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Betrug mit KI-Version von Reinhold Würth – Konzern warnt vor falschem Versprechen

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In sozialen Medien lockt ein KI-generierter Reinhold Würth Nutzer mit einer Geldanlage. Eine bekannte Betrugsmasche. Der Konzern warnt vor dem Betrug und geht dagegen vor.


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Reinhold Würth ist nachsichtig, er lässt seinen Zuhörern die Wahl. Nichtstun und den eingeschlagenen Lebensweg weitergehen. Oder: handeln. „Dein Leben selbst in die Hand nehmen.“ In einem Video, das derzeit in verschiedenen Varianten in sozialen Medien kursiert, bietet der Unternehmer aus Hohenlohe einem kleinen Kreis von Menschen eine lebensverändernde Chance an. Zumindest sagt Reinhold Würth das so.

Nur: Es ist ein sogenannter Deepfake, eine digitale Manipulation, bei denen Gesicht und Stimme einer Person mithilfe von KI nachgeahmt werden. Es handelt sich um einen Betrugsversuch, wenngleich in dem Fall der fiktive Reinhold Würth mögliche Zweifel an seiner Echtheit zu zerstreuen versucht.

Betrügerisches Versprechen: Mit 250 Euro Einsatz schnell viel Geld verdienen

Und der Vertrauen aufbauen will. Worin er sich von Betrügern unterscheide, fragt die Figur selber. „Vor allem bin ich Reinhold Würth und ich brauche nichts von Dir.“ Das stimmt freilich nicht ganz: Denn Menschen, die ihr Leben nach den Vorstellungen der Betrüger und ihrem Reinhold Würth selber in die Hand nehmen wollen, müssten noch auf einen Link klicken, ein Konto eröffnen und 250 Euro einzahlen, Dann vermehrt sich das Geld quasi von alleine.

Der echte Reinhold Würth: Betrüger nutzen die Identität des Unternehmers derzeit, um im Internet Menschen abzuzocken.
Der echte Reinhold Würth: Betrüger nutzen die Identität des Unternehmers derzeit, um im Internet Menschen abzuzocken.  Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Heute sei eben ihr Glückstag, sagt der generierte Herr Würth. Er verspreche keine Millionen wie Betrüger, sondern vielleicht 1000 Euro. Pro Tag. 7000 Euro in der Woche, über 360.000 Euro im Jahr. Dafür sorge die von seinem Team entwickelte Software, ein KI-basierter Algorithmus, der Trends am Finanzmarkt genau vorhersagen kann. Natürlich wird auch der übliche Druck auf die Zuhörer aufgebaut – es handele sich um ein sehr exklusives Angebot.

Würth-Gruppe verurteilt schweren Identitätsmissbrauch

Deswegen würden auch nur einhundert Deutsche das Video sehen, müssten sich aber sofort entscheiden. „Wenn du diese Seite verlässt, kannst du nicht zurückkehren, weil Dein Link mit Deinem Gewinn abläuft.“ In vielen Punkten entspricht das Vorgehen typischen Betrugsmaschen. Diejenigen, die Reinhold Würth kennen, entlarven den Betrug bereits im ersten Satz. „Weißt du, wer ich bin“, fragt die Figur. Würth würde vermutlich nie einfach Duzen.

Mit einem KI-generierten Reinhold Würth versuchen Betrüger in sozialen Netzwerken Nutzer zu täuschen und an Geld zu kommen.
Mit einem KI-generierten Reinhold Würth versuchen Betrüger in sozialen Netzwerken Nutzer zu täuschen und an Geld zu kommen.  Foto: Screenshot

Der Künzelsauer Würth-Gruppe ist das Video bekannt, sie weist vorsorglich darauf hin, dass es sich dabei um eine Fälschung handelt. „Professor Würth steht in keinerlei Verbindung zu derartigen Angeboten. Solche Manipulationen stellen einen schweren Identitätsmissbrauch dar und dienen ausschließlich betrügerischen Zwecken“, heißt es auf Anfrage der Heilbronner Stimme hin.

Deepfakes werden zwar immer besser. Die Verbraucherzentralen weisen aber daraufhin, dass es immer noch Hinweise gibt, die Verbraucher zumindest misstrauisch machen sollten. Neben unnatürlicher Mimik gehören dazu Lippenbewegungen, die nicht ganz zum Gesagten passen. Aber auch eine ungewöhnliche Stimme oder Betonung. Kein Link zu seriösen Medien oder offiziellen Social-Media-Kanälen sind ebenfalls verräterisch, auch übertriebene Versprechen.

Betrüger täuschen mit bekannten Persönlichkeiten gerne Seriosität vor 

Sie folgen einer bekannten Masche, bei der Personen des öffentlichen Lebens gezielt missbraucht werden, um Nutzer zu täuschen. Verbraucherschützern zufolge setzen Kriminelle gezielt auf Prominente, um so Vertrauen zu wecken und Seriosität vorzutäuschen. Namen wie Günther Jauch, Frank Thelen, Barbara Schöneberger oder Dieter Bohlen werden oft verwendet, um angebliche Erfolgsgeschichten von Produkten glaubhaft erscheinen zu lassen.

In diesem Fall nun Reinhold Würth. Die Würth-Gruppe verurteilt die Vorgehensweise aufs Schärfste und distanziert sich klar von den darin verbreiteten Inhalten. „Die Würth-Gruppe geht bereits konsequent gegen die Verbreitung des Materials vor und steht mit den Strafverfolgungsbehörden im Austausch“, heißt es vom Unternehmen. Um die Öffentlichkeit zu schützen, habe man über seine offiziellen Social‑Media‑Kanäle vor dem Fake‑Video gewarnt.

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