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Regelung für Homeoffice: Was jetzt bei Bechtle, Schwarz-Gruppe und Co. gilt

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Eine neue Studie zeigt, dass Homeoffice in der deutschen Wirtschaft zum Standard gehört. In Heilbronn-Franken gibt es bei manchen Firmen aber eine andere Tendenz. 

von Jürgen Paul und dpa

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In den zurückliegenden Wochen und Monaten kündigten zahlreiche große Unternehmen an, ihre Mitarbeiter wieder verstärkt ins Büro zu holen. Der seit der Corona-Pandemie zu beobachtende Trend zum Homeoffice schien beendet zu sein. Eine aktuelle Studie des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zeigt jedoch, dass sich mobiles Arbeiten in der deutschen Wirtschaft etabliert hat.

Studie: Mindestens ein Homeoffice-Tag pro Woche ist häufig Standard

In der Informationswirtschaft etwa arbeiten die Beschäftigten in 82 Prozent der Unternehmen mindestens einmal pro Woche im Homeoffice. Im verarbeitenden Gewerbe, das sehr stark ortsgebunden ist, sind es laut ZEW-Studie nur 48 Prozent. 

Das ZEW sieht keine Anzeichen für eine Abkehr vom mobilen Arbeiten. Studienleiter Daniel Erdsiek spricht von einem konstant hohen Niveau an Homeoffice seit der Pandemie. Vor Corona war mobiles Arbeiten in der IT-Branche nur bei 48 Prozent der Unternehmen üblich, im verarbeitenden Gewerbe waren es lediglich 24 Prozent.

ZEW-Studie: Unternehmen werden Homeoffice-Angebot ausweiten

An der weiten Verbreitung von Homeoffice wird sich nach Ansicht der ZEW-Experten auch nichts ändern. "Mit Blick auf die nächsten zwei Jahre rechnen die Unternehmen auch nicht damit, Angebote mit mindestens einem Homeoffice-Tag pro Woche zurückzufahren", sagt Studienleiter Erdsiek.

Vielmehr werde der Anteil an Unternehmen, die 2026 Homeoffice anbieten wollen, auf 88 Prozent in der IT-Wirtschaft und auf 57 Prozent im verarbeitenden Gewerbe ansteigen. Die Unternehmen rechnen damit, dass der Anteil an Beschäftigten zunehmen wird, die solche Angebote nutzen.

Bechtle aus Neckarsulm: Kehrtwende beim Thema Homeoffice

In den vergangenen Monaten hatten Konzerne wie der Softwareriese SAP oder die Deutsche Bank für Schlagzeilen gesorgt, weil sie ihre großzügigen Homeoffice-Angebote deutlich zurückgefahren haben. Auch in der Region gibt es diese Tendenz, etwa was Homeoffice beim Neckarsulmer IT-Dienstleister Bechtle angeht. Im Februar hatte das Unternehmen angekündigt, dass mobiles Arbeiten die Ausnahme sein soll, während die Präsenz im Büro die Regel sein müsse.

Bei Bechtle in Neckarsulm ist mobiles Arbeiten die Ausnahme, nicht die Regel.
Bei Bechtle in Neckarsulm ist mobiles Arbeiten die Ausnahme, nicht die Regel.  Foto: Mugler\, Dennis

Bechtle begründete die Kehrtwende mit den Herausforderungen des Unternehmens, die eine kreative Zusammenarbeit vor Ort erfordere. Zudem seien vor allem neuen Mitarbeitern sowie Auszubildenden und Studierenden leere Büros und fehlende Ansprechpartner nicht zuzumuten, hieß es.

"Wir wollen und müssen ein Umfeld schaffen, das die kreative Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Dazu brauchen wir Sie und dazu brauchen wir Ihre Präsenz – im Büro oder beim Kunden", hatte Bechtle-Chef Thomas Olemotz im Februar an die Mitarbeiter geschrieben.

Schwarz-Gruppe hält nach Diskussionen an großzügiger Homeoffice-Regelung fest

Auch bei der Schwarz-Gruppe mit Kaufland, Lidl, Prezero und Schwarz Digits hatte das Thema Homeoffice zu Jahresbeginn für Aufregung gesorgt. Die Führungskräfte der Schwarz-Gruppe hatten überlegt, die großzügige Regelung von bis zu fünf Homeoffice-Tagen pro Woche zu kippen. In mehreren Bereichen waren bereits wieder feste Bürotage eingeführt worden.

In der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, bleibt es bei der großzügigen Homeoffice-Regelung.
In der Neckarsulmer Schwarz-Gruppe, zu der Lidl und Kaufland gehören, bleibt es bei der großzügigen Homeoffice-Regelung.  Foto: dpa (Symbolbild)

Nach großer internen Aufregung beschlossen die Verantwortlichen der Schwarz-Gruppe jedoch, an der bestehenden Regelung mit bis zu fünf Homeoffice-Tagen pro Woche nach Absprache mit den Vorgesetzten festzuhalten.  

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