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Absatz-Krise
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Mercedes-Gewinn bricht um fast 50 Prozent ein – weniger Prämie für Mitarbeiter

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Mercedes rutscht weiter in die Krise: Der deutliche Absatzrückgang belastet auch den Gewinn. Mit einer Modelloffensive wollen die Stuttgarter nun gegensteuern.


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Mercedes ist im vergangenen Jahr tiefer in die Krise geschlittert. Schwache Geschäfte in China und hohe Belastungen durch die US-Zölle: Sieht man mal von BMW ab, stecken die deutschen Autobauer in der Krise. Bei Audi ist der Absatz 2025 zum zweiten Mal in Folge um 2,9 Prozent gesunken. Noch größer ist der Rückgang beim Konkurrenten Mercedes: Mit rund 2,16 Millionen und Vans haben die Stuttgarter zehn Prozent weniger Fahrzeuge als im Vorjahr ausgeliefert. 

Gewinneinbruch bei Mercedes wirkt sich auch auf Prämien für Beschäftigte aus

Das macht sich nun auch bei den Finanzzahlen bemerkbar: Der Umsatz ging um neun Prozent auf 132,2 Milliarden Euro zurück. Noch schlimmer aber: Der Gewinn von Mercedes ist 2025 um knapp die Hälfte eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Konzernergebnis 2025 um rund 49 Prozent von 10,4 Milliarden Euro auf 5,3 Milliarden Euro gesunken, teilte der Stuttgarter Autobauer mit. Die Zahlen hätten aber sogar noch schlechter sein können: Kosteneinsparungen von mehr als 3,5 Milliarden Euro in der Pkw-Sparte haben das Ergebnis noch halbwegs auf Kurs gehalten.

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Geschäftsjahr fällt die Prämie für die Beschäftigten in diesem Jahr erneut geringer aus. Mercedes beteiligt die rund 85.000 anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Deutschland mit voraussichtlich bis zu 3139 Euro am Ergebnis, wie das Stuttgarter Unternehmen mitteilte.

Mercedes: Modelloffensive soll die Wende bringen

„Wir sind bereit für das Jahr 2026“, sagt  Mercedes-Chef Ola Källenius. Mit einem klaren Plan und einem sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio treibe Mercedes die Transformation konsequent voran. 2025 markierte den Startschuss der größten Produkt- und Technologieoffensive bei Mercedes-Benz mit neuesten elektrischen Antriebssystemen und intelligenter Software“, so Källenius. Die Kundenaufträge für den im vergangenen Jahr vorgestellten neuen elektrischen CLA und GLC lägen deutlich über den Erwartungen, heißt es aus Stuttgart.

Ohne Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe wäre der Gewinn von Mercedes im vergangenen Jahr noch stärker gesunken.
Ohne Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe wäre der Gewinn von Mercedes im vergangenen Jahr noch stärker gesunken.  Foto: Bernd Weißbrod

2026 setzt Mercedes die Modelloffensive fort. Das mit Abstand wichtigste Modell ist die elektrische C-Klasse. Auch die sportliche Tochter AMG hat zwei Stromer in Planung, eine Limousine und ein SUV. Zudem hat der Autobauer mit dem Stern sein Flaggschiff S-Klasse überarbeitet: An der Luxuslimousine wurden rund 50 Prozent der Komponenten aufgefrischt.

Produktions- und Personalkosten sollen deutlich sinken

Darüber hinaus soll ein Sparprogramm Mercedes helfen, wieder profitabler zu werden. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten um zehn Prozent  sinken. Zudem würden die Materialkosten optimiert. Auch die Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent sinken.

Helfen soll auch ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also nicht in der Produktion. Mercedes arbeitet dabei mit Vorruhestandsprogrammen und Abfindungen im sechsstelligen Bereich. Genaue Zahlen nennt der Autobauer nicht, aber dem Vernehmen nach will das Unternehmen weltweit so bis zu 20.000 Stellen abbauen.


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Mercedes-Chef bemängelt Rahmenbedingungen in Deutschland

Viele Probleme sind hausgemacht, aber auch mit den äußeren Rahmenbedingungen hadert Mercedes-Boss Ola Källenius. „Wir setzen in Deutschland zehn bis zwölf Prozent unserer Autos ab, tätigen hier aber mindestens 50 Prozent unserer Investitionen. Wenn sich also irgendjemand zu diesem Standort bekennt, dann sind wir das“, sagt er im Interview mit dem „Spiegel“. „Aber wir müssen Deutschland dringend wettbewerbsfähiger machen.“

Die Energie beispielsweise habe sich seit 2022 verteuert. „Wir haben hier jedoch zugleich mit die höchsten Arbeitskosten der Welt“, so Källenius. Jahrelang habe man das mit gesteigerter Produktivität wettmachen können. Nun sei man an einen Punkt gekommen, an dem das nicht mehr reicht. „Wir wollen keine asiatischen Verhältnisse in Deutschland, müssen aber bei Energie, Steuern und Arbeitskosten wieder in eine Richtung gehen, dass sich Unternehmertum und Investitionen in Deutschland lohnen“, sagt der Mercedes-Chef. „Sonst fließt das Kapital woandershin.“

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