Ehemaliger Audi-Chef Duesmann engagiert sich jetzt in der Stiftung Klimaneutralität
Ex-Audi-Chef Duesmann und seine damalige Strategiechefin Silja Pieh sind in ihrer aktiven Zeit bei Audi intern immer wieder durch etwas verstörende Aussagen aufgefallen. Nun sind beide bei der Stiftung Klimaneutralität tätig.
Als Markus Duesmann 2020 den Chefposten bei Audi übernahm, war die Erwartungshaltung im Unternehmen groß. Sehnsüchtig war der heute 56-Jährige bei der VW-Tochter erwartet worden. Erfüllt hat der Ingenieur die Erwartungen indes nicht: Zum 1. September 2023 wurde Duesmann durch den heutigen CEO Gernot Döllner ersetzt. Intern wie extern sorgte Duesmann im Oktober 2022 in einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ für Aufsehen - mit positiven als auch negativen Reaktionen.
„Um uns in Deutschland besser einzustimmen auf die Lage und die Notwendigkeit des Sparens, könnte es wieder autofreie Tage geben, so wie in den 1970er Jahren“, hatte er unter anderem gesagt. Auch ein Tempolimit könne ein hilfreiches Symbol sein, wurde Duesmann in der Zeitung weiter zitiert. Kurz danach ruderte der damalige Audi-Chef zurück. In einer E-Mail an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hieß es unter anderem: „Es tut mir wirklich weh, wie verfälscht darüber berichtet wurde. „Wie ihr wisst, habe ich auch in der Vergangenheit schon immer betont, dass ich strikt gegen Verbote und für intelligente Lösungen bin. Das gilt auch für Fahrverbote und Tempolimit.“ Was blieb war bei vielen Audianern war seinerzeit dennoch Unverständnis.
Ehemaliger Audi-Chef Duesmann im Beirat der Stiftung Klimaneutralität
Öffentliche Auftritte von Markus Duesmann sind in den vergangenen Jahren seltener geworden. Bekannt ist aber, dass der ehemalige Audi-Chef Beirat der Stiftung Klimaneutralität ist. Die Stiftung entwickelt nach eigenen Angaben „wissenschaftlich fundierte Strategien für eine klimaneutrale Zukunft und fördert den Dialog zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft – unabhängig, gemeinnützig und lösungsorientiert.“ Sie sei in ihrer Arbeit unabhängig und parteipolitisch neutral“.

Maschinenbauingenieur Duesmann sorgte bei verschiedenen beruflichen Stationen, so auch bei Audi, für Elektrifizierungspläne und setzte sich für einen strategischen Ausstieg aus der Verbrennertechnologie ein. So gab der 56-Jährige unter anderem das Ziel aus, 2033 den letzten Verbrenner-Audi bauen zu wollen. Ursprünglich war geplant, ab 2026 nur noch E-Autos als neue Modelle einzuführen. Mittlerweile gibt es Pläne, Fahrzeuge mit Benzin- und Dieselmotor weit über diesen Zeitpunkt hinaus zu produzieren.
Ehemalige Audi-Strategiechefin Direktorin der Stiftung Klimaneutralität
Es mag nun Zufall sein oder nicht: Aber mit Silja Pieh ist seit 1. Januar 2026 als Direktorin eine Duesmann-Vertraute an der Spitze der Stiftung Klimaneutralität. Pieh soll dem Thinktank, der den Grünen nahesteht und sich in wenigen Jahren zu einer wichtigen Stimme in der Klimadebatte entwickelt hat, mehr Gehör und Glaubwürdigkeit in der Industrie verschaffen. Die Managerin war von August 2020 bis Januar 2026 bei Audi Leiterin der Strategie.

Die 51-Jährige galt bei der Marke mit den vier Ringen als große Verfechterin der Elektromobilität und hätte dem Vernehmen nach den Abschied vom Verbrennungsmotor noch früher eingeleitet. Damit sorgte sie intern immer wieder für Aufregung in der Technischen Entwicklung und insbesondere am Standort Neckarsulm, der dank den beiden Verbrenner-Modellen A5 und A6 erstmals seit langer Zeit im vergangenen Jahr wieder besser ausgelastet war.
Bei Audi setzt man beim Thema Antrieb auf Flexibilität. „Die Produktion unserer letzten Verbrenner werden wir in Abhängigkeit von der jeweils unterschiedlichen Entwicklung der Weltmärkte steuern“, sagt der amtierende Audi-Chef Gernot Döllner. „Wir haben bereits entschieden, die Produktion über die in der Vergangenheit kommunizierten Enddaten hinaus zu verlängern.“ Mit dem Dreiklang aus Verbrennern, Plug-in-Hybriden und E-Autos könne Audi den unterschiedlichen Bedürfnissen seiner Kundinnen und Kunden auf allen Märkten weltweit gerecht werden“, sagt der Manager.
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