem Vorpreschen der Billigheimer angepasst. Richtige Schnäppchen werden dadurch eher sogar unwahrscheinlich: die Betreiber dürften ihre eingespielten Preisabstände einfach immer beibehalten. Autofahrer und Tankstellenpächter haben dann weniger Stress. Mehr aber auch nicht.
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