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Jahrelanger Konflikt 
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Möglicher Breuninger-Verkauf: Steht die Erweiterung in Ludwigsburg auf der Kippe?

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Seit Jahren möchte Breuninger am Standort in Ludwigsburg erweitern, ein Konflikt verzögerte die Pläne. Nach Berichten über einen möglichen Verkauf der Warenhauskette herrscht nun wieder Unklarheit. 

Luftbild vom Breuningerland in Ludwigsburg.
Luftbild vom Breuningerland in Ludwigsburg.  Foto: IMAGO/Eibner-Pressefoto/Kuhnle

Die Erweiterung des Breuningerlands am Standort in Ludwigsburg ist eine Geschichte für sich. Jahrelang wurde mit den angrenzenden Gemeinden gestritten, Höhepunkt war die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Mannheim im Jahr 2022, das den Bebauungsplan der Stadt kippte. Erst im Frühjahr dieses Jahres ging ein langer und vor allem teurer Konflikt zu Ende.

Entgegen ihrer Ankündigung ein paar Wochen zuvor entschieden sich die Gemeinden Tamm und Bietigheim-Bissingen, nicht weiter gegen den Bebauungsplan und damit die Erweiterungspläne für das Breuningerland zu klagen. Damit war der Weg frei. Eigentlich. An diesem Mittwoch hatte die „Wirtschaftswoche“ berichtet, dass die Warenhauskette Breuninger zum Verkauf steht.

Breuninger steht offenbar zum Verkauf: Was heißt das für den Standort Ludwigsburg

Die Frage ist nun: Bekommt damit auch die unendliche Geschichte um die Erweiterung in Ludwigsburg ein neues Kapitel? Wird das Projekt womöglich gekippt?

Auch die umliegenden Gemeinden sind von den Verkaufsplänen überrascht worden. "Die Stadt hat über die überraschenden Veräußerungsabsichten erstmalig aus der Presseberichterstattung Kenntnis erlangt", heißt es aus dem Ludwigsburger Rathaus. "Über die Gründe und die Konsequenzen werden wir nicht mutmaßen, sondern uns in entsprechenden Gesprächen mit der Geschäftsleitung ein Bild machen", teilt die Stadt in einem Schreiben mit. Breuninger selbst äußert sich nicht.

Breuningerland in Ludwigsburg läuft gut – Nächste Gespräche für Erweiterung

Wie es im Ludwigsburger Tammerfeld weitergeht, auch in Bezug auf den Abbau von Kapazitäten, dürfte von der strategischen Ausrichtung eines potenziellen Käufers abhängen. Was die Region beruhigen dürfte: Das Center in Ludwigsburg gehört zu einem der erfolgreichsten Erlebniseinkaufsplätze in Deutschland. "Wer in den schwierigen Gewässern des Einzelhandels besteht und Erweiterungsabsichten hegt, der scheint gut zu wirtschaften", sagt Frank Steinert auf Anfrage der Heilbronner Stimme.

Der Leiter des Fachbereichs Wirtschaftsförderung der Stadt Ludwigsburg wundert sich wie viele andere über die Verkaufsabsichten, zumal es "bis auf Reutlingen an allen anderen Breuninger-Standorten" offenbar gut laufe. Der Breuninger-Standort in Reutlingen – das war schon länger bekannt – wird Ende des Jahres schließen.

Für die Erweiterung im Tammerfeld gebe es bisher dagegen keine Signale für einen Stopp. Im Gegenteil: Die nächsten Gesprächstermine seien angesetzt. "Wir gehen davon aus, dass diese auch stattfinden", sagt Wirtschaftsförderer Steinert.   

Erweiterungspläne für das Breuningerland in Ludwigsburg zur Grand Plaza

Die Pläne von Breuninger sehen vor, auf 2500 Quadratmetern eine Grand Plaza zu errichten. Ohne weitere Verkaufsflächen, dafür aber mit einem zusätzlichen Gastronomieangebot und der Möglichkeit, Veranstaltungen durchzuführen. In dem Zuge sollte auch das Parkhaus West um 130 Plätze auf dann 3100 Plätze erweitert werden.

In den Ursprungsplänen von vor über zehn Jahren hatte Breuningerland seine Verkaufsfläche an der Autobahn 81 um 9.800 auf insgesamt 42.400 Quadratmeter vergrößern wollen. Kommunen im Umland sahen darin aber einen Verstoß gegen den Regionalplan. Zu große Einkaufszentren abseits der Ortsmitten sollten vermieden werden. Die Warenhauskette speckte ihre Pläne in der Folge deutlich ab. "Stadt und Gemeinderat haben signalisiert, dass sie Handel primär in der Innenstadt sehen und nicht auf der grünen Wiese", erzählt Steinert rückblickend.

Die Stadt Ludwigsburg und Breuninger fanden in einem langwierigen Prozess eine Einigung. Doch gegen den anschließend aufgestellten Bebauungsplan klagten Tamm und Bietigheim-Bissingen – und bekamen recht, weil sie als angrenzende Kommunen nicht ausreichend mit in die Planung einbezogen wurden. Im Frühjahr nun einigte man sich darauf, die Planungen abgestimmt voranzutreiben.

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