Mitarbeiter-Kritik an neuer Homeoffice-Regeln bei Schwarz-Gruppe – "halte ich für einen Fehler"
In drei Bereichen müssen Mitarbeiter der Schwarz-Gruppe wieder an drei Tagen ins Büro kommen. Die neue Homeoffice-Regel sorgt für Kritik seitens der Belegschaft.
Die neuen Regelungen der Schwarz-Gruppe zum Homeoffice in einigen Bereichen sorgen weiterhin für Wirbel in der Region. Die Unruhe in der Belegschaft ist groß, wie im Neckarsulmer Umfeld zu hören ist. Doch kaum ein Mitarbeiter traut sich, die neuen Vorgaben öffentlich zu kommentieren, weil sie Konsequenzen des Arbeitgebers fürchten. Die Heilbronner Stimme konnte dennoch mit Mitarbeitern der Schwarz-Gruppe sprechen.
Schwarz-Gruppe kippt Homeoffice-Regel in zentralen Bereichen – mehr als 1000 Mitarbeiter betroffen
Wie berichtet hat die Neckarsulmer Unternehmensgruppe die großzügigen Homeoffice-Regelungen in einigen zentralen Bereichen gekippt. Betroffen sind die Mitarbeiter von Schwarz Corporate Solutions, Schwarz Corporate Affairs und Sportmarketing.
Ab 1. März, also ab kommender Woche, müssen die Mitarbeiter dieser Bereiche wieder drei Tage pro Woche im Büro arbeiten. Darüber wurden die Betroffenen in den zurückliegenden Tagen informiert. Um wie viele Mitarbeiter es sich handelt, teilt die Schwarz-Gruppe nicht mit. Nach Informationen der Heilbronner Stimme dürften es mehr als 1000 Mitarbeiter sein, die vor allem auf dem Neckarsulmer Stiftsberg arbeiten.
Schwarz-Gruppe mit neuer Homeoffice-Regel: mit Führungskräften nach Lösungen suchen
Damit sind in den genannten Bereichen die Zeiten vorbei, in denen die Mitarbeiter bis zu fünf Tage pro Woche mobil arbeiten konnten. Allerdings soll es für die Betroffenen eine Übergangszeit von sechs Monaten geben, „um eine mögliche Umstellung zu erleichtern“, heißt in der internen Mitteilung, die unserer Redaktion vorliegt. Das dürfte vor allem für Mitarbeiter relevant sein, die weit weg von Neckarsulm wohnen oder Kinder oder Angehörige zu Hause betreuen oder pflegen. Besondere persönliche Anliegen sollen mit den jeweiligen Führungskräften besprochen werden, um angemessene Lösungen zu finden, heißt in der Mitteilung.
Weniger Homeoffice auch in anderen Schwarz-Bereichen? Mitarbeiter erwartet das
Bei Mitarbeitern der Schwarz-Gruppe kommt die neue Regelung nicht gut an. „Die Aufhebung der Regelung halte ich für einen Fehler“, sagt ein Mitarbeiter von Schwarz Digits - diese Sparte ist nicht von der Maßnahme betroffen. Er rechnet damit, dass nun viele gute Mitarbeiter kündigen werden und sich einen anderen Arbeitgeber suchen werden, der großzügigere Regelungen beim mobilen Arbeiten hat.
Der Mitarbeiter von Schwarz Digits sorgt sich, dass das nur der Anfang war. „Wir gehen davon aus, dass die neue Regelung Schritt für Schritt auch bei den anderen Unternehmen eingeführt wird“, sagt er. Bei Schwarz Digits rechneten die Mitarbeiter damit, dass es mit dem Umzug nach Bad Friedrichshall so weit sein wird. Dort entsteht gerade der Schwarz-Projekt–Campus für rund 3500 Beschäftigte der Digital-Sparte der Schwarz-Gruppe. Die ersten Mitarbeiter sollen Anfang 2026 in Bad Friedrichshall beginnen.
Kaufland-Mitarbeiterin kritisiert Nachteile der neuen Homeoffice-Regelungen: Viel mehr Zeitaufwand
Eine klare Meinung zur neuen Homeoffice-Regelung bei der Schwarz-Gruppe hat auch eine Kaufland-Mitarbeiterin. Das Handelsunternehmen ist ebenfalls nicht von der Neuerung betroffen. „Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Teilzeit haben natürlich auch wie die Vollzeitkräfte ihren Alltag und ihre Familie danach ausgerichtet“, sagt sie. „Für einige Mütter wäre ein Drei-Tage-Büro-Woche mit viel mehr Zeitaufwand verbunden.“ Aus eigener Erfahrung bei Kaufland, wo sie ein bis zwei Tage pro Woche im Büro ist, sagt sie: „Wir arbeiten als Team tatsächlich viel effektiver im Homeoffice.“
Die Mitarbeiterin ist der Ansicht, dass die Schwarz-Gruppe als Top-Arbeitgeber in der Region großzügig Homeoffice anbieten muss, da dies ein Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt sei. „Es wäre daher sicher für die Arbeitsleistung des Einzelnen nicht zielführend, jetzt auch noch mehrere Bürotage zu verlangen“, sagte sie der Heilbronner Stimme. Auch Stimme-Leser diskutieren das Thema emotional, ob Homeoffice nur etwas für Faulenzerist.
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Rainer A. Todt am 01.03.2025 09:32 Uhr
Wer komplizierte Dinge und Sachvorgänge - ohne Publikumsverkehr - zu erledigen hat, arbeitet nach meiner eigenen Erfahrung mit 100 % Home Office besser, effektiver, konzentrierter - vor allem wenn der Gerneration 45+ angehört.
Faulenzen, Buschfunk betreiben, Zeit-tot-schlagen kann man auch im Büro in Präsenz....