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Von Drogen bis zu Auftragsmördern – Einblick in das Darknet 

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Anonymität, Freiheit oder Gesetzlosigkeit? Das Darknet ist ein mysteriöser Ort, der sowohl Whistleblower als auch Kriminelle anzieht. Doch was passiert wirklich in diesen versteckten Ecken des Internets?


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"In den nächsten Jahren wird viel passieren", prophezeit Tobias Schrödel. Der erste "Comedy-Hacker" aus Deutschland hat bei seinem Vortrag in der IHK in Heilbronn Hunderte Zuschauer zum Staunen und Lachen gebracht. Der 53-Jährige gibt dabei Einblicke ins Darknet, zur IT-Sicherheit und zum Datenschutz.

Einblick in das Darknet: Illegale Drogen, Waffen und Falschgeld

Um ins Darknet zu gelangen, braucht man einen bestimmten Browser, zum Beispiel den Tor-Browser. „Dieser hat zusätzlich noch Verschlüsselungs-Algorithmen“, erklärt Schrödel. Doch was ist eigentlich das Darknet? Dort kann man unter anderem Waffen, Drogen und Falschgeld kaufen – und Auftragsmörder kontaktieren.

„Eigentlich wurde das Darknet dafür gebaut, dass Whistleblower Informationen an die Zeitung geben können“, verweist Schrödel auf den Ursprung. Dann zeigt der Münchner in seiner Live-Hacking-Show, welche Online-Shops es in der dunklen Welt gibt. Bei Falschgeld werden Dollarnoten, britische Pfund, Euroscheine und vieles mehr angeboten. 2000 Dollar Falschgeld kostet den Käufer 250 Euro. Aber wie lassen sich Kunden die illegale Ware liefern?

Natürlich kann man sich nicht Drogen, Waffen oder andere illegale Ware auf seinen eigenen Namen oder auf die eigene Adresse liefern lassen. Im Darknet gibt es DHL-Packstationen, die man für 72 Dollar kaufen kann. Auch Kreditkartennummern mit Prepaid-Volumen können für 300 Euro gekauft werden.

Einblick in das Darknet: Sind die Verkäufer seriös?

Wie bei vielen Internetseiten gibt es auch im Darknet Sterne-Bewertungen. „Die Bewertungen sind viel wichtiger als im normalen Internet“, erklärt Schrödel. Sogar Aufenthaltsgenehmigungen für Australien für 1000 Dollar und Führerscheine aus Deutschland für 600 Dollar können gekauft werden.

„Jeder Polizist, der die Daten des Führerscheins in den Computer eingibt, weiß direkt, dass dieser gefälscht ist“, erklärt Tobias Schrödel. „Aber bei Sixt bekommen Sie ein Auto geliehen, wenn Sie ihn vorhalten“, verdeutlicht Schrödel mit einem Beispiel.

Cyberangriffe: "Mails mit Anhängen oder Links, sind die Gefahrenquelle"

„Wenn man heutzutage gut verschlüsselt, sind die Daten nicht zu knacken“, erklärt Tobias Schrödel. Wenn jedoch ein Cyberkrimineller es schafft, die Daten von jemandem zu verschlüsseln, kommt derjenige nicht mehr an die Daten, auch nicht mit Hilfe von der Polizei oder sogar dem FBI. Und das ist das Ziel der Cyberkriminellen: Daten von Firmen zu verschlüsseln, so dass nichts mehr funktioniert.

Eine Statistik des Bundeskriminalamts zeigt, dass sich das Lösegeld, das die Cyberkriminellen von Firmen eingenommen haben, von 2022 bis 2023 sich verdoppelt hat: Von 567 Millionen auf 1,1 Milliarden Dollar. „Im Durchschnitt hat jede Firma 621 000 Dollar bezahlt“, erläutert Schrödel. Diese Cyberkriminellen sind meist aus Russland.

Die Polizei in Russland verfolgt allerdings nur Cyberangreifer, die Firmen im Inland angreifen. Wenn also zum Beispiel eine Cyber-Bande aus Russland eine Firma aus Deutschland angreift, unternimmt die russische Polizei nichts.

Bilder auf Social Media posten: Was Metadaten verraten 

Wenn man Bilder auf Social-Media-Kanälen wie Facebook oder Instagram postet, verraten diese Bilder bestimmte Daten. Jedoch nicht an alle Social-Media-Nutzer, sondern an die Kanäle selbst. Anhand eines Beispiels leitet Schrödel Daten eines Bildes ab. Das Bild wurde in einem Wohnraum aufgezeichnet, worauf ein Hund zu sehen ist.

In einem Bild stehen gewisse Metadaten. Wie groß das Bild ist, welche Kameraeinstellung verwendet wurde und sogar welches Handy oder welche Kamera benutzt wurde. Wenn ein Bild mit dem Smartphone aufgenommen wird, steht in jedem Bild, wo es aufgenommen wurde.

Aber: Man kann diese Funktion abschalten, jedoch ist diese standardmäßig angeschaltet. Daher hat Tobias Schrödel durch dieses Hundefoto herausgefunden, in welchem Haus das Bild aufgenommen wurde.

Caller ID Spoofing: Wie gefährlich Anrufe und Videocalls sein können

Der Begriff Caller ID Spoofing bedeutet, dass bei einem Anruf eine andere Nummer angezeigt wird als jene, mit der tatsächlich angerufen wird. Der Anrufer kann seine Opfer sogar mit ihrer eigenen Telefonnummer anrufen. Deshalb rät Schrödel, bei Anrufen von Banken aufzulegen und zurückzurufen. Dabei sollte die offizielle Nummer eingetippt werden.

Durch die KI gibt es auch Videoanrufe, bei denen man einGesicht klonen und die Stimme der Person benutzen kann. Mit dieser Methode haben es Hacker geschafft, eine Firma um 23 Millionen Euro zu bringen. Ein Mitarbeiter hat die Anweisung in einem Videocall mit seinen vier vermeintlichen Chefs bekommen.

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