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Trotz Dunkelflaute: Warum Transnet-BW vorerst entspannt bleibt 

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Nach einer erneuten Phase ohne Wind- und Solarstrom betont Transnet-BW die Beherrschbarkeit der Lage, fordert aber schnelle Entscheidungen in einer bestimmten Frage.


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Am vorigen Mittwoch und Donnerstag war es zum zweiten Mal in diesem Winter so weit: Eine sogenannte Dunkelflaute erstreckte sich über Mitteleuropa, eine dicke Wolkendecke kombiniert mit kaum Wind. Die Folge: Windräder drehten sich weder an Land noch auf See und auch die Photovoltaikanlagen erzeugten kaum Strom.

Daraus ist inzwischen eine politische Debatte geworden, nachdem die Energieminister Norwegens und Schwedens Deutschland vorwarfen, in ihren eigenen Ländern für überhöhte Strompreise gesorgt zu haben. Norwegen erwäge demnach, die Lieferungen nach Deutschland einzustellen, Schweden fordert, dass auch Deutschland verschiedene Strompreiszonen einrichtet. Und beide zusammen tadeln, dass die letzten drei deutschen Atomkraftwerke vergangenes Jahr abgeschaltet worden sind.

 

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Trotz Dunkelflaute: „Es ist definitiv nicht so, dass wir vor einem Blackout stehen.“

Nun stellt Werner Götz, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Transnet-BW, eines klar: „Die Systemsicherheit war in keinem Moment gefährdet.“ Die Dunkelflauten hätten zwar zu hohen Preisen geführt, die Stromversorgung sei aber gesichert gewesen. Wie eine Unternehmenssprecherin ergänzt, sei dem Versorger nicht bekannt, dass Unternehmen wegen der hohen Strompreise die Produktion gedrosselt hätten.

„Die verfügbaren Kapazitäten am Strommarkt haben an allen Tagen in diesem Jahr ausgereicht, auch an Tagen mit wenig Wind und Sonne im November und Dezember“, teilt die Sprecherin von Transnet-BW weiter mit. Es sei nicht ungewöhnlich, in Knappheitssituationen Strom zu importieren. „Von den Marktpreisen lässt sich folglich nicht unmittelbar auf die Systemsicherheit schließen. Hohe Preise sind ein Hinweis auf ein knappes Angebot.“

Damit sei aber nicht automatisch eine Gefährdung der Systemsicherheit verbunden. „Die Energiewende funktioniert auch bei Dunkelflaute“, sagt die Sprecherin. „Es ist definitiv nicht so, dass wir vor dem Blackout stehen. Die Lage ist absolut beherrschbar.“

Neues Gas-Kraftwerk für Heilbronn: Finanzierung weiter offen

Ein anderer Punkt bereitet dem Stromversorger viel größere Sorgen: Für die nötigen neuen Kraftwerke, wie gerade auch eines in Heilbronn gebaut wird, fehlen noch die Finanzierungsabsprachen mit der Bundesregierung. Und ob dies noch mit der alten Bundesregierung möglich ist oder wie sich eine neue Bundesregierung dazu stellt, ist völlig ungewiss.

Für einen sicheren und planmäßigen Kohleausstieg seien bundesweit 21 Gigawatt regelbare Leistung notwendig, betont die Transnet-BW-Sprecherin. Das hätten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und Transnet-BW berechnet. Es könne nur aus dem System rausgehen, was auch wieder reinkommt, und außerdem müssen die neuen Kraftwerke absehbar klimaneutral betrieben werden können. Dabei sei absehbar, dass die neuen Kraftwerke nur wenige Stunden laufen werden, weil die Stromnachfrage hauptsächlich durch Wind und Sonne gedeckt werden soll. „Hier dennoch die entscheidenden Investitionsanreize zu setzen, ist Aufgabe der Politik.“ Allerdings steht seit wenigen Tagen fest: Das dafür vorgesehene Kraftwerkssicherheitsgesetz wird wegen der vorzeitigen Bundestageswahlen vertagt.

Vorhalten von Energie: Damit ließen sich Dunkelflauten absichern  

Das zukünftige Strommarktdesign muss sich dem veränderten Energiesystem anpassen, fordert Transnet-BW. „Es ist erwartbar, dass künftig nicht nur das Einspeisen von Energie vergütet wird, sondern auch das Vorhalten von Energie.“ So ließen sich zum Beispiel auch Dunkelflauten absichern. „Für die dringend benötigten Kraftwerke, die den Kohleausstieg ermöglichen sollen, fehlen Investitionsanreize“, warnt Werner Götz. „Das Ampel-Aus droht uns beim Kraftwerkssicherheitsgesetz und beim Kapazitätsmarkt um Monate zurückzuwerfen. Damit verlieren wir wertvolle Zeit, die wir nicht haben.“

Und der Vorwurf zu den abgeschalteten Kernkraftwerken? Da hüllt sich Transnet-BW in Schweigen - es gibt dazu keinen Kommentar.

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