1,30 Euro pro Kilowattstunde: Warum jetzt die Strompreise in Deutschland explodieren
Die Dunkelflaute führt zu extremen Preissprüngen beim Strom. Für einige Verbraucher wird es teuer, in einigen Firmen steht die Produktion still. Woran das liegt – und warum das Ausland schimpft.
Der Strompreis schießt derzeit durch die Decke. Am Donnerstag, 12. Dezember, führte eine sogenannte Dunkelflaute – also eine Phase mit wenig Wind- und Solarstromerzeugung – zu Strompreisen in historischer Höhe. Teilweise kostete er einen Euro pro Kilowattstunde. Für Kunden mit dynamischen Tarifen hieß das, dass sie Strom für bis zu 1,30 Euro pro Kilowattstunde beziehen mussten. Das hat Folgen für Verbraucher und Industrie.
Strompreise schießen in Deutschland in die Höhe: Kritik aus dem Ausland
Wenig Sonnenschein und Windstille hat dafür gesorgt, dass die Produktion von Solar- und Windenergie in Deutschland gering war. Damit die Versorgung sichergestellt werden konnte, mussten laut Bundesnetzagentur Gas- und Heizölkraftwerke einspringen.
Doch damit nicht genug: Zusätzlich wurden große Mengen Strom aus Nachbarländern wie Österreich, Schweden, den Niederlanden und Norwegen importiert. Wie mehrere Medien berichten, stiegen folglich auch dort die Preise.
Besonders groß war die Wut in Schweden: Auf der Plattform "X" schrieb Energieministerin Ebba Busch: "Wenn der Wind nicht weht, bekommen wir mit diesem gescheiterten Stromsystem hohe Strompreise. Das ist eine Folge der Abschaltung der Kernkraftwerke."
Hohe Strompreise: Situation trifft Verbraucher, Industrie drosselt Produktion
Eine Gruppe trifft die aktuelle Situation besonders hart: Verbraucher mit flexiblen Stromtarifen. Denn dort ist, anders als bei Normalverbrauchern, kein fester Preis pro Kilowattstunde vereinbart, berichten die "Stuttgarter Nachrichten". So warnt etwa Anbieter "Tibber" seine Kunden auf "X" vor Preissteigerungen von bis zu 400 Prozent.
Ebenfalls betroffen von der Entwicklung ist die deutsche Industrie: Erste Betriebe mussten aufgrund der hohen Strompreise ihre Produktion drosseln. Eines davon war, wie die "Bild" berichtet, das Elektrostahlwerk der sächsischen Firma Feralpi in Riesa. Und nicht nur das: Der Betrieb soll seine Produktion sogar komplett gestoppt haben. Ein weiteres Beispiel ist die Anke GmbH, ein Metall-Betrieb in Essen. Auch hier ging zeitweise nichts mehr.
Hohe Kosten: Ab wann die Strompreise wieder sinken könnten
Wann ist Besserung in Sicht? Wie die "Stuttgarter Nachrichten" schreiben, könnten sich die Preise bald stabilisieren: Für das Wochenende werde mit einer Erholung der Windstromproduktion gerechnet, was die Strompreise wieder senken könnte.
Nach Angaben des Stromanbieters Tibber könnte der durchschnittliche dynamische Strompreis am Sonntag bei rund 8 Cent pro Kilowattstunde liegen. Das wäre ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Rekordwerten der Woche.
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Stimme.de
Kommentare
Michael Tomanek-Ihle am 14.12.2024 10:04 Uhr
Oh man. Dass die "Stimme" sich nicht ausführlich informiert ist schon krass. Das sind Ausreißer im Winter und die werden immer normal sein. Auf Wind , Wasser und Sonne zu setzen ist absolut sinnvoll und für die Zukunft unserer jüngeren Generation nicht anders zu machen!