Knorr-Werk in Heilbronn an US-Konzern verkauft

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Unilever hat den Verkauf von Knorr an McCormick bekannt gegeben. Der Deal verändert Eigentümerstruktur und Strategie grundlegend – auch für den Standort Heilbronn.


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Der Suppen- und Soßenhersteller Knorr wechselt die Flagge: Das Heilbronner Traditionsunternehmen wird vom britischen Unilever-Konzern an den US-amerikanischen Gewürzhersteller McCormick verkauft. Das teilten die beiden Unternehmen am Dienstag mit.

Unilever trennt sich von Knorr: So wird der Verkauf abgewickelt

Unilever trennt sich damit von seiner Lebensmittelsparte und behält nur noch die Körperpflege- und Reinigungsprodukte in seinem Portfolio. Dafür kassiert der Konzern 44,8 Milliarden Dollar – 15,7 Milliarden in bar, den Rest in Unternehmensanteilen an McCormick.

Das Heilbronner Knorr-Werk wird von Unilever mit der gesamten Lebensmittelsparte an einen US-Konzern verkauft.
Das Heilbronner Knorr-Werk wird von Unilever mit der gesamten Lebensmittelsparte an einen US-Konzern verkauft.  Foto: Seidel, Ralf

Nach Abschluss des Deals werde Unilever dadurch 65 Prozent an McCormick halten. 55,1 Prozent entfallen davon auf Unilever-Aktionäre, 9,9 Prozent auf den Unilever-Konzern selbst – jene Anteile würden nach Ablauf eines Jahres Schritt für Schritt wieder verkauft, wird angekündigt. Der Verkauf soll Mitte nächsten Jahres vorbehaltlich aller kartellbehördlichen Genehmigungen und Zustimmung der McCormick-Aktionäre abgeschlossen sein, heißt es in der Mitteilung. Das US-Unternehmen werde trotz der massiven Verschiebung in seiner Eignerstruktur weiter unter seinem Namen auftreten und agieren.

Wachstumsschub für McCormick: Massiver Umsatzsprung für die neuen Knorr-Eigner

McCormick wächst damit auf einen Umsatz von 20 Milliarden Dollar – bislang kamen die US-Amerikaner gerade  einmal auf sieben Milliarden. Im am selben Tag veröffentlichen Finanzbericht für das erste Quartal (zum 28. Februar) legte der Umsatz bereits dank eines Zukaufs in Mexiko um 16,7 Prozent auf 1,87 Milliarden Dollar zu; dabei wurde ein Umsatzwachstum in ähnlicher Größenordnung für das Gesamtjahr prognostiziert. Die Unilever-Sparte ist noch nicht in der Prognose enthalten.

Bei Unilever verbleibt dadurch ein Umsatz von etwa 39 Milliarden Euro. Der Umsatz der ausscheidenden  Lebensmittelsparte wird mit 10,73 Milliarden Euro für das vergangene Jahr angegeben, der operative Gewinn betrug 2,45 Milliarden Euro. Bei dem neu geformten McCormick-Konzern werden künftig Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte in Höhe von 600 Millionen Dollar pro Jahr erwartet. Wie diese Einsparungen zustandekommen sollen, wurde noch nicht mitgeteilt.

Für Knorr in Heilbronn fällt der Verkauf in besondere Zeiten

Für das Heilbronner Knorr-Werk fällt der Eigner-Wechsel in eine Zeit des Aufbruchs: Nachdem 2020 die Schließung des Stammsitzes der Suppenmarke gerade noch einmal abgewendet werden konnte, wurde in den vergangenen Jahren stetig in den Standort investiert.

Dabei wurden Anlagen erneuert, automatische Flurförderfahrzeuge angeschafft, die Verwaltung umgezogen und modernisiert und nicht mehr benötigte Gebäude verkauft, vermietet oder abgerissen. In einem Gebäude siedelte sich das Lebensmittel-Start-up Protein Distillery an, zu Jahresbeginn wurde der ehemalige Werksverkauf in der Besigheimer Straße von der Heilbronner Spedition Christ übernommen und zu einem Self-Storage-Standort umgebaut. Parallel wurden Photovoltaikanlagen auf dem Hochregallager und auf nicht benötigten Flächen installiert.


Durch die Schließung eines Thüringer Werks wurde die Herstellung weiterer Produkte nach Heilbronn verlagert. Aktuell zählt der Standort etwa 560 Beschäftigte – mit leicht sinkender Tendenz wegen weiterer Automatisierung. 

Diese Marken werden ebenfalls verkauft – und diese bleiben bei Unilever

Neben Knorr hat sich Unilever auch von Marken wie Mondamin und Hellmann’s Mayonnaise getrennt. Im vergangenen Jahr spaltete der Konzern bereits seine Eiscreme-Sparte mit Marken wie Ben & Jerry’s und Magnum ab und brachte sie an die Börse. Von der Margarine-Sparte um die Marken Rama und Becel trennte sich Unilever bereits 2017, sie ging damals an den Finanzinvestor KKR.

Im Portfolio der Briten verbleiben nun nur noch Marken wie Axe, Dove, Rexona, Vaseline, Domestos oder Sunlight.

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