Heilbronner Handel reagiert gelassen auf Breuningerland-Pläne
Das Shopping-Center Breuningerland bei Ludwigsburg plant seit langem eine Erweiterung. Nachbargemeinden klagten dagegen und sind jetzt vor Gericht unterlegen. Heilbronner Händler verfolgen die Entwicklung aufmerksam.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen und die Gemeinde Tamm sind in Sorge um den örtlichen Einzelhandel. Mit ihrer Klage gegen die Erweiterung des Breuningerlands Ludwigsburg sind sie vorerst gescheitert. Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat dieser Tage den Bauvorbescheid für gültig befunden. Das Breuningerland bringt es auf mehr als die dreifache Verkaufsfläche im Vergleich zur Heilbronner Stadtgalerie, hat ein großes Einzugsgebiet und gilt bis weit in die Region Heilbronn als Konkurrent für den Einzelhandel. "Das Breuningerland ist immer ein Thema", sagt Steffen Schoch, Geschäftsführer der Heilbronn Marketing GmbH (HMG). Erweiterungen von Shoppingcentern in der Umgebung betrachte man mit Sorge. "Das ist zum Teil ein ungleicher Wettbewerb."
Heilbropnn sieht sich gewappnet
Der Heilbronner Handel sei aber mit "breitem Sortiment" in guter Verfassung, punkte mit Service und Beratung, ist Schoch überzeugt. Auch Veranstaltungen in der City seien grundsätzlich ein Pluspunkt, im Moment fallen sie allerdings wegen der Corona-Auflagen weitgehend flach.
Zu Details der Ausbaupläne äußert sich die E. Breuninger GmbH & Co. mit Hauptsitz in Stuttgart auf Nachfrage nicht. Das Unternehmen hatte vergangenes Jahr angekündigt, die Breuningerland-Einkaufszentren in Ludwigsburg und Sindelfingen sollen für einen dreistelligen Millionenbetrag ausgebaut werden. Was jetzt konkret für Ludwigsburg geplant is, stellt laut Stadt eine "Kompromisslösung" dar. Demnach hätte das Unternehmen gerne deutlich mehr zugelegt. Der Stadt sei es geklungen, "die ursprünglich vom Breuningerland beabsichtigte Erweiterung der Verkaufsfläche von 10.000 Quadratmetern in eine maßvolle Lösung von insgesamt 2500 Quadratmetern für Gastronomie und Dienstleistung umzuwandeln, teilt das Rathaus mit.
Stadt Ludwigsburg: Verkaufsfläche bleibt gleich
Zusätzliche Läden, die nun auf der Erweiterungsfläche im Südosten des Centers entstehen, müssen an anderer Stelle wegfallen. "Es entsteht keine zusätzliche Verkaufsfläche", betont die Stadt die Festlegung auf Dienstleistung und Gastro. Mehr als 42.000 Quadratmeter Verkaufsfläche seien nicht drin. Der OB der klagenden Nachbarstadt Bietigheim-Bissingen traut dem Medienberichten zufolge nicht und rechnet mit mehr Einzelhandelsfläche.
Thomas Gauss reagiert gelassen auf die neueste Entwicklung um das Breuningerland, die er aufmerksam verfolgt. "Ich denke, die Zeit der großen Flächenexpansionen ist vorbei", sagt der Vorsitzende der Heilbronner Stadtinitiative, der selbst ein Sportgeschäft betreibt. In Heilbronn stünden kaum Läden leer, eine komfortable Situation. Mehr als die entfernte Konkurrenz treiben Gauss mögliche drastische Corona-Maßnahmen um. Ein zweiter Lockdown, ist er überzeugt, hätte schwere Folgen.
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