Bosch macht weniger Umsatz und Gewinn – "sehr anspruchsvolles Umfeld"
Der Konzern bekommt die Konjunkturkrise zu spüren. Bosch-Chef Hartung hält dennoch an den Umsatz- und Ertragszielen fest und hofft auf Rückenwind der neuen Bundesregierung.
Der Technologiekonzern Bosch bekommt die Wirtschaftskrise und die Flaute bei der Elektromobilität zu spüren. Nach vorläufigen Zahlen musste Bosch 2024 einen Rückgang beim Umsatz und Gewinn hinnehmen. Und der Ausblick der Stuttgarter fällt zurückhaltend aus.
Bosch hat 2024 einen Umsatz in Höhe von 90,5 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr und weniger, als Bosch sich für 2024 vorgenommen hatte. Eigentlich wollte das Unternehmen m zurückliegenden Jahr um fünf bis sieben Prozent wachsen. „Bosch konnte sich trotz größter Anstrengungen den wirtschaftlichen Realitäten nicht entziehen, aber im Branchenvergleich noch respektabel behaupten“, kommentiert Bosch-Chef Stefan Hartung das Ergebnis.
Gewinn bei Bosch bricht 2024 ein – Ziele nicht erreicht
Der Gewinn von Bosch sank deutlich von 4,8 auf 3,17 Milliarden Euro. Auch hier hatte sich der Autozulieferer mehr vorgenommen. Wie Hartung betont, peilt Bosch ein jährliches Umsatzplus von sechs bis acht Prozent an und eine Rendite von mindestens sieben Prozent an. 2024 lag die operative Ebit-Rendite nur bei 3,5 Prozent.
Seine Wachstumsziele will Bosch vor allem in Zukunftsfeldern wie E-Mobilität, Wasserstoff, Wärmepumpen und nachhaltige Technologien erreichen. Auch Künstliche Intelligenz (KI) werde für den Konzern immer wichtiger, sowohl in den eigenen Prozessen als auch in Produkten wie etwa moderne Bremssysteme.
Stellenabbau bei Bosch möglich – 7000 Jobs in Deutschland in Gefahr
Bosch hatte im vergangenen Jahr mit Stellenstreichungen und Arbeitszeitverkürzungen an vielen deutschen Standorten für Schlagzeilen gesorgt. Bis Ende 2032 könnten weltweit mehr als 12.000 Jobs wegfallen, in Deutschland sind es wohl rund 7000 Stellen. Auch der Entwicklungsstandort in Abstatt wird von den Sparmaßnahmen in verschiedenen Bereichen betroffen sein. In der Region Heilbronn ist Bosch einer der größten Arbeitgeber.

Ende 2024 beschäftigte das Unternehmen weltweit rund 417.900 Mitarbeiter - das sind knapp drei Prozent weniger als 2023. In Deutschland sank die Anzahl der Mitarbeiter um drei Prozent auf gut 129.800. Bosch kündigte an, dass man weiterhin an der Kosteneffizienz arbeiten werde und „passende Strukturen für ein zukunftsweisendes Portfolio“ schaffen werde. Das schließe „auch schmerzhafte Entscheidungen nicht aus“, sagte Finanzchef Markus Forschner.
Weniger Gewinn, weniger Umsatz: Bosch erwartet auch 2025 "ein sehr anspruchsvolles Umfeld"
2025 erwartet Bosch weiterhin „ein sehr anspruchsvolles Umfeld“. „Wir stellen uns auf eine weiterhin nur moderat wachsende Weltwirtschaft ein“, sagte Forschner. Dennoch wolle man die Umsatz- und Ergebnissituation im laufenden Jahr verbessern und ein Rendite von sieben Prozent erreichen.
Damit das klappt, hoffen die Stuttgarter auf Wachstumsimpulse durch die neue Bundesregierung. Es gelte, die Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität als Wirtschaftsstandort zu stärken. „Eine starke EU besteht aus weniger Vorgaben und mehr Investitionen sowie weniger Barrieren und mehr Markt“, sagte Bosch-Chef Hartung. Von der neuen Bundesregierung erhofft sich schnelle Maßnahmen bei Energiepreisen, Bürokratie und Investitionen in die Infrastruktur.
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