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E-Auto-Förderung 2026: Bundesumweltminister Schneider wehrt sich gegen Kritik

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Haushalte mit unter 80.000 Euro Jahreseinkommen können beim Kauf oder Leasing eines neuen E-Autos eine staatliche Prämie beantragen. Die Rahmenbedingungen rufen auch Kritiker auf den Plan.


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Alle Verbraucher, die E-Autos und bestimmte Plug-In-Hybride mit mindestens 80 Kilometer elektrischer Reichweite ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen haben, können eine staatliche Förderung beantragen – wenn sie unter der  Einkommensgrenze von 80.000 Euro pro Haushalt liegen. Pro Kind gibt es zusätzlich bis zu 500 Euro, insgesamt maximal 1000 Euro extra.

Die Förderung gilt ausschließlich für Privathaushalte, also nicht für Firmenfahrzeuge – und nur für Neuwagen. Das Programm umfasst sowohl Kauf als auch Leasing. Aus dem Bundesumweltministeriums heißt es, dass je nach Einkommen und Familiengröße Fördermittel von 1500 bis maximal 6000 Euro beantragt werden können. 

Neue E-Auto-Förderung ab 2026: Bis zu 6000 Euro für Haushalte mit niedrigem Einkommen

Kritik an dem Förderprogramm ließ nicht lange auf sich warten. Vor allem deswegen, weil E-Autos zuletzt günstiger geworden sind. „Nach unseren monatlichen Erhebungen lag der Preisabstand zwischen Verbrenner und Elektroauto im Dezember gerade noch bei 1340 Euro“, sagt zum Beispiel Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Bochum. Stück für Stück habe sich der Preisabstand von 7321 Euro im Jahr 2024 auf nun 1340 Euro bis Dezember 2025 reduziert.

Zugleich würden die Daten zeigen, dass sich der Marktanteil von Elektroautos von 13,5 Prozent im Jahr 2024 auf 22,2 Prozent im Dezember 2025 kontinuierlich erhöht hätten. Die besseren Preise für die vollelektrischen Fahrzeuge steuerten den Markt.  „Ökonomisch macht eine Förderprämie somit keinen Sinn und beansprucht nur unnötigerweise den Staatshaushalt“, kritisiert Dudenhöffer.

Kritik an der Kaufprämie: Bundesumweltminister hält am Förderprogramm fest

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) verteidigt die Förderbedingungen seiner Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybridmodelle. Im Gespräch mit der Fachzeitschrift „Auto, Motor und Sport“ betont der Minister das Ziel, endlich auch den Absatz von Elektroautos an Privatkunden anzukurbeln. „Klimaneutrales Fahren muss möglich sein, auch wenn man nicht das größte Portemonnaie hat“, so Schneider. Zugleich wolle die Bundesregierung wirtschaftliche Impulse setzen.

„Die Konjunktur stagniert, wir wollen Anreize für Wachstum setzen. Die Automobilbranche ist in Deutschland ein Leitmarkt – auch ein psychologischer. Der Pkw-Bestand in Deutschland ist so alt wie nie. Je mehr neue Elektroautos dazukommen, desto besser ist es. Da setzen wir an: Konjunktur, sozialer Ausgleich und Klimawirkung“, so Schneider.

Auch Plug-in-Hybride werden gefördert – mit Blick auf Industrie und Zukunftspläne

Dass auch Plug-in-Hybridmodelle, also Autos mit Verbrenner- und Elektroantrieb mit aufladbarem Akku, gefördert werden, hält Schneider für sinnvoll, obwohl die SPD offenbar gegen diese Förderung eingetreten ist. „Diese Entscheidung der Koalition hat auch wirtschaftspolitische Gründe. Wir wollen angeschlagene Zulieferer stabilisieren.

Nächstes Jahr kommt das Thema aber erneut auf den Tisch. Ich würde nämlich gerne die stärker belohnen, die ihren Plug-in-Hybrid wirklich elektrisch nutzen. Mittelfristig bin ich mir sicher, dass sich die rein batterieelektrischen Autos bei den Kunden durchsetzen werden.“

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