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Schwarz IT und Charité planen Gesundheits-Datenbank

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Die Schwarz-Gruppe will ihr Engagement im Gesundheitswesen offensichtlich ausweiten. Nachdem sie mit dem Sana-Konzern schon in mehreren Projekten kooperiert, bahnt sich nun eine Zusammenarbeit mit der Berliner Charité an.


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Schwarz Digits und die Berliner Charité wollen offensichtlich bei Gesundheitsdaten zusammenarbeiten. Das geht aus einer Anmeldung beim Bundeskartellamt hervor. Demnach gründen die Charité Universitätsmedizin Berlin und die Schwarz IT Beta GmbH mit Sitz in Neckarsulm ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Schwarz Charité Health Data GmbH und Sitz in Neckarsulm.

Bei Schwarz IT Beta handelt es sich um eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Schwarz Digits, der IT-Sparte der Schwarz-Gruppe.

Schwarz Digits und Charité gründen Joint Venture für Softwarelösungen im Gesundheitsmarkt

Die neue Gesellschaft soll sich nach Angaben in der Anmeldung mit Dienstleistungen für Krankenhäuser, insbesondere mit Software für Gesundheitsdaten beschäftigen. Die Anteile werden demnach ungleich verteilt. Laut Informationen unserer Zeitung soll Schwarz eine deutliche Mehrheit an dem Projekt halten. Mit der Investition wolle Schwarz Digits auf dem Medizinmarkt, speziell im Cloud-Bereich, präsenter werden.

Die Charité in Berlin plant eine Zusammenarbeit bei Gesundheitsdaten mit der Schwarz-Gruppe.
Die Charité in Berlin plant eine Zusammenarbeit bei Gesundheitsdaten mit der Schwarz-Gruppe.  Foto: Lilli Förter

Sprecher von Schwarz Digits und der Berliner Charité wollten keine Angaben zu dem Vorgang machen. Beide verwiesen darauf, dass man sich nicht zu laufenden Verfahren äußern wolle.

Mehrheit für Schwarz-Gruppe: Fokus auf Cloud, Gesundheitsdaten und Krankenhaus-IT

Laut dem Geschäftsbericht der Charité für 2024 muss das Unternehmen einen neuen Anbieter für sein Krankenhausinformationssystem suchen und vergab 2025 den Auftrag neu. „Aus Daten in Silos sollen interoperabel nutzbare Daten auf lokalen und regionalen, letztlich auch nationalen (Telematikinfrastruktur - TI) und internationalen Plattformen wie dem Europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS) werden“, heißt es darin.

Den Zuschlag erhielt schließlich der Kliniksoftware-Marktführer Epic aus den USA. Es handelt sich nach Charité-Angaben um ein Gesamt-Investitionsvolumen von 200 Millionen Euro. Inzwischen wurde Kritik an dem System laut, unter anderem wegen der zu erwartenden Kosten. Inwiefern die Schwarz-Gruppe über ihre Cloud-Lösung Stackit eine Alternative, womöglich auf KI-Basis, aufbauen soll, ist offen.

Es gibt bereits eine weitere Gesundheitskooperation

Die Schwarz-Gruppe geht damit eine zweite Kooperation im Gesundheitssektor ein. Seit einiger Zeit arbeitet sie bereits mit dem Sana-Konzern zusammen: Vor einem Jahr eröffnete Sana das Gesundheitszentrum S-Medical-Center auf dem Neckarsulmer Stiftsberg, dem Sitz des Handelskonzerns. Die Räume in der Konrad-Zuse-Straße sowie die Medizintechnik werden von der Schwarz-Gruppe vermietet. Ein Pilotprojekt startete Sana im November zusammen mit Kaufland: In Mosbach eröffnete die erste Telemedizin-Praxis im Vorkassenbereich eines Supermarktes. Im Januar gab der Klinikbetreiber dann bekannt, dass er Kunde der Schwarz-Cloud Stackit wird.

Die Charité ist eine der größten Universitätskliniken Europas: Das Berliner Unternehmen kam 2024 auf 2,07 Milliarden Euro Umsatz und hat mehr als 24.300 Beschäftigte sowie etwa 3300 Betten. Die Charité ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts des Landes Berlin und Teil der Humboldt-Universität. Etwa 9000 Studenten sind dort eingeschrieben.

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