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Autoexperte kritisiert E-Auto-Prämie: „Unterstützt staatlich geförderte China-Marken“

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Bislang zündet die neue E-Auto-Prämie nicht so richtig im Handel. Daher wird die Kritik immer lauter. Vor allem daran, dass ausgerechnet Hersteller aus China profitieren, die vom eigenen Staat jährlich Milliardensummen erhalten.


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Mit der neuen E-Auto-Prämie will die Bundesregierung die Zahl der elektrifizierten Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen steigern. Alle Verbraucher, die E-Autos und bestimmte Plug-In-Hybride (mit mindestens 80 Kilometer elektrischer) Reichweite ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen haben, können das Geld beantragen. Je nach Einkommen und Familiengröße können Fördermittel von mindestens 1500 bis maximal 6000 Euro beantragt werden. 

Elektromobilität: Händlerverband klagt über anhaltende Kaufzurückhaltung

Aus Sicht vieler Autohändler bleibt dein Effekt durch die Förderung bislang jedoch: Der Verband der Automobilhändler Deutschlands (VAD) spricht von anhaltender Kaufzurückhaltung, wachsender Unsicherheit und zunehmendem wirtschaftlichem Druck auf die Branche. In einem Schreiben an Bundesumweltminister Carsten Schneider fordert der Verband eine zügigere Umsetzung der angekündigten E-Auto-Prämie sowie Nachbesserungen bei der Ausgestaltung.

„Ökonomisch macht eine Förderprämie keinen Sinn und beansprucht nur unnötigerweise den Staatshaushalt“, kritisiert  Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.
„Ökonomisch macht eine Förderprämie keinen Sinn und beansprucht nur unnötigerweise den Staatshaushalt“, kritisiert  Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.  Foto: Jens Büttner

Als besonders problematisch nennen Händler die unklare Ausgestaltung der Fördervoraussetzungen – etwa bei der Berechnung des Haushaltseinkommens – sowie fehlende Planungssicherheit bei Einführung und Auszahlung der Prämie. In der Praxis sei häufig nicht verlässlich zu klären, ob ein Anspruch bestehe. Zudem erschwere die notwendige Zwischenfinanzierung viele Kaufentscheidungen zusätzlich.

Autoexperte Dudenhöffer übt scharfe Kritik an der E-Auto-Förderung

Chinas größter Hersteller von E-Autos – BYD – bietet in Deutschland bis „zunächst“ zum 31. März 2026 einen eigenen „E-Bonus“ an, der die staatliche Elektroauto-Förderung der Bundesregierung ergänzten soll. Die Prämien gelten für alle elf in Deutschland erhältlichen Modelle der Chinesen, dazu gehören acht reine Elektrofahrzeuge und drei Plug-in-Hybride. Unter Ausschöpfung der maximalen staatlichen Förderung und der Prämie seitens des Herstellers, ist der Elektro-Kleinwagen Dolphin Surf im besten Fall für gerade einmal 12.990 Euro zu haben.

„Es ist schon spannend, was man sich im Bundesumweltministerium so alles ausdenkt“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) mit Sitz in Bochum. „Die Bundesregierung gibt damit grünes Licht, um den ruinösen Preiswettbewerb mit staatlicher Unterstützung aus China zu importieren.“ Hintergrund ist, dass der chinesische Staat viele große Autohersteller, darunter auch BYD, jedes Jahr mit Milliardensummen subventioniert. Das verzerre den internationalen Wettbewerb völlig, so Dudenhöffer.

Autoexperte: „Ökonomisch macht eine Förderprämie keinen Sinn“

Kritik übt Dudenhöffer aber auch deswegen, weil E-Autos zuletzt günstiger geworden sind. „Nach unseren monatlichen Erhebungen lag der Preisabstand zwischen Verbrenner und Elektroauto im Dezember 2025 gerade noch bei 1340 Euro“, sagt der Autoexperte. Stück für Stück habe sich der Preisabstand von 7321 Euro im Jahr 2024 auf nun 1340 Euro bis Dezember 2025 reduziert.

„Und dieser Prozess geht mit chinesischen Anbietern, die sich erst langsam im Markt entwickeln, und neuen, günstigeren Elektroautos, wie etwa dem VW ID.Polo, der im Lauf des Jahres n den Markt kommt, weiter“, so Dudenhöffer. Die monatlichen Analysen des CAR betrachten die Transaktionspreise der 30 meistverkauften Elektroautos und der 30 meistverkauften Verbrenner. Transaktionspreise sind die Preise, die der Kunde letztendlich bezahlt, also Listenpreise minus Rabatt.

Gleichzeitig würden die Daten zeigen, dass sich der Marktanteil von Elektroautos von 13,5 Prozent im Jahr 2024 auf 22,2 Prozent im Dezember 2025 kontinuierlich erhöht hätten. Die besseren Preise für die vollelektrischen Fahrzeuge steuerten den Markt.  „Ökonomisch macht eine Förderprämie somit keinen Sinn und beansprucht nur unnötigerweise den Staatshaushalt“, kritisiert  Dudenhöffer.

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