Bekannt aus "Höhle der Löwen": Wie ein Start-up mit KI bei Mathe helfen will
Rockettutor will Schülern mit einer KI in Mathe helfen. Die Campus Founders aus Heilbronn arbeiten mit dem Start-up zusammen. Bei "Höhle der Löwen" konnten sie auch Carsten Maschmeyer überzeugen.
Ein Nachhilfelehrer, der einem zu Hause nochmal erklärt, was man in Mathe nicht verstanden hat, passende Übungen vorschlägt und anschließend den Lösungsweg durchgeht. Das ist die Idee von Rockettutor. Doch es kommt kein echter Nachhilfelehrer zu den Schülern nach Hause.
Rockettutor ist ein KI-basiertes Online-Nachhilfeportal, das mithilfe eines persönlichen "KI-Tutors" und individuellen Lernplänen "effektiv schnell bessere Mathenoten" verspricht. Lionel Rühlemann, Yue Wu und Komaldeep Chahal haben das Start-up vor drei Jahren gegründet, alle drei haben an der Technischen Universität München (TUM) studiert und kennen sich von der Uni.
Bekannt aus "Höhle der Löwen": Gründung von Rockettutor – Mission perfekte Nachhilfe für zu Hause
Gründer Yue Wu ist zunächst in Deutschland aufgewachsen, musste aber noch als Kind nach China, ins Heimatland seiner Eltern, ziehen. Land und Sprache waren ihm völlig fremd. Um ihrem Enkel das Ankommen zu erleichtern, wurde seine Oma zu seiner privaten Nachhilfelehrerin und lernte mit ihm von morgens bis abends.
"Und wir dachten, so etwas braucht jeder. Einen persönlichen Nachhilfelehrer, der die perfekte Lehrkraft ist. Aber nicht jeder hat so eine Oma", erzählt Lionel Rühlemann im Gespräch mit unserer Redaktion.

Start-up Rockettutor bekannt aus "Höhle der Löwen": "Passt gut ins Ökosystem Heilbronn"
In das Start-up der drei Münchener hat auch das Campus Founders Venture Studio aus Heilbronn investiert. Gerade der Schwerpunkt KI in Kombination mit Bildung sei für die Campus Founders spannend und passe "zum Ökosystem in Heilbronn", erklärt Patrick Burkert, verantwortlich für den Start-up Bereich bei den Campus Founders. Der Erfolg eines Start-ups hänge von vielen Faktoren ab, doch es brauche auf jeden Fall die Fähigkeit "langfristig zu denken und kurzfristig zu handeln". Das Venture Studio sei unter anderem dafür da, die Start-ups mit Tipps zu unterstützen "die man nicht einfach googeln kann", so Burkert.
Und nicht nur die Campus Founders sind auf Rockettutor aufmerksam geworden, auch die Produktion der Vox-Sendung "Die Höhle der Löwen", wo auch schon die Gründer von "everysize.com" zu sehen waren. Vor wenigen Wochen war das Gründerteam in der Sendung zu sehen und konnteInvestor Carsten Maschmeyer von sich überzeugen. Lionel Rühlemann erlebt Carsten Maschmeyer und sein Team als engagiert und unterstützend. Es gibt Experten für verschiedene Bereiche, beispielsweise Performance oder Social Media, die mit den Gründern Workshops abhalten, um sich weiter zu verbessern. "Sie wollen wirklich ihr Know-how einbringen".
Teilnahme bei "Höhle der Löwen": Ausstrahlung zeigt bei Start-up erste Effekte
Die Teilnahme habe sich "sehr gelohnt", bereits kurz nach der Ausstrahlung hätte es "erste Effekte" gegeben, berichtet Lionel Rühlemann. Das sehe man an den Nutzerzahlen, es wurden mehr zahlungspflichtige Abos abgeschlossen und es gebe "sehr viel Traffic auf der Seite". Wie genau die Nutzerzahlen sich verbessert hätten, sei laut dem Gründer "schwer zu sagen", da sie kurz zuvor auch ihr Bezahlsystem umgestellt hätten. Deshalb seien Vergleiche schwierig.
Aktuell ist Rockettutor nur für die Klassen acht bis 13 am Gymnasium konzipiert - warum? "Weil man einfach irgendwo anfangen muss", sagt Lionel Rühlemann. Zu Beginn war die Nachhilfeplattform nur zur Abiturvorbereitung gedacht. Hier habe man sich bereits weiterentwickelt und könne mittlerweile mehr Klassenstufen ansprechen. "Aktuell ist der Plan, dass wir bis Ende des Jahres auch für die Real- und Hauptschulen ein Angebot haben."
Start-up Rockettutor bekannt aus "Höhle der Löwen": Begleitung von Lehrern und Schülern als Ziel
Aus Unternehmerperspektive ist es ein Problem, dass Schüler Nachhilfe oft nur kurzfristig in Anspruch nehmen, eben beispielsweise ein oder zwei Monate vor dem Abitur. Rockettutor hat das Ziel, Schüler langfristig, also über mehrere Schuljahre, zu begleiten und sie auf dem Weg zu ihrem Abschluss zu unterstützen.
Neben den Schülern sollen auch Lehrer unterstützt werden. Das KI-Tool kann die Lehrkraft unterstützen, indem Schüler Übungen einzeln bearbeiten können und direktes Feedback zu ihrer Lösung erhalten – und gegebenenfalls Fragen stellen können. Dem könne eine einzelne Lehrkraft oft nicht gerecht werden. Wie sooft gilt auch hier: KI soll den Menschen nicht ersetzen. Sie soll unterstützen, die Lehrkraft entlasten und so den Unterricht effizienter und individueller gestalten.
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