Schwarz Digits gibt die Onlineshops von Kaufland und Lidl zurück
Der Marktplatz von Kaufland und die Onlinesparte von Lidl werden wieder von den Handelsunternehmen der Schwarz-Gruppe geführt. Schwarz Digits konzentriert sich künftig auf seine Kerntätigkeiten.
Aus technischer Sicht hatte durchaus Sinn gemacht – aus bilanzieller Sicht warf es eher Schwierigkeiten auf: In den vergangenen Jahren waren der Marktplatz kaufland.de und der Onlineshop lidl.de nicht Teil des jeweiligen Stammunternehmens der Schwarz-Gruppe, sondern standen unter der Regie der Digitalsparte Schwarz Digits. Das ändert sich nun, kündigte der Handelsriese am Donnerstag an: Künftig sind Kaufland und Lidl für ihre Onlinetöchter zuständig.
Lidls Onlineshop schwächelte zuletzt
Dass es sich dabei nicht eben um kleine Betriebe handelt, belegen Daten der alljährlichen Onlineshop-Rangliste des Kölner EHI-Instituts. Dass sie aber zu kämpfen haben, wurde jüngst ebenso deutlich. So rutschte lidl.de aus der Top Ten der größten Onlineshops in Deutschland: Der Umsatz ging im vergangenen Jahr von 796,4 auf 715,6 Millionen Euro zurück, meldete das Institut. Dabei hatte Lidl in den Corona-Jahren bereits die Umsatzmilliarde überschritten gehabt. Durch diesen erneuten Rückgang rutschte der größte Onlineshop der Schwarz-Gruppe von Rang acht auf Rang zwölf ab.

Kaufland.de wurde von Temu überholt
Der Marktplatz kaufland.de, auf dem also Drittanbieter ihre Waren anbieten können, kämpft hingegen mit der Konkurrenz aus dem Ausland: Hinter Amazon als unangefochtenem Marktführer, gefolgt von Ebay, Otto und Zalando, tauchte erstmals Temu auf. Die Kaufland-Sparte, 2021 als real.de hinzugekauft, rangiert dahinter. Dabei wird in der jüngsten Mitteilung betont, dass inzwischen mehr als 13.000 internationale Händler auf der Plattform mehr als 45 Millionen Produkte anbieten und der Marktplatz neben Deutschland auch in Frankreich, Italien, Österreich, Polen, der Slowakei und Tschechien aktiv ist. Monatlich würden bis zu 32 Millionen Besucher registriert.
„Für die weitere Skalierung und die optimale Verzahnung von stationärem Handel und E-Commerce ist der logische nächste Schritt, die Verantwortung von Schwarz Digits in die Kaufland-Organisation zu überführen”, sagt Gerald Schönbucher, Leiter von Kaufland E-Commerce. Die Verantwortung für den Lidl-Onlineshop sei in den vergangenen Jahren schon schrittweise an die Discountsparte übertragen worden.
Was Schwarz Digits künftig umfasst
Schwarz Digits soll sich damit ganz auf sein eigenes IT-Geschäft konzentrieren: Die selbst betriebene Cloud Stackit, die jüngst mehrere Vereinbarungen mit Bundesbehörden und Institutionen abgeschlossen hat, den Cybersecurity-Experten XM Cyber, die Beteiligungen an Aleph Alpha und dem Verschlüsselungsdienst Wire sowie die Kooperationen mit Google, SAP, Servicenow und Sentinel One. Schwarz Digits fungiere künftig als Dachmarke, unter der alle internen Einheiten, Produktmarken, Partnerschaften und strategischen Investitionen gesammelt sind, wird mitgeteilt. Als seine fünf Kernleistungen werden Cloud, Cyber Security, Data & AI, Communication und Workspace angegeben.
Nach eigenen Angaben hat Schwarz Digits inzwischen etwa 8000 Beschäftigte, die in 34 IT-Einheiten weltweit arbeiten. Mittlerweile werden sieben eigene Rechenzentren betrieben.
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