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Donald Trump tritt Amt an: Wirtschaft in Heilbronn-Franken sorgt sich um mögliche Zölle

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IHK und Südwestmetall in der Region Heilbronn-Franken fürchten die von Trump angekündigten Zölle auf US-Importe. Ein Verbandsvertreter sieht aber auch Chancen für deutsche Maschinenbauer.


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In der regionalen Wirtschaft sind die Sorgen vor dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump am Montag groß. Vor allem die Zölle, die der Republikaner im Wahlkampf immer wieder angekündigt hatte, könnten Unternehmen aus der exportstarken Region und Baden-Württemberg schaden. Aber Trumps Wirtschaftspolitik könnte auch Chancen bieten, meint ein Verbandsvertreter.

IHK Heilbronn-Franken: US-Zölle würden regionale Unternehmen in schwieriger Zeit treffen

„Die angekündigten Zölle auf US-Importe treffen die deutsche Wirtschaft und die industriell geprägte Wirtschaftsregion Heilbronn-Franken in einer schwierigen Zeit“, meint Elke Döring, Hauptgeschäftsführerin der IHK Heilbronn-Franken. „Wir stecken in der Rezession fest, die Unternehmen leiden unter hohen Steuern, Energiepreisen, zu viel Bürokratie und einem fehlenden wirtschaftspolitischen Kurs.“ Nord- und Lateinamerika seien für die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken laut der IHK-Konjunkturumfrage die bedeutendsten globalen Exportregionen mit Wachstumspotenzial. Die US-Politik habe schon bisher dafür gesorgt, dass auch viele Mittelständler Standorte in den USA eröffnen. „Hinzu kommt, dass viele Firmen in Mexiko und Kanada für den US-Markt produzieren und künftig mit deutlichen Auftragsrückgängen rechnen müssen“, warnt Elke Döring.

Zur Diversifizierung und Absicherung von Lieferketten müssten Deutschland und Europa neue Handelsabkommen und strategische Partnerschaft weltweit vorantreiben. „Auf nationaler und europäischer Ebene gilt es, die Unternehmen von Bürokratie und Nachweispflichten zu entlasten und ihnen den Zugang zu neuen Märkten zu erleichtern“, sagt die IHK-Hauptgeschäftsführerin.

Südwestmetall-Geschäftsführer zu Amtsantritt von Donald Trump: Ziel müssen gewinnbringende Handelsbeziehungen für beide Seiten sein

Auch Jörg Ernstberger, Geschäftsführer bei Südwestmetall Bezirksgruppe Heilbronn/Region Franken, sorgt sich um mögliche Zölle, die Trump einführen möchte. „Strafzölle, wie sie im Wahlkampf mehrfach angekündigt wurden, würden auch viele unserer exportierenden Unternehmen empfindlich treffen“, sagt Ernstberger. Es werde Aufgabe einer neuen Bundesregierung sein, die Beziehungen zu den USA für alle Beteiligten so gewinnbringend wie möglich zu gestalten.

„Für eine Verhandlungsposition auf Augenhöhe wird dabei auch ein enger Schulterschluss mit unseren europäischen Nachbarn und ein gemeinsames Auftreten der EU von großer Bedeutung sein“, betont der Südwestmetall-Geschäftsführer Ernstberger weist aber darauf hin, dass man aktuell lediglich auf Aussagen zurückgreifen könne, die im Rahmen des US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfs getroffen wurden. „Wie die Wirtschaftspolitik Donald Trumps en Detail aussieht, müssen seine ersten hundert Tage im Amt zeigen“, betont er.

Südwestmetall-Vorstandschef sieht auch Chancen unter US-Präsident Donald Trump

Hans-Jörg Vollert, Vorstandsvorsitzender der regionalen Südwestmetall-Bezirksgruppe, sieht einen US-Präsidenten Trump nicht nur schlecht. „Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für die baden-württembergische Wirtschaft und für viele unserer Unternehmen ein wichtiger Partner. Es ist unsere Hoffnung, dass wir diese fruchtbare und für beide Seiten gewinnbringende Partnerschaft auch in Zukunft weiterhin erhalten und ausbauen können“, sagt Vollert.

Die Präsidentschaft von Donald Trump könne beispielweise für den deutschen Maschinenbau auch Chancen bieten. „So kann die angestrebte Wiederbelebung des Industriestandorts USA den deutschen Maschinenbau zu einem zentralen Faktor der US-Amerikanischen Wirtschaftspolitik machen“, betont Vollert, der ein international tätiges Maschinenbauunternehmen in Weinsberg führt. 

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