Krautheimer Spedition Rüdinger setzt weiter auf E-Lastwagen – warum sich das lohnt
Die Krautheimer Spedition hat in diesem Jahr 20 batteriebetriebene Laster angeschafft. Dieses Tempo soll beibehalten werden – und dabei der Markt für CO2-neutrale Transporte aufgerollt werden.
Hinter Roland Rüdinger und seinem Sohn Max liegen arbeitsreiche Schlusswochen. Seit Mitte November haben sie für die Spedition Rüdinger in Krautheim 20 Elektro-Lastwagen in Betrieb genommen. Umfasste der Fuhrpark des Familienunternehmens vor einem Jahr noch acht batteriebetriebene Transporte und Zugmaschinen, so sind es nun 28. Es sollten sogar 34 sein – aber das hat sich durch Lieferschwierigkeiten der Hersteller etwas verzögert.
Dafür hat das Unternehmen auch massiv in seine Lade-Infrastruktur investiert: Für weit mehr als eine Million Euro wurden am Firmensitz in Altkrautheim ein Batteriespeicher, ein Trafo und 26 neue Ladepunkte installiert. Als Pionier-Projekt ging eine Ladebrücke mit zehn Plätzen im September in Betrieb.
E-Mobilität bei Krautheimer Spedition Rüdinger: Jetzt gibt es Planungssicherheit
Mittlerweile ist sich Roland Rüdinger auch sicher, dass E-Mobilität in der Logistik eine Zukunft hat. Denn durch den Beschluss der Bundesregierung, Maut und Steuer für Elektro-Lastwagen bis Mitte 2031 weiterhin auszusetzen, gebe es die nötige Planungssicherheit. Nun rechne sich der Einsatz eines E-Lasters, sobald er mindestens 300 Kilometer am Tag auf mautpflichtigen Strecken zurücklegt: Das Fahrzeug koste zwar in der Anschaffung umgerechnet 100 Euro mehr am Tag als eine Diesel-Maschine, doch das werde durch die gesparte Maut – 34 Cent pro Kilometer – dann ausgeglichen. Es komme somit nur noch darauf an, was der Strom kostet: Sobald es weniger als 33 Cent je Kilowattstunde seien, sei Elektrizität billiger als Diesel. Roland Rüdinger geht davon aus, dass etwa ein Drittel des Bedarfs der Spedition über eigene Photovoltaik gedeckt werden kann.

Spedition Rüdinger: CO2-freies Stückgut – und das ohne Mehrkosten
Mit diesen Grundlagen im Rücken geht der Geschäftsführer jetzt in die Offensive. Denn nun kann er entsprechend kalkulieren. Von Jahresbeginn an gebe es CO2-neutrale Stückgut-Transporte, kündigt Rüdinger an. „Aber ohne Mehrkosten. Da sind wir nach meiner Beobachtung die ersten in Deutschland.“ Das bedeute nicht nur, dass die Krautheimer zwischen ihren Logistikzentren mit Elektro-Lastern fahren, sondern die Ware auch mit Stromern beim Kunden abholen. Wenn das Stückgut durch Partner mit konventionellen Lastern zum Ziel gebracht werde, kompensieren die Krautheimer dies, indem sie Sendungen der Partnerspediteure im Umkreis von Krautheim mit E-Transportern zustellen. „In Summe funktioniert es“, sagt Rüdinger.
Bei all dieser Verrechnung ist dem Firmenlenker eines klar: „So lange CO2-frei mehr Geld kostet, wird die Resonanz sehr überschaubar bleiben.“ Bislang gebe es nur ein größeres Unternehmen in Hohenlohe, dass diesen Weg gehen wolle. Das soll sich nun ändern. „Wir haben die nächste Raketenstufe gezündet.“ Kunden müssten sich aber auf eine dauerhafte Zusammenarbeit festlegen, damit die Einsätze fest geplant werden können.
Die neuen Fahrzeuge der Spedition Rüdinger haben mehr Reichweite
Auch technisch hat sich innerhalb des vergangenen Jahres einiges getan. Die in den vergangenen Wochen in Betrieb genommenen E-Actros von Mercedes haben mit 500 Kilometern deutlich mehr Reichweite als andere Modelle, die meist auf nur 300 Kilometer kommen. Damit werden nun auch längere Strecken und Zwei-Schicht-Betrieb möglich. Zum Schichtwechsel am Stammsitz können die Fahrzeuge an neuen Ladepunkten mit besonders großer Leistung laden.
So sehen die Planungen für das neue Jahr bei der Spedition Rüdinger aus
Unter den deutschen Logistikunternehmen sind die Krautheimer damit unter den Vorreitern. Selbst Konzerne wie Dachser oder Geis kommen kaum auf mehr Elektrolaster, hat der Geschäftsführer festgestellt. „Wir sind einer der wenigen Enthusiasten. Der Großteil der Unternehmer hat nur ein Elektrofahrzeug und probiert es aus.“Im nächsten halben Jahr soll sich erst einmal alles einspielen. Dann soll es aber straff weitergehen – die Hälfte seiner Neufahrzeuge 2026 könnten schon mit Batterie laufen. „Ich denke, dass jetzt der Knoten platzt“, sagt Roland Rüdinger.
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